Die London Bullion Market Association (LBMA) hat die Ergebnisse ihrer jüngsten Analystenumfrage zu den Perspektiven der Edelmetalle veröffentlicht. Die aktuellen Ergebnisse für 2026 haben es in sich – insbesondere bei Gold und Silber.
Der traditionsreiche und weltweit wichtigste Händler von physischem Gold und Silber befragt jedes Jahr ausgewählte Marktstrategen, Banken, Rohstoffhäuser und Edelmetallexperten nach ihren Preisprognosen für das kommende Jahr.
Jährliche Analystenumfrage mit hohem Nutzwert
Grundlage der Erhebung ist der sogenannte „Precious Metals Forecast Survey“, der seit 2010 durchgeführt wird und seither an Bedeutung gewann. Dutzende Analysten aus aller Welt reichen ihre detaillierten Preisprognosen für Gold, Silber, Platin und Palladium ein. Abgefragt werden unter anderem das erwartete Jahreshoch, das Jahrestief sowie der Durchschnittspreis für 2026. Die LBMA veröffentlicht daraus aggregierte Mittelwerte, Extremwerte und Verteilungen – ein einzigartiger Blick auf die Erwartungen professioneller Marktbeobachter.
Zusätzlichen Anreiz schafft ein besonderer Wettbewerb: Die Analysten mit den treffsichersten Prognosen werden am Ende des Jahres ausgezeichnet. Als Preis winken physische Goldbarren – jeweils eine Unze für die beste Prognose in den vier Disziplinen Gold, Silber, Platin und Palladium. In der Branche gilt diese Auszeichnung als ausgesprochen prestigeträchtig und unter Edelmetallanlegern die Prognosen als sehr nützlich.
Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark sich die Erwartungshaltung gegenüber Edelmetallen verändert hat. Vor allem Gold wird von vielen Experten inzwischen nicht mehr nur als Absicherung, sondern als struktureller Profiteur geopolitischer Spannungen, hoher Staatsverschuldung und geldpolitischer Unsicherheit gesehen.
Bullishe Prognosen für Gold und Silber
Für Gold fällt das Meinungsbild außergewöhnlich positiv aus. Während der prognostizierte durchschnittliche Jahrespreis mit fast 4.742 Dollar den tatsächlichen Durchschnittswert (2025) um 38 Prozent übertrifft, was den 12. Anstieg in Folge bedeuten würde, sorgen vor allem die Extremprognosen für Aufsehen. Das höchste genannte Jahreshoch für 2026 liegt bei 7.150 Dollar (ICBC Standard Bank). Besonders bemerkenswert: Insgesamt fünf der befragten Experten rechnen im Jahresverlauf mit einem Erreichen bzw. Überschreiten der Marke von 6.000 Dollar. Noch vor wenigen Jahren galt ein solches Niveau als nahezu utopisch – inzwischen taucht es gleich mehrfach in professionellen Prognosemodellen auf.
Auch beim Silber fallen die Erwartungen ungewöhnlich hoch aus. Prognostiziert wird für 2026 ein durchschnittlicher Silberpreis von 79,57 Dollar, was einem Zuwachs von fast 99 Prozent gegenüber 2025 entspräche. Zwar bleibt das Metall traditionell volatiler und stärker konjunkturabhängig, doch genau diese Kombination aus monetärer und industrieller Nachfrage verleiht den Prognosen zusätzlichen Schub. Das höchste für 2026 genannte Jahreshoch bei Silber beläuft sich auf 165 Dollar (Metals Daily) – ein Niveau, das weit über früheren Rekordständen liegt. Zudem gehen sechs Analysten davon aus, dass Silber im kommenden Jahr zumindest temporär die Marke von 120 Dollar erreichen oder sogar überschreiten kann.
Fazit: Zusammengefasst zeichnen die Ergebnisse des LBMA Precious Metals Forecast Survey 2026 ein außergewöhnlich ambitioniertes Bild. Die Spannbreite der Prognosen ist groß – doch selbst die konservativeren Schätzungen liegen überwiegend über den historischen Durchschnittswerten. Die hohen Extremziele bei Gold und Silber unterstreichen, dass viele Marktbeobachter nicht mehr mit einem klassischen Rohstoffzyklus rechnen, sondern mit einer strukturellen Neubewertung der Edelmetalle.
Lesen Sie auch:
Neue Rekorde bei Gold und Silber: Mit diesen Minenaktien profitieren Anleger jetzt noch
Oder:
Gold: DZ Bank zeigt, wie es jetzt mit dem Kurs weitergeht