Gold und Bitcoin gelten zwar als völlig unterschiedliche Anlageklassen, dennoch wird der Bitcoin häufig als „digitales Gold“ bezeichnet. Der kanadische Vermögensverwalter ReSolve Asset Management rät aktuell zum Übergewichten dieser Gold-Variante.

Während Gold seit Jahrtausenden als Wertspeicher dient, existiert Bitcoin erst seit etwas mehr als 15 Jahren. Dennoch sehen viele Investoren inzwischen bemerkenswerte Gemeinsamkeiten zwischen beiden Assets. Sowohl Gold als auch Bitcoin zeichnen sich durch Knappheit aus und lassen sich nicht beliebig vermehren und genau deshalb wird Bitcoin auch als „digitales Gold“ bezeichnet. Beide Vermögenswerte gelten zudem als Alternativen zu klassischen Papierwährungen und profitieren häufig von einem schwindenden Vertrauen in das bestehende Finanzsystem.

ReSolve sieht derzeit Vorteile bei Bitcoin

Besonders interessant ist deshalb eine aktuelle Einschätzung des kanadischen Vermögensverwalters ReSolve Asset Management. Das auf quantitative Anlagestrategien spezialisierte Investmenthaus hält Bitcoin derzeit für attraktiver bewertet als Gold und rät laut einem aktuellen Interview mit Kitco dazu, die Kryptowährung gegenüber dem Edelmetall überzugewichten. Portfolio-Manager Richard Laterman argumentiert dabei vor allem mit der relativen Bewertung beider Assets. Gold habe in den vergangenen Jahren bereits eine außergewöhnlich starke Rally absolviert und zahlreiche Rekordstände erreicht. Bitcoin dagegen liege trotz der kräftigen Kursanstiege der vergangenen Jahre weiterhin deutlich unter seinem langfristigen Potenzial.

Nach Ansicht von ReSolve sprechen mehrere Faktoren für Bitcoin. Dazu zählen insbesondere die weiterhin vergleichsweise geringe globale Marktkapitalisierung sowie die zunehmende institutionelle Akzeptanz. Während Gold bereits seit Jahrzehnten von Zentralbanken, Staaten und institutionellen Investoren gehalten wird, befindet sich Bitcoin laut ReSolve noch in einer deutlich früheren Phase der globalen Adoption. Hinzu komme, dass Bitcoin zunehmend als eigenständige Anlageklasse wahrgenommen werde. Vor allem die Einführung zahlreicher Spot-Bitcoin-ETFs habe die Zugänglichkeit für institutionelle Investoren erheblich verbessert. Gleichzeitig bleibe das Angebot von Bitcoin mathematisch begrenzt. Maximal können 21 Millionen Bitcoin existieren, was aus Sicht vieler Anleger langfristig einen deflationären Charakter erzeugt.

ReSolve verweist außerdem darauf, dass Gold aktuell vergleichsweise teuer erscheine. Gemessen an verschiedenen quantitativen Bewertungsmodellen habe das Edelmetall bereits einen großen Teil seines mittelfristigen Aufwertungspotenzials ausgeschöpft. Bitcoin dagegen wirke im historischen Vergleich trotz hoher Schwankungen eher unterbewertet.

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Gold (WKN: 965515)

Der Mix aus Gold und Bitcoin war bislang hochprofitabel

Trotzdem betonen die Analysten ausdrücklich, dass Gold weiterhin eine wichtige Rolle in einem diversifizierten Portfolio spielen könne. Das Edelmetall verfüge über eine jahrtausendelange monetäre Historie, eine deutlich geringere Volatilität und werde insbesondere in geopolitischen Krisenzeiten weiterhin stark nachgefragt. Gerade konservative Anleger bevorzugen deshalb häufig Gold gegenüber Bitcoin. Während Gold typischerweise als defensiver Sachwert gilt, bleibt Bitcoin ein hochvolatiles Asset mit erheblichen Kursschwankungen.

Interessant ist deshalb vor allem die Kombination beider Anlageklassen. Genau diesen Ansatz verfolgt der Anfang 2025 eingeführte Bloomberg Bitcoin and Gold Equal Weighted Index. Der Index kombiniert Gold und Bitcoin zu jeweils 50 Prozent und wird quartalsweise neu gewichtet. Das Konzept dahinter: Gold soll Stabilität und Krisenschutz liefern, während Bitcoin zusätzliches Wachstumspotenzial beisteuert. Tatsächlich entwickelte sich diese Kombination in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich. Laut Bloomberg erzielte der Index beziehungsweise dessen rückgerechnete Strategie auf Sicht von fünf Jahren eine Performance von 168 Prozent.

Die vergleichsweise geringe Korrelation zwischen Gold und Bitcoin gilt dabei als wichtiger Vorteil. Während Gold häufig in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit gefragt ist, profitiert Bitcoin stärker von Liquidität, Technologietrends und wachsender institutioneller Akzeptanz.

Fazit: Privatanleger sollten Bitcoin und Gold nicht als „Entweder-oder“, sondern als „Sowohl-als-auch“-Investment betrachten. Eine ausgewogene Kombination beider Assets könnte langfristig attraktiver sein als eine einseitige Wette auf nur einen Vermögenswert. Über liquide ETCs auf Gold beziehungsweise Bitcoin ließe sich eine solche Fifty-Fifty-Strategie relativ einfach umsetzen.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.