Bitmine hat seine Ethereum-Bestände erneut aufgestockt. Mittlerweile hält das Unternehmen nach eigener Aussage 5,67 Millionen Coins. Ein aktueller Fall zeigt jedoch, dass solche massiven Bestände ein echtes Problem für Kryptowährungen darstellen.
Allein in der vergangenen Woche stockte Bitmine seine Ethereum-Bestände um mehr als 52.000 Coins auf. Das Ziel ist klar formuliert: Der Konzern will fünf Prozent des gesamten ETH-Angebots besitzen. Allerdings setzt Bitmine nicht nur auf Ethereum, sondern hält auch 205 Bitcoin und zudem Anteile an den Krypto-Treasurern Beast Industries und Eightco Holdings, wie aus einem aktuellen Post auf X von Bitmine-CEO Thomas "Tom" Lee hervorgeht. Beast Industries gehört übrigens dem weltweit bekannten Youtuber Jimmy Donaldson, besser bekannt als "Mr. Beast".
Der Bitcoin-Dip Anfang Juni zeigt jedoch, welches Gefahrenpotenzial das Geschäftmodell des Kyrpto-Treasury birgt.
Ähnlich wie Strategy im Bitcoin-Universum ist Bitmine die derzeit größte sogenannte Ethereum Treasury Company am Markt. Das Unternehmen baut seine ETH-Bestände regelmäßig aus. "In der vergangenen Woche haben wir 52.203 ETH erworben. Wir setzen unsere stetige Akkumulation im gesamten Jahr 2026 fort. Wir glauben, dass wir uns in den frühen Phasen des Krypto-Frühlings befinden", schrieb Thomas Lee am 22. Juni auf X. . Er kündigte an, dass Bitmine "voraussichtlich irgendwann im Jahr 2026" die "Alchemie der 5 Prozent" erreichen werde. Anders als Strategy bei Bitcoin staked das Unternehmen 83 Prozent seiner Ethereum-Reserven und generiert daraus regelmäßige Cashflows.
Das Problem ist die enge Kopplung des Konzerns an den ETH-Kurs. Dieser liegt aktuell bei rund 1.650 US-Dollar und notiert damit deutlich unter seinen Höchstwerten aus dem Juli 2025. Noch schlechter sieht es für die Papiere von Bitmine aus. Die Aktie notiert derzeit knapp unter 12 Euro, das ist ein Zehntel des Kurses vor dem großen Ausverkauf im vergangenen Juli. Allein in diesem Jahr hat sich der Kurs glatt halbiert.
Next Generation Silicon Index
Als Alternative zur Krypto-Welt ist der ´"Next Generation Silicon Index" von BÖRSE ONLINE perfekt für alle, die nach dem nächsten KI-Trend suchen. Hier finden Anleger jetzt 15 Werte, die auf Silicon Photonics und optische Netzwerktechnologien setzen.
Der Ausverkauf als Gefahr
Welches Risiko die Treasury-Strategie birgt, zeigt das jüngste Beispiel bei Strategy. Das Unternehmen sieht sich, ähnlich wie Bitmine, als "Long-time-Holder". Allerdings investiert Strategy in Bitcoin, nicht in Ethereum. Aktuell hält das Unternehmen, das früher Microstrategy hieß, über 840.000 Bitcoin was einer Marktkapitalisierung von 35,5 Milliarden US-Dollar entspricht. Ende Mai entschied sich Strategy jedoch erstmals zum Verkauf eines geringen Anteils, um unter anderem Vorzugsdividenden zu finanzieren. Das löste einen deutlichen Kurssturz im Bitcoin-Kurs aus. Dabei war nicht die Menge der Bitcoin entscheidend, denn es waren nur 32, sondern der Fakt, dass Strategy das eigene Versprechen gebrochen hat. Allerdings wollte der Konzern nur kurzfristig an liquide Mittel gelangen. Wenige Tage später kaufte Strategy sogar mehr Bitcoin nach.
Somit sorgten weniger die tatsächlich verkauften Bitcoin, sondern vor allem die Nachricht, dass Strateg überhaupt verkauft, für sinkende Kurse der Kryptowährung. In der Folge veräußerten weitere Inhaber ihre Bitcoin, wodurch der Kurs von 73.400 US-Dollar auf rund 60.300 US-Dollar absackte - innerhalb von einer Woche. Auch die Strategy-Aktie verlor seitdem stark. Am Mittwoch verzeichnete sie ein neues 52-Wochen-Tief und notierte erstmals seit Februar 2024 unterhalb der 100-Dollar-Marke.
Das Narrativ entschied über den Kursverlauf. Geht Bitmine also einen ähnlichen Schritt, könnte hier dasselbe passieren. Allerdings ist die Liquidität im Ethereum-Markt noch einmal deutlich geringer als beim Bitcoin. Eine ähnliche Reaktion des Marktes könnte also noch deutlich gravierendere Folgen für diese Kryptowährung haben und auch die Bitmine-Aktie nach unten ziehen.
Investieren Sie lieber in Aktien als in Krypto? Dann ist der neue Aktienreport "Smart Money greift zu" eine gute Wahl. Darin analysiert BÖRSE ONLINE drei Aktien mit passenden Derivaten, die ein enormes Gewinnpotenzial bieten.
Häufig gestellte Fragen
Warum reagieren Krypto-Kurse so stark auf Verkäufe einzelner Großinvestoren?
Große Marktteilnehmer können das Vertrauen in einen Coin spürbar beeinflussen. Oft reagiert der Markt weniger auf die reine Verkaufsmenge als auf das Signal dahinter: Anleger fürchten dann weitere Abgaben.
Kann ein einzelner Krypto-Verkauf den gesamten Markt bewegen?
Ja, vor allem wenn der Markt ohnehin nervös ist oder der Verkauf als Vertrauensbruch interpretiert wird. Dann kann aus einer einzelnen Meldung schnell ein breiterer Abgabedruck entstehen.
Ist Ethereum anfälliger für Kursschwankungen als Bitcoin?
Ethereum und Bitcoin reagieren beide stark auf Marktnachrichten, aber Bitcoin gilt als liquider und robuster. Deshalb könnten ähnliche Verkaufsimpulse bei Ethereum sogar heftigere Kurseffekte auslösen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Ethereum.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.