Standardwerte wie Adidas, BMW und SAP kamen in den zurückliegenden Monaten stark unter Druck. Discounter bieten deshalb nun gute Gewinnchancen.

Die Finanzmärkte sind im Konsolidierungsmodus. Über 3.500 Punkte oder 14,7 Prozent büßte der DAX seit seinem Allzeithoch zeitweise ein. Bei Einzelwerten wie Adidas, BMW und SAP fielen die Verluste seit ihrem jeweiligen letztjährigen Hoch mit über 20 Prozent gar noch drastischer aus. Ein Ende dieser Korrekturphase ist angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten noch nicht in Sicht. Phasen wie diese treiben Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn. Für Neueinsteiger bieten sie allerdings über Discountzertifikate interessante Investmentchancen.

Dicke Discounts, zweistellige Renditen

Discountzertifikate beziehen sich stets auf einen Basiswert wie beispielsweise eine Aktie. Bei Emission der Papiere wird zudem ein Cap-Level und eine Laufzeit festgelegt. Notiert die Aktie am finalen Bewertungstag auf Höhe des Cap, erhalten Inhaber der Papiere den Maximalbetrag ausbezahlt. Andernfalls fällt die Rendite kleiner aus. Liegt die Aktie am Stichtag unter dem Kaufkurs des Discountzertifikats, erleiden Anleger einen Verlust.

Nachdem der Rückzahlungsbetrag und damit die Partizipation an einer möglichen Aufwärtsbewegung des Basiswerts begrenzt ist, notieren Discountzertifikate mit einem Abschlag gegenüber dem Aktienkurs. Die hier ausgewählten drei Wertpapiere sind sehr konservativ gewählt. Die jeweiligen Cap-Levels liegen deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs. Dies führt dazu, dass der Discount gegenüber der Aktie mit 17,9 Prozent (SAP) bis 21,2 Prozent (Adidas) recht hoch ausfällt. Der zweite Faktor, der zu den interessanten Konditionen führt, ist die aktuell relativ hohe implizite Volatilität. Je höher die erwarteten Schwankungen sind, umso höher fällt in aller Regel der Abschlag aus. Auf diese Weise haben Anleger die Chance, trotz eines relativ hohen Discounts mit diesen drei Wertpapieren bis Jahresende eine zweistellig Rendite einzufahren.

Endlich mal Freude mit Adidas, BMW, SAP

Den höchsten Discount unter den drei Wertpapieren bietet das Papier auf Adidas. Die Aktie des Sportartikelherstellers bildet seit über einem Jahr einen Abwärtstrend. Ein schwacher Dollar und ein durchwachsenes US-Geschäft drückten auf die Stimmung. Dass die Franken dennoch einen Rekordumsatz verbuchten, wurde von den Anlegern ignoriert. Vielmehr löste das schwache Gewinnwachstum 2025 und die vorsichtige Prognose für das laufende Geschäftsjahr Anfang März eine weitere Verkaufswelle aus. Mit einem KGV von rund 15 und einer Dividendenrendite von 2,2 Prozent erscheint die Aktie jedoch moderat bewertet. Der gewählte Cap liegt auf Höhe des Tiefs von Dezember 2022. Der Kurs des Discounters notiert auf Höhe des Jahrestiefs 2022.

Der Cap des BMW-Discounters liegt im Bereich des Jahrestiefs von 2025, und den Kaufkurs von 58,20 Euro hat die Aktie des Autobauers zuletzt im Sommer 2020 verletzt. Damit haben Anleger noch ­einen gewissen Puffer, denn 2025 verbuchte der Autobauer bei stabilen Absätzen ­einen Margenrückgang. Für 2026 rechnet das Management erneut nur mit einem durchwachsenen Jahr. Mittelfristig soll die neu eingeführte Neue Klasse die Münchner wieder auf die Erfolgsspur bringen. Die relativ günstige Bewertung (KGV von rund acht, Dividendenrendite von 5,5 Prozent) dürfte die Aktie stützen.

Die SAP-Aktie durchläuft derzeit die kräftigste Abwärtswelle seit über 20 Jahren. Befürchtungen, KI-Funktionen könnten dem Softwareriesen einen Umsatzeinbruch bescheren, brachten den gesamten Softwaresektor unter Druck. Konzernchef Christian Klein hält dagegen und erwartet 2026 ein starkes Wachstum. Die Unsicherheiten könnten den SAP-Kurs weiter beherrschen. Der Discounter ist eine gute Möglichkeit, davon zu profitieren.

Derivate_S52_02

Fazit

Die Korrektur an den Märkten sorgt für interessante Konditionen bei Discountern. Selbst konservative Papiere auf Adidas, BMW und SAP bieten zweistellig Gewinnchancen.

Dieser Artikel stammt aus BÖRSE ONLINE 14/2026

Wenn Sie regelmäßig solche Aktientipps vor allen anderen erhalten möchten, empfehlen wir das E-Paper-Abo von BÖRSE ONLINE. Sie erhalten es jetzt zum Vorzugspreis von 7,80 Euro für 4 Ausgaben.


Weiterführende Links