Die außergewöhnliche Goldpreisperformance des Jahres 2025 lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren. Als starker Preistreiber erwiesen sich allerdings die erheblichen Zuflüsse in Gold-ETFs.

Zahlen für 2025 lieferte kürzlich der World Gold Council (WGC). Ein Blick auf die globalen ETF-Zuflüsse zeigt bei Gold ein klares Muster. Nachdem Gold-ETFs in den Jahren 2021 bis 2023 per saldo Mittelabflüsse verzeichneten, kam es 2024 zu einer spürbaren Trendwende – und 2025 schließlich zu einem regelrechten Boom. Laut WGC-Daten stiegen die weltweiten ETF-Zuflüsse im Jahr 2025 deutlich an und erreichten Niveaus, die zuletzt in den Hochphasen früherer Goldzyklen zu beobachten waren. Im vergangenen Jahr landeten nämlich insgesamt 801,3 Tonnen in dieser Form von Papiergold, was dem höchsten Wert seit 2020 (892,5 Tonnen) entsprach. In Dollar gemessen übertrafen die Zuflüsse jene der Vorjahre sogar um ein Vielfaches. Gegenüber 2024 vervielfachte sich dieser Wert – auch aufgrund des starken Goldpreises – von 3,7 Milliarden auf 88,6 Milliarden Dollar.

Besonders hohe Zuflüsse in Nordamerika

Diese Entwicklung korrespondiert eng mit dem Goldpreisverlauf. Während Gold in den Jahren 2021 und 2022 trotz geopolitischer Spannungen vergleichsweise seitwärts tendierte und 2023 nur moderat zulegte, beschleunigte sich der Aufwärtstrend ab 2024 sichtbar. 2025 folgte mit plus 66 Prozent schließlich ein markanter Preissprung. Die zeitliche Übereinstimmung legt nahe, dass die Rückkehr institutioneller und privater Anleger in physisch hinterlegte ETFs den Markt nachhaltig beeinflusste.

Besonders aufschlussreich ist dabei die regionale Struktur der Zuflüsse. Diese zeigt nämlich, dass Nordamerika mit plus 445,7 Tonnen im Jahr 2025 der mit Abstand größte Treiber war, gefolgt von Asien (plus 215,4 Tonnen) und Europa (plus 131,4 Tonnen). Dies deutet darauf hin, dass Gold vor allem jenseits des Atlantiks wieder verstärkt als wichtiges Anlageinstrument wahrgenommen wurde – weniger als kurzfristige Spekulation, sondern als Portfoliobaustein zur Absicherung gegen die zahlreichen Risiken. Der Goldhunger in Asien ist ebenfalls bemerkenswert: Diese Region hatte in den beiden Vorjahren lediglich Goldzuflüsse von 20,0 Tonnen (2023) und 82,2 Tonnen (2024) verzeichnet.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

Nachvollziehbares Interesse an Gold-ETFs

Wichtig ist jedoch die Einordnung: ETFs wirken im Goldmarkt nicht isoliert. Sie verstärken bestehende Trends, indem sie Nachfrage bündeln und schnell in physische Käufe übersetzen. Gleichzeitig reagieren ihre Anleger sensibel auf Erwartungen zu Zinsen, Inflation und Währungsstabilität. Die starken Zuflüsse 2025 fielen in eine Phase, in der reale Renditen unter Druck standen, Zinssenkungen antizipiert wurden und geopolitische Konflikte das Vertrauen in traditionelle Anlageklassen belasteten. In so einem Umfeld ist das starke Interesse an Gold-ETFs durchaus nachvollziehbar.

Allerdings wirken ETF-Zuflüsse oft prozyklisch. Steigende Preise ziehen Investoren an, deren Mittel verstärken wiederum den Preisanstieg. 2025 dürfte dieser Effekt eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt haben. Gleichzeitig wäre es falsch, die Goldrally ausschließlich auf ETFs zurückzuführen. Zentralbankkäufe auf Rekordniveau, Beschränkungen im Angebot und eine zunehmende Entdollarisierung in Teilen der Welt bildeten das Fundament, auf dem die ETF-Nachfrage aufsetzen konnte.

Fazit: Gold-ETFs waren 2025 kein isolierter Auslöser, aber ein entscheidender Verstärker der Goldpreisentwicklung. Sie kanalisierten globale Kapitalströme in physisches Gold und trugen maßgeblich dazu bei, dass der Preisanstieg an Dynamik und Breite gewann. Diese Form von Papiergold gilt als kostengünstig und liquide handelbar und ist deshalb unter Investoren besonders beliebt. Gegenüber Goldbarren und -münzen weisen sie aber einen gewichtigen Nachteil auf: ihr Kontrahentenrisiko.

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