Der Kurs der Allianz-Aktie hat am Donnerstag kurzzeitig die Marke von 400 Euro übersprungen – und rüttelt damit an einer uralten Chartmarke: dem Rekordhoch aus dem Jahr 2000. Das würde ein Ausbruch darüber für Anleger bedeuten.

Die Allianz-Aktie hat heute - für kurze Zeit - eine wichtige psychologische Hürde genommen: Das Papier des Münchener Versicherungskonzerns kletterte erstmals seit 26 Jahren wieder über die Marke von 400 Euro. In der Spitze stieg der Kurs am Donnerstag bis auf 401,60 Euro, bevor er wieder etwas nachgab. Zum Rekordhoch bei 402,66 Euro aus dem Jahr 2000 fehlten der Allianz-Aktie damit nur noch wenige Cent.

Allerdings muss man berücksichtigen, dass das Grundkapital der Allianz anno 2000 aus weniger die Aktien bestand, so dass die Münchener bei einem Kurs von 400 Euro eine Marktkapitalisierung von 98 Milliarden Euro aufwiesen. Durch eine riesige Kapitalerhöhung im März 2003 stieg die Zahl der Aktien um rund 50 Prozent. Deshalb ist die Allianz heute bei einem Kurs von 400 Euro rund 152 Milliarden Euro wert.

Chart-Ausbruch hätte Signalwirkung

Doch schon seit drei Tagen knabbert der Aktienkurs an dieser 400-Euro-Schwelle, die sich damit auch charttechnisch als massiver Widerstand erweist. Dass hier auch das Allzeithoch liegt, macht die Schwelle noch wichtiger. Charttechniker wissen: Wird ein solcher, harter Widerstand einmal überwunden, ist der folgende Kursanstieg häufig umso stärker. Da es für die Aktie danach keinen etablierten Widerstand mehr gäbe, wäre ein deutlicher Sprung über 410 Euro keine Überraschung. 

Umgekehrt gilt aber auch: Scheitert die Aktie weiterhin wiederholt an der Kursmarke, verfestigt sich der Widerstand und dann wäre Aufwärtsdynamik erst einmal gestoppt.

Maßgebend dafür sind immer die Schlusskurse, ein kurzzeitiges Überschreiten im Tagesverlauf, so wie heute, genügt dafür nicht.

Allianz (WKN: 840400)

Starke Fundamentaldaten

Aber es gibt Grund zur Hoffnung, dass es die Allianz wirklich schafft. Denn auch fundamental präsentieren sich die Münchener als Aushängeschild der europäischen Versicherungsbranche: Die Aktie weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 sowie eine Dividendenrendite von 4,35 Prozent auf; eine attraktive Kombination für Investoren. Gleichzeitig verfügt der Konzern über eine prall gefüllte Kasse für mögliche Zukäufe und Partnerschaften.

Die Allianz ist seit Jahren einer der solidesten Dividendenzahler im DAX. Wenn Sie in Ihrem Depot noch stärker auf Dividendenaktien setzen möchten, wäre der "Globale Dividenden Stars"-Index von BÖRSE ONLINE möglicherweise das richtige Investment für Sie. 

Als zusätzlicher Wachstumstreiber könnte sich die von der Bundesregierung angestoßene Reform der Altersvorsorge erweisen. Wer privat für das Alter vorsorgen will, kommt an einem der führenden Anbieter von Lebens- und Rentenversicherungen kaum vorbei – auch wenn das Altersvorsorgedepot vor allem Fonds- und ETF-Lösungen bevorzugt. Man kann aber davon ausgehen, dass der nach Marktanteilen mit Abstand größte deutsche Lebens- und Rentenversicherer längst an einer Antwort darauf bastelt.

Zusatzgeschäft aus dieser Ecke würde die Ertragskraft der Allianz-Gruppe in den kommenden Jahren zusätzlich stärken und damit auch die Bewertung langfristig weiter unterstützen.

Einordnung für Anleger

Dividendenstark, kapitalstark und operativ solide aufgestellt – solche Werte hat man gerne im Depot. Die Allianz-Aktie eignet sich vor allem für langfristig orientierte Anleger, die ein etabliertes Geschäftsmodell, regelmäßige Dividendenausschüttungen oder ein solides Basisinvestment im DAX suchen. Der Ausbruch über das Allzeithoch wäre das Sahnehäubchen auf der starken Kursentwicklung der vergangenen Jahre: Seit September 2022 hat sich der Kurs der Allianz-Aktie mehr als verdoppelt.

Wer noch keine Allianz-Aktien besitzt und jetzt erst einsteigen will, sollten beobachten, ob der Kurs die Marke von 402,66 Euro nachhaltig überwinden und verteidigen kann. Gelingt das, dürfte die Dynamik erheblich zunehmen. Bis dahin bleibt die Lage charttechnisch spannend, aber noch nicht entschieden.

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Häufige Fragen zum Thema

Womit verdient der Allianz-Konzern Geld?

Der Allianz-Konzern verdient sein Geld hauptsächlich in drei zentralen Geschäftsbereichen: dem Versicherungsgeschäft mit Sachversicherungen und privaten Krankenversicherungen, mit den Lebens- und Rentenversicherungen und in der Vermögensverwaltung (Asset Management) Dort besitzt die Allianz bekannte Tochtergesellschaften wie Pimco und Allianz Global Investors, die dort die eigenen Kapitalanlagen und Vermögen Dritter verwalten. Ein sehr großer Teil des Gewinns stammt aus den Anlagen der Kundengelder (Sicherungsvermögen). Die Allianz investiert diese Prämien weltweit in Staats- und Unternehmensanleihen, Aktien, Immobilien und Infrastrukturprojekte.

Warum führte die Allianz im Jahr 2003 eine große Kapitalerhöhung durch?

Die Allianz führte im Frühjahr 2003 eine milliardenschwere Kapitalerhöhung über rund 4,4 Milliarden Euro durch, um ihre durch die Börsenkrise und Milliardenverluste bei der damaligen Tochter Dresdner Bank stark angegriffene Finanzbasis zu stärken. Ziel war es, die Eigenkapitalquote zu verbessern und Abschreibungen auf Aktienbestände aufzufangen. Im eigenen Aktienportfolio mussten damals massive Wertberichtigungen und Kursverluste aufgefangen werden, gleichzeitig belastete die Dresdner Bank die Konzernbilanz schwer. Um das finanzielle Polster wieder aufzustocken und die Solvabilität zu sichern, erhöhte die Allianz damals ihr Grundkapital auf einen Schlag um 50 Prozent.

Wie viel Dividende schüttet die Allianz aus?

Die Allianz hat für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 je Aktie 17,10 Euro Dividende gezahlt, das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr. Es ist geplant, dass die Dividende auch in den kommenden Jahren um zehn Prozent p.a. steigt. Zudem kündigte der Versicherer ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro an.

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Der Autor und der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, sind unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.

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