ROHSTOFFE

Kakao: Hamsterkäufe treiben den Preis - darauf sollten Endkunden achten

Kakao: Hamsterkäufe treiben den Preis - darauf sollten Endkunden achten
30.11.2019 10:30:00

Kakao hat sich stark verteuert. Der Preis für eine Tonne der braunen Bohnen stieg auf ein 18-Monats-Hoch. Solche Preisspitzen kommen dann zustande, wenn die Nachfrage hoch und das Angebot knapp ist. Doch nach Einschätzung der Rohstoffexperten der Commerzbank ist das Gegenteil der Fall. Von Petra Maier

An der Elfenbeinküste läuft die Kakaoanlieferung auf Hochtouren. Seit Beginn der Erntesaison Anfang Oktober summiert sich die Menge auf 446 000 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs um fast sechs Prozent. Vieles deutet darauf hin, dass die Elfenbeinküste wie schon in der vergangenen Saison eine Rekordernte einfahren wird. Auch das Wetter spielt wieder mit. Die Befürchtung, dass starke Regenfälle im Oktober an der Elfenbeinküste die Ernte bedrohen würden, löste sich in Sonnenschein auf. Die Bohnen gedeihen bestens.

Stehen hinter dem rasanten Preisanstieg um 20 Prozent seit Anfang September etwa Hamsterkäufe? Rund 60 Prozent der weltweiten Kakaoernte kommen von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Die beiden westafrikanischen Staaten verständigten sich im Sommer darauf, die Bedingungen ihrer Kakaobauern zu verbessern. Die Vereinbarung sieht vor, dass ab der Kakaoernte 2020/21 auf jede Tonne Bohnen aus den beiden Ländern 400 US-Dollar auf den Marktpreis aufgeschlagen werden. Der Mehrerlös soll den Bauern und der heimischen Kakaoindustrie zugutekommen. Die Abnehmer der Bohnen reagierten gelassen auf den Preis­aufschlag. Er wird einfach an den Endkunden weitergereicht.

Gut gemeinter Aufschlag

Denkbar wäre aber auch, dass jetzt ­Käufe vorgezogen wurden und die hohe Nachfrage für die jüngste Preissteigerung verantwortlich ist. Allerdings geht die Rechnung bei dem erreichten Preis nicht mehr auf. Tatsächlich wird für die kommenden Jahre mit einem Angebotsüberhang gerechnet. Der in bester Absicht eingeführte 400-Dollar-Aufschlag könnte Anreiz sein, die Anbauflächen zu erweitern, was das Angebot zusätzlich erhöhen würde. Rekordernten und volle Lagerhallen sollten gemäß den Marktmechanismen Kakao verbilligen.

Auf Sicht von einem Jahr schwankte die Kakaonotiz zwischen 2300 und 2600 Dollar je Tonne. Nach dem Hoch im Juli sackte der Preis innerhalb weniger Wochen um 500 Dollar auf 2100 Dollar ab. Für spekulative Anleger bietet sich jetzt eine gute Gelegenheit, mit den ausgewählten Puts auf einen fallenden Kakaopreis zu wetten.




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