EDELMETALL-REPORT

Silberpreis: Die Profis sind ratlos

Silberpreis: Die Profis sind ratlos

WKN: A1W34F ISIN: CA60447G1090 Mint Corp

18.08.2018 03:10:00

Bei Silber-Futures konnte man unter den spekulativen Marktakteure keinen eindeutigen Trend ausmachen. Darauf deutete zumindest der am Freitagabend veröffentlichte Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC hin. Von Jörg Bernhard



Was mit Währungen in Extremfällen passieren kann, wenn sich Anlegervertrauen in Luft auflöst, hat mit einem Tagesverlust in Höhe von 14,8 Prozent (gegenüber dem Euro) bzw. 15,8 Prozent (gegenüber dem Dollar) der am Freitag zu beobachtende Kurssturz der türkischen Lira eindrucksvoll aufgezeigt. Wohl dem, der etwas Handfestes wie Gold oder Silber sein Eigen nennen kann.



Innerhalb eines Jahres hat sich nämlich der Silberpreis in türkischen Lira gerechnet um über 60 Prozent verteuert. Auf Sicht von zehn Jahren hat sich das Edelmetall sogar mehr als vervierfacht. Dass dem Euro ein ähnliches Schicksal droht wie der "despotengeplagten" Währung der Türkei darf zwar bezweifelt werden, der Tausch von Papiergeld in substanzhaltiges edles Silber macht aber auch hierzulande Sinn - insbesondere wenn sich dessen Preis auf relativ niedrigem Niveau bewegt.


Das allgemeine Interesse an Silber-Futures bewegt sich aktuell auf Rekordniveau - trotz massiv gedrücktem Preis. So kletterte die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) in der Woche zum 7. August von 226.500 auf das Rekordhoch von 235.400 Futures (+3,9 Prozent). Allein diese Information lässt aber noch keinen Rückschluss auf die aktuelle Stimmungslage unter den Terminspekulanten zu. Deren Strategie besteht bekanntlich vor allem darin, entweder von einem steigenden oder einem fallenden Silberpreis zu profitieren.

Im Berichtszeitraum hat der Optimismus dieser Marktakteure einen massiven Dämpfer erlitten. Innerhalb einer Woche hat sich die kumulierte Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten von 24.100 auf 22.100 Futures (-8,3 Prozent) reduziert. Damit hat sich dieser Wert innerhalb von zwei Monaten mehr als gedrittelt.

Großspekulanten (Non-Commercials) sind dadurch aufgefallen, dass sie ihr Short-Engagement deutlich stärker nach oben gefahren haben als ihre Long-Seite, wodurch sich deren Netto-Long-Position von 5.900 auf 4.300 Kontrakte (-27,1 Prozent) besonders kräftig reduziert hat. Auch kleine Terminspekulanten (Non-Reportables) sind im Berichtszeitraum skeptischer geworden, wenngleich in abgeschwächter Form. Ihre Netto-Long-Position hat sich innerhalb einer Woche von 18.300 auf 17.800 Futures (-2,7 Prozent) lediglich leicht zurückgebildet. Damit fällt deren Zuversicht, obwohl sie gemessen an der absoluten Zahl der Silber-Futures eindeutig das "kleinere Rad drehen", um ein Vielfaches stärker als bei den Großspekulanten aus. In der Vergangenheit war meist ein entgegengesetztes Kräfteverhältnis zu beobachten.

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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