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Silber so günstig wie selten: Das sagen die Analysten

Silber so günstig wie selten: Das sagen die Analysten
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14.05.2019 05:10:00

Das Preisverhältnis von Gold zu Silber spricht für einen Aufholeffekt des Edel- und Industriemetalls. Analysten rechnen mit deutlich höheren Kursen. Von Thomas Strohm, Euro am Sonntag

So günstig ist Silber seit mehr als 25 Jahren nicht mehr gewesen - Mitte der vergangenen Woche bekam man für eine Feinunze Gold beinahe 87 Fein­unzen Silber. Das Preisverhältnis der beiden Edelmetalle, die Gold-­Silber-Ratio, war zuletzt Anfang der 1990er-Jahre höher. Verschiedene Analysten erwarten, dass sich Silber in den nächsten Monaten in einem Aufholeffekt besser entwickeln wird als Gold - und sie prognostizieren deutlich höhere Silberkurse bis Jahresende.

Für die im Vergleich zu Gold schlechtere Wertentwicklung von Silber in den vergangenen Monaten wird oft auf dessen Verwendung als Edel- und Indus­triemetall verwiesen. Silber kommt zu 60 Prozent für industrielle Zwecke zum Einsatz - das lahmende globale Wachstum lastete auf dem Preis. Zuletzt gab es indes wieder einige positive Meldungen zur Konjunktur, unter anderem aus China, der Eurozone und den USA.

Abwartende US-Notenbank


Dort hat Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch etwas optimistischere Töne zur konjunkturellen Entwicklung angeschlagen und die abwartende geldpolitische Haltung der US-Notenbank vorerst bestätigt. Mit einer Leitzinserhöhung rechnet fürs laufende Jahr kaum noch jemand. Im Vorfeld der Sitzung hatte es eher Spekulationen um Hinweise auf eine Zinssenkung gegeben.

Entsprechenden Druck auf die Fed versucht auch US-Präsident Donald Trump auszuüben, der sich davon einen Konjunkturschub vor den Präsidentschaftswahlen 2020 erhofft. Die fehlenden Hinweise der Fed auf mögliche Zinssenkungen ließen den Dollar in einer ersten Reaktion zum Euro deutlich an Wert gewinnen. Was wiederum auf den Kursen von Gold und Silber lastete. Denn eine stärkere US-­Währung macht die Edelmetalle für Käufer außerhalb des Dollargebiets in deren Währung teurer.

Verschiedene Konjunkturszenarien


Sollte sich die Wirtschaft in den USA in den nächsten Monaten nicht so entwickeln wie von der Fed erhofft und die Kerninflation nicht wie erwartet anziehen, dürfte die Notenbank kaum zögern und rasch zu Hilfe eilen. Die Analysten des Assetmanagers Bantleon rechnen aus diesen Gründen mit einer Zinssenkung im zweiten Halbjahr. Dies würde auf dem Dollar lasten - was die Edelmetallpreise antreiben könnte. Kommt die globale Konjunktur nach den zuletzt guten Signalen wieder besser in Schwung, sollte die Nachfrage nach Silber aus der Industrie steigen. In beiden Szenarien dürfte der Silberpreis zulegen.

Die LBBW rechnet fürs Jahresende mit einem Kurs von 16 Dollar, die Konsensprognose ist mit 16,75 Dollar sogar noch ein Stück höher. Anleger können mit dem Physical Silver ETC von Xtrackers (ISIN: DE 000 A1E 0HS 6) auf einen höheren Silberpreis setzen.

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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