Für die Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft ist das Ende der Blockade der Straße von Hormus natürlich enorm positiv zu werten. Allerdings gibt es auch Unternehmen, die finanziell stark von der monatelangen Sperrung profitiert hatten. Dazu zählte zweifellos auch Equinor. Die Dividendenperle geriet zuletzt unter Druck. Sollte man nun zugreifen?
Equinor hatte über mehrere Monate von den hohen Öl- und vor allem Gaspreisen profitiert. Beim größten westeuropäischen Erdgasproduzenten klingelte die Kasse, da über die Straße von Hormus sonst wichtige Förderstaaten wie Saudi-Arabien, Iran oder Katar exportieren. Dies dürfte demnächst wieder möglich sein, weshalb die Gaspreise für Erdgas in Europa zuletzt auf 42 Euro pro MWh gesunken sind. Zum Vergleich: Im März kostete Erdgas in Europa zwischenzeitlich mehr als 60 Euro.
Dementsprechend dürften die Gewinne für das zweite Quartal bei Equinor sehr hoch ausfallen. Für das Gesamtjahr wird laut den Analystenprognosen von Bloomberg mit einem stattlichen Überschuss von 13,2 Milliarden Dollar beziehungsweise 5,25 Dollar je Aktie gerechnet. Im kommenden Jahr dürfte es dann wieder heißen: back to normal. Der Nettogewinn dürfte 2027 dann auf 10,3 Milliarden Dollar oder 4,25 Dollar pro Anteilschein sinken. Doch auch daraus würde sich lediglich ein KGV von 8 errechnen. Auch gemessen an anderen Bewertungskennziffern ist die Equinor-Aktie relativ günstig bewertet und lockt zudem mit einer üppigen Rendite von fast fünf Prozent.
Gepaart mit der starken Marktstellung in vielen wichtigen Bereichen sowie der soliden Bilanz bleibt Equinor grundsätzlich ein attraktives Investment.
Doch aktuell befinden sich die Öl- und Gaspreise weiterhin in einer klaren Korrekturphase, die auch fundamental durchaus begründet ist. Denn in normalen Zeiten besteht auf beiden Märkten kein Defizit. Nun befürchten die Marktteilnehmer offenbar, dass es noch weiter bergab gehen könnte. Dementsprechend ist die Aktie nun auf den tiefsten Stand seit Mitte März gefallen, weswegen nun Vorsicht geboten ist.
Fazit
In der aktuellen Marktlage drängt sich kein Kauf der Equinor-Aktie an, zumal sich das Chartbild zuletzt wieder deutlich eingetrübt hat. Wer bereits die Anteilscheine des norwegischen Energieriesen im Depot hat, bleibt dabei und beachtet weiterhin den Stoppkurs bei 24,00 Euro.
FAQs
Was ist das Kerngeschäft von Equinor?
Der Schwerpunkt auf der Exploration, Förderung und Vermarktung von Öl und Erdgas. Daneben investiert das Unternehmen zunehmend in erneuerbare Energien und Stromerzeugung.
In welchen Regionen ist Equinor aktiv?
Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf dem norwegischen Kontinentalschelf. Zusätzlich ist Equinor in zahlreichen internationalen Märkten aktiv, darunter Europa, Nord- und Südamerika sowie ausgewählte Regionen in Afrika und Asien.
Zahlt Equinor Dividende?
Ja, Equinor zahlt eine regelmäßige Quartalsdividende. Zusätzlich werden regelmäßig Aktienrückkäufe durchgeführt.