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Soja: Ein knappes Gut - Wie Anleger von der Knappheit bei Sojabohnen profitieren

Soja: Ein knappes Gut - Wie Anleger von der Knappheit bei Sojabohnen profitieren
27.01.2021 06:32:00

Die Pflanze ist auf dem Weltmarkt gefragt wie selten zuvor. Von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Auf ein Sechs-Jahres-Hoch ist der Preis für Sojabohnen gestiegen. Global werden rund vier Fünftel der Produktion zu Futtermitteln verarbeitet. Das ist auch der Grund für die Hausse seit Juni 2020. Seitdem ist der Preis pro Scheffel von 8,50 auf 14,30 US-Dollar geklettert.

Denn China kauft fast den gesamten Weltmarkt leer, da es nach der Dezimierung seiner Schweinebestände durch die Schweinegrippe diese wieder auffüllt. Mitte 2021 dürften so viele der Tiere in den dortigen Ställen stehen wie vor Ausbruch der Seuche. Um den Hunger der Mittelschicht nach Fleisch zu stillen, ist China in hohem Maße auf Soja-Importe als Tierfutter angewiesen.

Mehr als 80 Prozent der globalen Exporte stammen aus Brasilien und den Vereinigten Staaten. Wegen des Handelsstreits mit den USA konnte China zuletzt nur noch begrenzt dort Sojabohnen kaufen und wich daher auf Brasilien und Argentinien aus. Dadurch wurde das Land am Zuckerhut mit 54 Prozent Anteil der Top-Exporteur der Erde und überholte sogar die USA.

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Das hat Folgen für Brasilien selbst. Da es Soja in Massen ausführt, wird die Pflanze zu Hause knapp. Eine Folge sind mehr Importe aus Paraguay und Argentinien, die Märkte dort sind leergefegt. Benötigt doch Brasilien als einer der größten Fleischproduzenten weltweit ebenfalls viel Tierfutter.

Überdies haben die Sojazüchter des Staates, in dem die Ernte für 2021 im Februar beginnt, schon im August 2020 rund 80 Prozent davon vorab an China verkauft, was üblich ist. Die folgende Preisrally erwischte sie kalt. Cayron Giacomelli, Großbauer im Hauptanbaugebiet Mato Grosso in Zentralbrasilien, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Kein Mensch konnte sich vorstellen, dass der Sojapreis in solche Dimensionen vordringt."

Da die Vorabverkäufe ohne Garantieversprechen sind und es auch keine Vorauszahlungen gibt, versuchen die Pflanzer am Zuckerhut nun nachzuverhandeln. Das treibt die Preise an den Börsen zusätzlich.

Trockenheit belastet

Hinzu kommt, dass in Brasilien und Argentinien, wo für 2021 Spitzenernten erwartet wurden, wegen anhaltender Trockenheit die positiven Schätzungen wohl bald etwas zurückgenommen werden müssen.

Unsicher ist auch, ob mit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Joe Biden das von seinem Vorgänger Donald Trump geerbte Handelsabkommen über den Kauf festgelegter Mengen Soja in den USA durch Chinesen gültig bleibt oder nachverhandelt wird.

Diese Gemengelage verschiedener Faktoren und eine zunehmende Zahl von Spekulanten an den Terminmärkten, die auf die Rally aufspringen, dürften den Preis weiter anheizen. Anleger können daran mit einem ETC auf Sojabohnen von WisdomTree partizipieren (ISIN: DE 000 A0K RJ7 7). Die jährliche Gebühr beträgt 0,49 Prozent.

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