Beim allgemeinen Interesse an Silber-Futures gab es indes negative Vorzeichen zu vermelden. So hat sich in der Woche zum 4. Mai die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 172.500 auf 167.100 Futures (-3,1 Prozent) reduziert. Deutlich bergauf ging es hingegen mit der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten, was in erster Linie auf die Transaktionen großer Terminspekulationen (Non-Commercials) zurückzuführen war. Summa summarum stellte sich im Berichtszeitraum bei allen spekulativen Marktakteuren ein Anstieg von 63.750 auf 68.550 Kontrakte (+7,5 Prozent) und damit zum vierten Mal in Folge ein Anstieg ein. Seit fünf Wochen kennt dieser Indikator nur eine Richtung - und die zeigt ganz klar nach oben.

Besonders zuversichtlich zeigten sich Großspekulanten, was sich in einem Ausbau des Long-Engagements (plus 2.500 Futures) bei gleichzeitigem Zurückfahren des Short-Exposure (minus 2.500 Kontrakte) bemerkbar gemacht hat. Dadurch hat sich deren Netto-Long-Position von 42.800 auf 47.900 Kontrakte (+11,9 Prozent) kräftig erhöht. Der Optimismus kleiner Terminspekulanten (Non-Reportables) geriet hingegen leicht ins Stocken. Ihre Netto-Long-Position hat sich nämlich eine von 20.900 auf 20.700 Futures (-1,0 Prozent) leicht reduziert. Alles in allem kann man das Stimmungsbild an den Terminmärkten dennoch als "sehr gesund" bezeichnen.

Silberchart: Aufwärtsdrang ungebrochen


Unter charttechnischen Aspekten bestimmen weiterhin die Optimisten die Richtung des Edelmetalls. Bei anhaltender Kursrally dürfte ein neues Achtjahreshoch nur noch eine Frage der Zeit sein. Zur Erinnerung: Preise über 30 Dollar pro Feinunze wurden letztmals Anfang 2013 bezahlt. Positiv stimmt bei Silber weiterhin der Blick auf die langfristige 200-Tage-Linie, die sich mittlerweile seit über zwölf Monaten in einem eindeutigen Aufwärtstrend befindet. Für ein hohes Maß an Spannung sorgt nun die Hürde von 29 Dollar. Sollte sie nachhaltig überwunden werden, könnten chartinduzierte Käufe zu einem weiteren Höhenflug führen.

Sollte das Edelmetall jedoch an dieser Marke scheitern, wird eine technische Konsolidierungsphase befürchtet. Erhebliche Verkäufe drohen in einem ersten Schritt, falls die 200-Tage-Linie verletzt wird. Danach müssten dann zwei markante Unterstützungszonen erfolgreich verteidigt werden. Die erste verläuft bei 25 Dollar und die zweite ist im Bereich von 23 Dollar angesiedelt. Ihr Bruch könnte massiven Verkaufsdruck aufkommen lassen.

Gegenüber seinem "großen Bruder" Gold verfügt Silber aktuell aber über einen ganz großen Vorteil. Vom bisherigen Rekordhoch ist das mit großem Abstand günstigsten Edelmetall noch "meilenweit" entfernt, schließlich wurden vor etwas mehr als zehn Jahren für kurze Zeit Silberpreise von rund 50 Dollar bezahlt. Auf Basis aktueller Marktdaten entspräche dies einem Kurspotenzial von über 80 Prozent.

Eine große Mehrheit bedeutender Timingindikatoren sind bei Silber derzeit von optimistischer Natur. Gegenüber der Vorwoche hat sich das Pendel der Charttechnik-Website Tradingview allerdings von "Starker Kauf" auf "Kauf" zurückgebildet. Von insgesamt 26 Indikatoren empfehlen 14 das "Kaufen" (Vorwoche: 17), acht das "Halten" (Vorwoche: 9) und vier das "Verkaufen" (Vorwoche: 0) des edlen Metalls. Grundsätzlich dürfte im Bereich von 29 Dollar die charttechnische Luft allerdings zusehends dünner werden.

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