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Nordlichter - Übersehen und unterkühlt

Nordlichter - Übersehen und unterkühlt

WKN: 931020 ISIN: US7135693098 Per-Se Technologies Inc.

24.11.2017 10:22:27

Nordeuropas Volkswirtschaften haben sich vergleichsweise unbeobachtet zu einem der Aktivposten Europas entwickelt. Und Kanada tritt gerade jetzt aus dem Schatten des scheinbar übermächtigen Nachbarn USA heraus. Davon können Anleger profitieren.



Europa, das ist für viele Anleger Deutschland, Frankreich oder die Niederlande. Aber Finnland oder Dänemark? Sind auf der Landkarte vieler Investoren nur weiße Flecken. Das ist ein Fehler, wie schon ein schneller Blick auf die Kerndaten der Länder zeigt. Denn die meisten haben durch eine ungewöhnliche Kombination von Staat und Ökonomie eine lukrative Nische im globalen Wirtschaftsgefüge gefunden. Das rechnet sich.




Beispiel Dänemark, Deutschlands direkter nördlicher Nachbar. Dessen jüngste Zahlen zeigen - die Wirtschaft stieg im ersten Quartal 2017 stärker als erwartet. Und auch das zweite Quartal sieht vielversprechend aus. Im Mai zogen zum Beispiel die Exporte wieder an. Und im Juni stiegt der Geschäftsklimaindex so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Wirtschaft wird oft als Wohlfahrtsstaat mit gerechter Umverteilung skizziert. Freilich, auch in Dänemark glänzt die Wirtschaft nicht nur. Eine alternde Bevölkerung und hohe Schulden zum Beispiel lasten auf dem Haushalt. Doch das sind mittelfristige Herausforderungen. Und Herausforderungen hat sich das Land bisher mit nordischen Stoizismus erfolgreich gestellt.

Auch weiter nördlich glänzt der Norden, zumindest teilweise. Schweden hat es mit einer Mischung aus High-Tech-Kapitalismus und Wohlfahrtssystem zu einem hohen Lebensstandard gebracht. Anders als Dänemark, sind sie kein Euro-Mitglied. Dennoch sind sie per Außenhandel eng mit anderen Ländern verzahnt. Holz, Wasserenergie oder auch Eisenerz sind begehrte Güter im Export. Ähnlich wie Dänemark musste auch Schweden in der jüngeren Vergangenheit kämpfen: 2008 rutschte das Land in die Rezession. Erst 2010 ging es wieder aufwärts, hohe Rohstoffexporte und ein erstarkter Bankensektor brachten das Land wieder auf Erholungskurs. Im Juni diesen Jahres zum Beispiel zeigte sich die Messung des Einkaufsmanagerindex einmal mehr über dem Pegelstand von 50 Punkten und signalisierte damit gute Stimmung. Auch die Untersuchung des Verbrauchervertrauens wies in die gleiche Richtung. Von der Dunkelheit skandinavischer Frostnächte kündet derzeit nur vor allem die rekordhohe Verschuldung der Haushalte.

Noch deutlicher zeigt sich die skandinavische Sicht auf die Ökonomie in Norwegen. Dort wirkt eine leistungsstarke Privatwirtschaft mit einem breitschultrigen Staat zusammen, der ein federndes soziales Sicherheitsnetz gespannt hat. Das Geld dazu liefert unter anderem einer der Exportschlager des Landes - Norwegen ist rohstoffreich. Öl macht beispielsweise 20 Prozent der Exporte des Landes aus, es ist damit siebtgrößter Ölexporteur der Welt. In Sachen Gasausfuhr liegt Norwegen sogar auf Rang 3. Teile dieses Wohlstands transferieren die Norweger in einen Staatsfonds, mit rund 860 Milliarden Euro Volumen der größte der Welt. Er soll unter anderem helfen, das Land auf die Zeit vorzubereiten, in der Rohstoffe eine geringere Rolle spielen. Unter dem Strich fahren die Norweger mit diesem Modell gut. Zwischen 2004 und 2007 stiegt die Wirtschaftsleistung stetig, um 2008 sich zu verlangsam und 2009 zurückzufallen. Doch schon 2010 kehrt das Land wieder in die grünen Zahlen zurück.

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Bildquelle: Erandalx/Dreamstime, Werthstein

Rohstoffe in diesem Artikel

Eisenerzpreis 67,89 0,63
0,93
Holzpreis 321,60 0,70
0,22
Uranpreis 28,70 -0,05
-0,17
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