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CO2-Emissionshandel: Höhere Preise für Klimaschutz-Zertifikate - so können risikobereite Anleger mitverdienen

CO2-Emissionshandel: Höhere Preise für Klimaschutz-Zertifikate - so können risikobereite Anleger mitverdienen
10.02.2020 03:05:00

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg fordert den sofortigen Stopp des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase, damit sich die Erderwärmung nicht fortsetzt - für Wirtschaft und Politik eine große Herausforderung. Doch das Problem wird angegangen. So will die Bundesregierung mit dem im Herbst beschlossenen Klimaschutzprogramm die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2030 um 55 Prozent verringern. Von Petra Maier

Der Weg dorthin geht über den Preis für den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 in den Bereichen Verkehr und Wärme. Er gilt als Schlüssel dafür, die Klimaschutzverpflichtungen zu erfüllen, weil er die monetären Anreize schaffen soll, in zukunftsfähige Technologien zu investieren.

Das nationale Emissionshandelssystem startet 2021 mit 25 Euro für eine Tonne CO2. Danach steigt der Preis ­schrittweise bis maximal 65 Euro im Jahr 2026. Nach der Einführungsphase müssen die Verschmutzungsrechte von Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe in den Verkehr bringen, per Auktion ersteigert werden. Die Gesamtmenge der Zertifikate für den CO2-Ausstoß wird entsprechend den Klimazielen begrenzt. Der Preis bildet sich dann am Markt, je nach Angebot und Nachfrage. Der über die Jahre steigende Preis soll den nötigen Schub für mehr Klimaschutz bei den Firmen, aber auch bei den Verbrauchern bringen. Damit ergänzt Deutschland den 2005 eingeführten europäischen Emissionshandel mit einem nationalen für die Bereiche Gebäude und Verkehr. Diese sind bisher vom europäischen Emissionshandel nicht erfasst.

Aufwertung der Zertifikate


Während der nationale Verschmutzungsrechtehandel erst entsteht, blüht der europäische Handel auf. Anfangs scheiterte die marktorientierte Lösung an einem Faktor: Die Zertifikate waren nicht knapp. In der Folge fiel der Preis von anfänglich 30 Euro auf rund fünf Euro. Bei dem Preis investierte niemand in Klimaschutz. Deshalb hat die EU-Kommission die Regeln des Handels reformiert. Die Ausgabe der Zertifikate wird zunehmend beschränkt. Dadurch hat sich der Preis in den vergangenen beiden Jahren erholt. Im abgelaufenen Jahr schwankte er zwischen 18 und 29 Euro. Zurzeit muss die Industrie knapp 25 Euro hinlegen - zu wenig, glauben die Experten der Berenberg Bank. Für 2020 rechnen sie im Schnitt mit einem Preis von 45 Euro, längerfristig sollte er dann bei 65 Euro liegen. Erst auf einem höheren Niveau würde es bei der Strom­erzeugung wirklich zu Verbesserungen kommen. Preistreibend wirke auch, dass es hohe Strafen für Firmen gibt, die nicht genügend Zertifikate haben.

Risikobereite Anleger können mitverdienen. Auf die an den Terminbörsen notierten Future-Kontrakte CO2 European Emission Allowances gibt es neben dem Indexzertifikat (WKN: CU3 RPS) eine Palette von Hebelpapieren mit unterschiedlichen Basispreisen. Wir haben uns für ein konservatives Produkt mit Hebel zwei entschieden.


Bildquelle: Drbouz/iStock, BÖRSE ONLINE

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CO2 European Emission Allowances 25,15 -0,35
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