Allianz-Tochter: Pimco Total Return nicht mehr weltgrößter Anleihefonds
· Börse Online Redaktion
Für Pimco ist es trotzdem eine herbe Niederlage. Das kalifornische Investmenthaus mit seinem Gründer Bill Gross war in der Branche lange Zeit das Maß aller Dinge und freute sich über regen Kundenzulauf. Denn in den guten Zeiten warfen die Investments vergleichsweise hohe Gewinne ab, das Geschäft boomte. Erst in der Niedrigzinsphase verließ den einst als "Bond-König" gefeierten Gross das Glück und die Anleger kehrten ihm den Rücken.
Die Mittelabflüsse beschleunigten sich dann deutlich, als Gross im vergangenen September im Streit mit der Allianz-Führung das Handtuch warf. Gross hatte den Total Return seit 1987 persönlich gemanagt. Der Fonds verzeichnet nun schon seit 24 Monaten in Folge Abflüsse. In der Spitze - ziemlich genau vor zwei Jahren - hatte der Total Return noch etwa 293 Milliarden Dollar verwaltet.
Gross heuerte beim deutlich kleineren Rivalen Janus Capital an. Pimco versucht seitdem, wieder in die Spur zu kommen. Die Allianz installierte ein breiter aufgestelltes Führungsgremium, um nicht wieder nur von einer Person abhängig zu sein. Einen Verkauf schließt der Münchner Dax-Konzern aber aus, da Pimco nach wie vor Gewinne abliefert und die Vermögensverwaltung als zweites Standbein neben dem klassischen Versicherungsgeschäft erhalten bleiben soll.
Die Allianz argumentiert, die Abflüsse aus dem Total Return hätten sich zuletzt abgeschwächt, was Hoffnung auf eine Trendwende mache. Im April zogen Anleger unter dem Strich 5,6 Milliarden Dollar ab - im September waren es dagegen noch 23,5 Milliarden. Pimco soll nun andere Anlageklassen, etwa das Aktiengeschäft, ausbauen, um nicht mehr so abhängig von den Anleihemärkten zu sein. Insgesamt verwaltet die Investmentgesellschaft ein Vermögen von knapp 1,6 Billionen Dollar.
Die Neuausrichtung von Pimco zu steuern, dürfte eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Allianz-Chefs Oliver Bäte sein, der mit der Hauptversammlung an diesem Mittwoch das Ruder von Michael Diekmann übernimmt. Diekmann tritt nach zwölf Jahren ab, will aber irgendwann als Aufsichtsratschef zurückkommen.
Reuters
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