Beim allgemeinen Interesse an Silber-Futures - ablesbar an der Anzahl offener Kontrakte - war in der Woche zum 26. Oktober jedoch ein leichter Rückgang registriert worden. Dieser sogenannte Open Interest hat sich nämlich auf Wochensicht von 143.700 auf 141.600 Kontrakte (-1,5 Prozent) leicht reduziert. Deutlich optimistischer sind im Berichtszeitraum vor allem große Terminspekulanten (Non-Commercials) geworden, während unter kleinen Terminspekulanten (Non-Reportables) eine wachsende Skepsis auszumachen war. Summa summarum stellte sich bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) aller spekulativen Marktakteure ein markantes Plus von 44.600 auf 51.500 Kontrakte (+15,5 Prozent) ein. Ein noch höherer Wert wurde letztmals Anfang August registriert.

Der wachsende Optimismus der Großspekulanten war vor allem auf den massiven Abbau des Short-Engagements um 7.100 Kontrakte zurückzuführen, während auf der Long-Seite ein marginales Plus von 66.600 auf 66.700 Futures (+0,2 Prozent) zu beobachten war. Dadurch hat sich deren Netto-Long-Position innerhalb einer Woche von 30.350 auf 37.500 Kontrakte (+23,6 Prozent) kräftig erhöht. Unter kleinen Terminspekulanten hat sich die Stimmung nicht nennenswert verändert, was sich an der von 14.200 auf 14.000 Futures (-1,4 Prozent) reduzierten Netto-Long-Position ablesen lässt.

Das Jahr 2021 war bei Silber unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass der von den Terminmärkten ausgehende Verkaufsdruck durch ein starkes Kaufinteresse bei Barren und Münzen teilweise kompensiert wurde. Aktuelle Absatzzahlen der US Mint für die ersten zehn Monate belegen diesen Trend. Von Januar bis Oktober wurde nämlich angesichts einer Auslieferung von "American-Silver-Eagles" mit einem Gesamtgewicht von 26,75 Millionen Feinunzen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Absatzplus in Höhe von neun Prozent erzielt. Für deutsche Anleger drängt sich der Kauf der "Made in USA"-Silbermünzen aufgrund überdurchschnittlich hoher Aufgelder aber eher nicht auf. Am Montagvormittag bot der günstigste Edelmetallhändler diese mit einem Aufgeld in Höhe von 36 Prozent an, während die Aufpreise gegenüber dem reinen Materialwert Exemplare der Marken "Maple Leaf", "Känguru", "Britannia", "Wiener Philharmoniker" oder "Krügerrand" in einer Bandbreite zwischen 18,7 und 21,8 Prozent lagen und somit erheblich attraktivere Renditechancen boten.

Silber: Unter 24 Dollar abgerutscht


Unter charttechnischen Aspekten scheint der Silberpreis das Schlimmste erst einmal überstanden zu haben, schließlich blieb das Edelmetall - obwohl es im September seinen Seitwärtstrend markant verletzt hatte - von chartinduziertem Verkaufsdruck verschont. Mit dem Unterschreiten der Marke von 24 Dollar prallte das Edelmetall an der mittelfristigen 100-Tage-Linie erst einmal ab. Ein deutlich stärkeres Kaufsignal entstünde allerdings, falls die im Bereich von 25,60 Dollar verlaufende 200-Tage-Linie nachhaltig überwunden wird. Dies gilt unter Chartisten nämlich als besonders starkes Kaufsignal und würde zudem helfen, die langfristige Durchschnittslinie nach oben drehen zu lassen. Dies wäre dann als Trendwechselsignal anzusehen. Der Blick auf den Langfrist-Chart deutet zudem auf ein enormes Nachholpotenzial hin, schließlich würde sich der Silberpreis im Falle eines neuen Allzeithoch mehr als verdoppeln, während seinem "großen Bruder Gold" derzeit "lediglich" 16 Prozent für ein neues Rekordhoch fehlen.

Mit Blick auf die charttechnischen Timingindikatoren hat sich das Sentiment gegenüber der Vorwoche leicht eingetrübt, obwohl das Pendel der Charttechnik-Website Tradingview weiterhin auf "Kaufen" steht. Von den insgesamt 26 Indikatoren legen derzeit zehn das "Kaufen" (Vorwoche: 12), neun das "Halten" (Vorwoche: 8) und sieben das "Verkaufen" von Silber (Vorwoche: 6) nahe.

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