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EDELMETALL-REPORT

Goldpreis: Zuversicht unter Terminmarktprofis gestiegen

Goldpreis: Zuversicht unter Terminmarktprofis gestiegen
26.04.2021 13:30:11

An den Terminmärkten sind bei Gold-Futures zuletzt vor allem kleine Terminspekulanten deutlich optimistischer geworden. Von Jörg Bernhard

Laut aktuellem Commitments-of-Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC hat sich in der Woche zum 20. April aber auch das allgemeine Interesse an Gold-Futures spürbar verstärkt. Innerhalb einer Woche ging es mit der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 460.750 auf 471.700 Futures (+2,4 Prozent) bergauf. Sowohl große Terminspekulanten (Non-Commercials) als auch Kleinspekulanten (Non-Reportables) sind optimistischer geworden. Dies bescherte der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten gegenüber der Vorwoche ein Plus von 208.800 auf 213.200 Kontrakte (+2,1 Prozent).

Unter kleinen Terminspekulanten gab es besonders starke Verwerfungen zu beobachten. Sie haben ihr Long-Exposure um 2.200 Futures verstärkt und zugleich ihre Short-Seite um 1.600 Kontrakte reduziert. Dadurch hat sich deren Netto-Long-Position von 27.900 auf 31.700 Futures (+13,5 Prozent) kräftig erhöht. Etwas weniger dynamisch ging es mit dem Optimismus großer Kleinspekulanten nach oben. Ihre Netto-Long-Position verzeichnete einen Anstieg von lediglich 180.900 auf 181.500 Futures (+0,3 Prozent).

Angesichts der Tatsache, dass laut World Gold Council bei weltweiten Gold-ETFs seit zehn Wochen kräftige Goldabflüsse von in der Spitze mehr als 54 Tonne pro Woche zu beklagen waren, kann man dem Goldpreis insbesondere im April ein hohes Maß an relativer Stärke attestieren. Trotz guter Konjunkturperspektiven und robuster Aktienmärkte scheint der Bedarf an Vermögensschutz weiterhin vorhanden zu sein.

Geldvermögen der Deutschen bei fast sieben Billionen Euro


Mitte April meldete die Deutsche Bundesbank, dass sich das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte bis Ende 2020 auf den Rekordwert von 6.950 Milliarden Euro erhöht hat. Innerhalb eines Quartals stellte sich damit ein Anstieg um 211 Milliarden Euro ein, wovon 109 Milliarden allerdings auf Bewertungsgewinne zurückzuführen waren. Bereinigt um Verbindlichkeiten, die sich im Berichtszeitraum um 24,8 Milliarden auf 1.960 Milliarden erhöht haben, stellte sich beim Nettogeldvermögen ein Plus von 187 Milliarden auf 4.990 Milliarden Euro ein. Besonders interessant: Bei Bargeld und Einlagen war innerhalb von drei Monaten ein Anstieg um 74,2 Milliarden auf 2.809 Milliarden Euro registriert worden.

Angesichts explodierender Geldmengen und Schuldenberge sollten Sparer aber nicht alles auf die Karte "Geld" setzen. Da sowohl Löhne, Gehälter, Renten und Pensionen und insbesondere die Altersvorsorge, die lediglich als Zahlungsversprechen anzusehen ist, allesamt in Euro bemessen werden, kann man hier durchaus von einem Klumpenrisiko sprechen. Bei Ersparnissen in Form von Bargeld und Bankeinlagen schlagen Strafzinsen und Inflation besonders erbarmungslos zu und führen dadurch zu einer systematischen Vermögensvernichtung. Der Tausch von Geld in Gold reduziert dieses Klumpenrisiko und ersetzt es durch das Preisrisiko der altbewährten Krisenwährung. Das heißt: Selbst der Vermögensschutz via Gold ist nicht völlig frei von Risiken.

Aus charttechnischer Sicht startete das gelbe Edelmetall in der vergangenen Handelswoche einen Angriff auf die Marke von 1.800 Dollar. Knapp oberhalb dieser Marke verläuft die mittelfristige 100-Tage-Linie. Wird sie überwunden, wäre dies als Kaufsignal zu werten und der Weg in Richtung der bei 1.856 Dollar verlaufenden 200-Tage-Linie frei. In diesem Bereich ist aber eine markante Widerstandszone angesiedelt, deren Überwinden relativ schwierig werden dürfte. Den Blick nach unten gerichtet, wäre vor allem wichtig, auf keinen Fall die unterhalb von 1.700 Dollar verlaufende Unterstützung zu verletzen.

Bei den technischen Timingindikatoren dominieren weiterhin die positiven Signale das Stimmungsbild. Auf der Website Tradingview steht das Pendel - wie in der Woche zuvor - weiterhin auf "Kaufen". Von den insgesamt 26 Parametern legen derzeit fünf das "Verkaufen" (Vorwoche: 5), zehn das "Halten" (Vorwoche: 9) und elf das "Kaufen" (Vorwoche: 12) nahe.

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