Leicht bergab ging es beim allgemeinen Interesse an Silber-Futures. So hat sich in der Woche zum 13. August die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 239.100 auf 233.800 Kontrakte (-2,2 Prozent) reduziert. Deutlich stärkere Veränderungen gab es allerdings bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten zu beobachten. Innerhalb einer Woche war hier ein Minus von 75.300 auf 65.200 Kontrakte (-13,3 Prozent) registriert worden. Somit stellte sich zum zweiten Mal in Folge ein Rückgang im zweistelligen Prozentbereich ein. Für diese Negativentwicklung waren ausschließlich Großspekulanten (Non-Commercials) verantwortlich.

Sie haben nämlich ihr Long-Engagement (minus 8.500 Kontrakte) markant reduziert und zugleich ihre Short-Seite (plus 2.000 Futures) signifikant erhöht. Damit hat sich zum zweiten Mal in Folge deren Netto-Long-Position kräftig reduziert. Diesmal schlug ein Minus von 49.800 auf 39.300 Kontrakte (-21,1 Prozent) zu Buche. Damit haben sie innerhalb von zwei Wochen - zumindest auf dem Papier - fast 3.900 Tonnen Silber verkauft. Einmal mehr hat der Silberpreis diesen Verkaufsdruck bestens weggesteckt. Dies zeugt von einem anhaltend hohen Maß an relativer Stärke.

Besonders interessant: Kleinspekulanten (Non-Reportables) sind erneut optimistischer geworden und haben ihre Netto-Long-Position von 25.400 auf 26.000 Kontrakte (+2,4 Prozent) nach oben gefahren. Dies stellt den höchsten Wert seit über elf Jahren dar.

Silber-ETF: "Smart money" in Kauflaune


Mit einem Marktvolumen von fast sechs Milliarden Dollar gilt der iShares Silver Trust als weltgrößtes physisch besichertes Finanzprodukt auf Silber. Einmal pro Quartal informiert die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) über die aktuellen Beteiligungsverhältnisse institutioneller Investoren. Ende Juni hielt diese Gruppe von Marktakteuren 43,6 Prozent sämtlicher Anteile nachdem sie Ende März auf eine Quote von lediglich 14,7 Prozent kam. Mit einem Anstieg von 431 auf 1.181 ist die Zahl der Finanzinstitutionen förmlich explodiert. Der gestiegene Appetit auf Silber lässt sich aber auch durch eine Gegenüberstellung von Käufen und Verkäufen erkennen. Während nämlich in Q2 20,1 Millionen Anteile von Finanzfirmen gekauft wurden, belief sich die Zahl der Verkäufe auf 15,8 Millionen. Insgesamt drei Adressen haben mehr als eine Millionen Silber-ETFs erworben. Dabei handelte es sich um die Bank of America (plus 3,47 Millionen Anteile), JPMorgan Chase (plus 2,16 Millionen ETFs) und DRW Securities (plus 1,15 Millionen Papiere). Für Privatanleger besteht der Vorteil physisch besicherter Silber-ETFs vor allem darin, dass keine Mehrwertsteuer anfällt. Dadurch eröffnen sich bessere Renditechancen. So überzeugt zum Beispiel der ZKB Silver-ETF (ISIN: CH0183135992) nicht nur durch seinen Lieferanspruch, sondern auch durch den Lagerort in der Schweiz. Damit eignet sich dieses Finanzprodukt als "sicherer Hafen" besonders gut - vorausgesetzt man kann die im Vergleich zu Gold erhöhte Volatilität aushalten.

Unter charttechnischen Aspekten kann man dem Silberpreis derzeit ein hohes Maß an relativer Stärke attestieren. Die Verkaufswelle großer Terminspekulanten wurde bestens verdaut und die Marke von 17 Dollar bislang nur leicht unterschritten. Der seit Herbst vergangenen Jahres zu beobachtende Rebound beläuft sich mittlerweile auf über 20 Prozent. Auch die langfristige 200-Tage-Linie weiß zu überzeugen. Zum einen wurde sie im Juni signifikant überwunden, was in der Chartlehre als klares Einstiegssignal gilt. Zum anderen drehte sie eindrucksvoll nach oben, was unter Chartisten als Trendwechselsignal interpretiert wird. Fazit: Derzeit überwiegen bei Silber ganz klar die positiven Faktoren. Nach der starken Rally können aber Gewinnmitnahmen selbstverständlich nicht ausgeschlossen werden.