EDELMETALL-REPORT

Silberpreis: Alarmstufe Rot

Silberpreis: Alarmstufe Rot
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16.09.2018 04:20:00

An den Terminmärkten herrscht unter den spekulativen Marktkräften ein regelrechter Sell-Off. Darauf deutete zumindest der am Freitagabend veröffentlichte Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC hin. Von Jörg Bernhard



Die beiden Edelmetalle Gold und Silber haben sich 2018 bislang ausgesprochen enttäuschend entwickelt und auf Dollarbasis 9,6 bzw. 18,0 Prozent verloren. Dies hat dazu geführt, dass beim Gold/Silber-Ratio mit aktuell 85 der höchste Wert seit zweieinhalb Jahren markiert wurde. Die Kennzahl zeigt an, wieviel Unzen Silber dem Gegenwert von einer Feinunze Gold entsprechen. In der Vergangenheit folgten auf Phasen mit hohem Gold/Silber-Ratios häufig eine Outperformance des Silberpreises gegenüber seinem "großen Bruder" Gold. Doch aufgepasst: Eine Outperformance muss sich nicht zwangsweise in einem steigenden Silberpreis niederschlagen. In Abwärtsphasen würde eine Outperformance auch vorliegen, wenn Silber weniger verlieren sollte als Gold. Grundsätzlich lässt die aktuelle Marktlage aber folgenden Schluss zu: In Relation zu Gold kann man Silber unter historischen Aspekten als "preiswert" bezeichnen.



Erheblichen Gegenwind erfährt Silber derzeit vor allem vom Terminmarkt. Zum zweiten Mal in Folge hat sich an der Comex das allgemeine Interesse an Silber-Futures signifikant reduziert. In der Woche zum 4. September ermäßigte sich die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 227.300 auf 212.400 Futures (-6,6 Prozent). Im Zuge dieser Entwicklung hat sich sowohl bei großen als auch bei kleinen Terminspekulanten die Stimmung erheblich verschlechtert. Bei der kumulierten Netto-Short-Position (Pessimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten führte dies auf Wochensicht zu einer weiteren Eintrübung von minus 1.400 auf minus 14.600 Futures. Dies stellt den stärksten Pessimismus seit über zwanzig Jahren dar.


Verantwortlich hierfür waren vor allem Großspekulanten (Non-Commercials), deren Netto-Short-Position mittlerweile von minus 16.600 auf minus 29.000 Kontrakte abgesunken ist. Eine solch negative Stimmung hat es in dieser Gruppe von Marktakteuren ebenfalls seit über 20 Jahren nicht gegeben. Nur zur Erinnerung: Mitte Juni waren große Terminspekulanten mit 50.000 Kontrakten netto long, also mehrheitlich optimistisch gestimmt. Vor zwölf Monaten lag dieser Wert sogar bei 75.000 Futures. Weniger heftige Stimmungsschwankungen gab es hingegen bei kleinen Terminspekulanten (Non-Reportables) zu beobachten. Sie haben innerhalb einer Woche lediglich ihre Netto-Long-Position von plus 15.200 auf 14.400 Futures (-5,3 Prozent) zurückgefahren. Und auch auf Sicht von mehreren Monaten fiel deren Stimmungseintrübung vergleichsweise moderat aus. Fazit: Seit der Jahrtausendwende war die Stimmung unter den spekulativen Marktakteuren noch nie so schlecht wie aktuell. Es lässt sich natürlich nicht ausschließen, dass diese - in der Regel kurzfristig orientierten Spekulanten - durch anhaltende Verkäufe den Silberpreis weiter belasten werden, auf lange Sicht eröffnet der Kauf von Silber aber erhebliches Gewinnpotenzial.

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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