Kurz vor der Öffnung der Straße von Hormus setzten Trader massiv auf fallende Ölpreise. Der Zeitpunkt wirft Fragen auf: US-Behörden prüfen möglichen Insiderhandel, nachdem ähnliche Wetten bereits mehrfach exakt vor politischen Ankündigungen platziert wurden.

Nur Minuten vor der Meldung, dass der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen würde, haben unbekannte Trader am Freitag eine gigantische Wette auf fallende Ölpreise platziert. Innerhalb von lediglich einer Minute wurden rund 7.990 sogenannte Brent-Futures verkauft, mit einem Gesamtwert von etwa 760 Millionen US-Dollar. Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters:

Vor allem der Zeitpunkt macht stutzig: Die Positionen wurden zwischen 14:24 und 14:25 Uhr deutscher Zeit aufgebaut. Nur rund 20 Minuten später erklärte der iranische Außenminister, dass die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus wieder „vollständig geöffnet“ sei. Kurz darauf bestätigte US-Präsident Donald Trump die Nachricht. In der Folge brachen die Ölpreise deutlich ein und die Börsenkurse schossen nach oben.

Brent-Öl (ISIN: FTREFF000001)

Verdacht auf Insiderwissen

Die auffällige zeitliche Nähe zwischen der Mega-Wette und der politischen Ankündigung weckt Misstrauen. Beobachter sprechen von einer ungewöhnlich großen Einzeltransaktion ohne sichtbaren Auslöser. Laut Reuters prüft die US-Aufsichtsbehörde CFTC nun, ob Marktteilnehmer möglicherweise vorab über nicht öffentliche Informationen verfügt haben könnten. Den Verdacht, der oder die Insider könnten im Umfeld des US-Präsidenten sitzen, weist das Weiße Haus zurück und schließt jede Beteiligung an möglichen Informationslecks aus. Sprecher Kush Desai sprach von „haltlosen und unverantwortlichen“ Vorwürfen.

Den Berichten zufolge hat die CFTC die beiden größten Rohstoffbörsen CME und ICE aufgefordert, detaillierte Handelsdaten zu liefern. Denn die Öl-Wette ist schon der dritte vergleichbare Fall innerhalb von vier Wochen. Schon am 23. März und am 7. April 2026 waren hohe Wetten im Wert von 500 Millionen und 950 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise platziert worden. Auch damals geschah das kurz vor wichtigen Ankündigungen der US-Regierung zu einem möglichen Waffenstillstand im Iran-Krieg.

Unbekannte lagen schon dreimal genau richtig

Solche Transaktionen sind nicht nur auffällig, sie bergen auch erhebliche Risiken: Bewegt sich der Ölpreis in die entgegengesetzte Richtung der Wette, können die Futures schnell wertlos werden. Umso auffälliger ist es, dass die Trader bei allen drei Wetten auf fallende Kurse vom Timing her genau richtig lagen. 

Auch am Aktienmarkt gibt es zuweilen auffällige Deals von Insidern – und zwar ganz offiziell, weil US-Politiker ihre Trades melden müssen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Aktienreport „Insider-Aktien von Trump und Co“. Dieser nimmt drei spannende US-Aktien unter die Lupe, bei denen sich zuletzt republikanische Politiker positioniert haben, was in der Vergangenheit immer wieder ein Signal für bald steigende Kurse war.

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