STRATEGIE & TRADING

Monatsanfangseffekt: Mit dieser Strategie erzielen Anleger die beste Rendite

Monatsanfangseffekt: Mit dieser Strategie erzielen Anleger die beste Rendite

WKN: A2AJ0M ISIN: US34634E1029 FORM Holdings Corp

03.05.2019 11:00:00

Die ersten vier Handelstage sind meist die stärksten eines Monats. Daraus lässt sich eine einfache Strategie ableiten, die Anleger mit ETFs oder Indexzertifikaten ohne großen Aufwand umsetzen können. Richtig spannend wird es, wenn Futures, Hebelprodukte oder CFDs eingesetzt werden. Von Urban Jäkle

Wer freut sich nicht schon auf sein Gehalt oder seine Rente zum nächsten Monatsersten? Für viele Menschen ist dieser Zahltag auch der Startschuss, sich endlich etwas zu kaufen, worauf sie drei oder vier Wochen warten mussten. Solche Einkäufe gibt es regelmäßig zu Monatsbeginn auch an den Börse. Sie lassen Monat für Monat in den ersten Handelstagen die Kurse steigen.

Lediglich am Monatsanfang investiert zu sein ist deshalb eine Strategie, die als einfach und robust gilt. Das ist auch in der Fachliteratur dokumentiert, zum Beispiel im Buch "Saisonale Börsentrends" ("Seasonal Stock Market Trends"), das Jay Kaeppel 2009 verfasst hat. Vor allem auf die ersten vier Tage kommt es an.

Erfolgreich in Schwellenländern


In den meisten Märkten liegt die Trefferquote der Monatsanfangsstrategien für erfolgreiche Trades bei 55 bis 65 Prozent. Am besten funktionierte sie nach einer Rückrechnung, die BÖRSE ONLINE durchgeführt hat, in Schwellenländern, insbesondere in Russland und Brasilien (siehe Tabelle), aber auch in den übrigen BRIC-Staaten. Weniger gut lief es dagegen in Problemländern der Eurozone wie Italien oder Spanien, deren Aktienmärkte in den vergangenen Jahren eher schwächer tendierten. Obwohl das System selbst dort noch Gewinne abwarf, ist es besser, die Monatsanfangstrategie in starken Aktienmärkten anzuwenden.

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Wie die obige Grafik zeigt, ist auch in entwickelten Märkten wie den USA jeder der ersten vier Anfangstage eines Monats im Durchschnitt profitabel. Gründe für den Effekt können zum Beispiel ein erhöhter Mittelzufluss an die Börse zum Monatsende sein, wenn ein Teil der Gehälter und Renten in Sparpläne fließt.

Da Privatpersonen aber in der Regel den Markt selten allein entscheidend beeinflussen können, sind weitere Gründe bei den Großinvestoren und Fondsmanagern zu suchen. Diese wollen zum Monatsende ihre Bilanzen verbessern, indem sie ihre Portfolios aufräumen. Sie verkaufen also vor dem Ultimo schwächelnde Positionen, um dann zu Monatsbeginn gleich wieder in andere Papiere umzuschichten. Dieser Effekt wird auch "Window Dressing" genannt und führt dazu, dass kurz vor Monatsschluss dem Markt Geld entzogen und dann ab dem nächsten Ersten wieder zugeführt wird. Durch diese Effekte gibt es zu Monatsbeginn insgesamt etwas mehr zu investierende Liquidität, was die Kurse im Mittel ansteigen lässt.

Seite 2: 38-Tage-Linie als Verlustbremse


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Bildquelle: 123RF, BÖRSE ONLINE

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