Der Chef der Internationalen Energie Agentur (IEA) warnt, das seit Beginn des Iran-Kriegs in neun Ländern über 40 Energieanlagen „schwer“ bis „sehr schwer“ beschädigt wurden. Die Reparaturen weden lange dauern – und die Störungen könnten die globale Versorgung länger belasten.

Die Internationale Energieagentur zeichnet ein düsteres Bild der Lage im Nahen Osten. IEA-Direktor Fatih Birol sagt, seit Beginn des Iran-Kriegs seien mindestens 40 Energieanlagen in neun Ländern „schwer oder sehr schwer“ beschädigt worden. Das schürt die Sorge, dass der Markt nicht nur mit kurzfristigen Ausfällen, sondern mit länger anhaltenden Versorgungsproblemen rechnen muss. Denn betroffen sind nicht irgendwelche Nebenschauplätze, sondern zentrale Elemente der Kette: Öl- und Gasfelder, Raffinerien und Pipelines. Birol macht klar, dass die Schäden Zeit brauchen werden – allein schon, weil solche Infrastruktur komplex ist und Reparaturen in einem Kriegsumfeld schwer planbar sind.

Straße von Hormus wird zum Nadelöhr der Energiekrise

Besonders kritisch ist, dass der Konflikt laut Birol die Energiehandelsströme durch die strategisch extrem wichtige Straße von Hormus „schwer beeinträchtigt“ hat. Die IEA spricht in diesem Zusammenhang von der größten Angebotsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarkts. Gleichzeitig ist auch der LNG-Markt betroffen: Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar sei das globale Angebot an verflüssigtem Erdgas um rund 20 Prozent reduziert. Damit wird aus einem regionalen Krieg ein globales Energieproblem, weil Hormus ein Schlüsselkanal zwischen Persischem Golf und Golf von Oman ist und typischerweise etwa 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gasflusses durch diese enge Route laufen.

Wie Ölkrisen der 1970er und Gaskrise 2022 „zusammengenommen“

Die Nervosität wird zusätzlich durch offene Drohungen befeuert. US-Präsident Donald Trump habe Iran damit gedroht, dessen Kraftwerke „dem Erdboden gleichzumachen“, falls Teheran die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden vollständig wieder öffne. Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf konterte, kritische Infrastruktur und Energieanlagen in der Golfregion könnten „unumkehrbar zerstört“ werden, sollten iranische Kraftwerke angegriffen werden.

Handel mit Düngemittel, Schwefel, Helium „vollständig unterbrochen“

Birol zieht zudem einen historischen Vergleich: Die Folgen des Iran-Kriegs seien gleichzusetzen mit den beiden großen Ölkrisen der 1970er und der Gaskrise 2022 „zusammengenommen“. Und er weitet den Blick über Öl und Gas hinaus: „Und, wenn ich das anmerken darf: nicht nur Öl und Gas. Einige der lebenswichtigen Schlagadern der Weltwirtschaft – etwa Petrochemikalien, Düngemittel, Schwefel, Helium – deren Handel ist vollständig unterbrochen, was ernste Folgen für die Weltwirtschaft hätte.“ 

Einer der größten Profiteure dieser Entwicklung ist zum Beispiel diese MDAX-Aktie. 

Als wichtigsten Hebel sieht Birol die Wiederöffnung der Meerenge. Er nennt das die „mit Abstand wichtigste“ Lösung für die globale Energiekrise. Zudem signalisiert er Handlungsbereitschaft nach der Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl am 11. März: „Wenn es notwendig ist, werden wir es natürlich tun.“

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