Der Absatz des im DAX notierten Nutzfahrzeugherstellers ist im vergangenen Jahr gesunken. Börsianer aber sehen Signale für eine Trendwende

Das Geschäft mit Nutzfahrzeugen ist stark zyklisch. Die Investmentbank Morgan Stanley hat errechnet, dass die Aktien der Truckhersteller typischerweise den Bestellungen der Branche um drei bis neun Monate vorausfahren. Das gilt sowohl in den Aufwärts- als auch in den Abwärtsphasen. Aktuell sehen die Analysten folgendes Bild: Der nordamerikanische Markt bewegt sich in einer späten Phase des Abschwungs. Europa und Südamerika haben den unteren Wendepunkt erreicht.

Auch bei Daimler Truck gibt es erste positive Signale. Zwar ist der Absatz des Nutzfahrzeugherstellers im vergangenen Jahr um acht Prozent geschrumpft. Die Marke Mercedes-Benz Trucks aber, die vor allem in Europa und Lateinamerika über die Straßen rollt, steigerte den Absatz im Schlussquartal um mehr als elf Prozent. Problemzone bleibt die Sparte Trucks North America, deren Absatz auch zum Jahresende deutlich schrumpfte. Ein kritischer Punkt dort sind die Schutzzölle der Trump-Regierung, durch die Kunden schwer abschätzen können, wie viel Ware sie künftig transportieren müssen.

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Optimistischere Mittelfrist-Prognose

Die Infrastrukturprogramme europäischer Staaten sollten einen positiven Effekt haben. Ein kleiner, an den Aktienmärkten aber womöglich unterschätzter Faktor sind neue Möglichkeiten für die Brummibauer im Rüstungsbereich. Im Herbst gab Daimler Truck eine Kooperation mit dem US-Rüstungskonzern General Dynamics für militärische Logistikfahrzeuge bekannt. Der Analystenkonsens erwartet bei Daimler Truck für das neue Jahr einen zumindest leichten Anstieg des operativen Gewinns (Ebit), für 2027 dann eine deutliche Beschleunigung.

Ein zyklischer Aufschwung würde durch Basiseffekte gehebelt. Krisen werden für Strukturoptimierungen genutzt. Im vergangenen Jahr hatte Daimler Truck seine längerfristigen Ziele angehoben. Über den Konjunkturzyklus hinweg soll die bereinigte Marge im Fahrzeuggeschäft bis zum Jahr 2030 zwischen neun und 13 Prozent liegen. Beide Endpunkte des Korridors liegen zwei Prozentpunkte über der vorherigen Kalkulation.

Spannend wird die Entscheidung zur Dividende. Der Konzern strebt an, circa 40 bis 60 Prozent des jährlichen Nettogewinns auszuschütten. Der Analystenmedian erwartet, dass dieses Mal der obere Rand der Spanne ausgereizt wird und 1,65 Euro je Aktie ausgezahlt werden. Es gibt aber auch Schätzungen, dass es wie im Vorjahr 1,90 Euro gibt. Für die Jahresergebniskonferenz am 12. März wird der Dividendenvorschlag des Vorstands erwartet. Charttechnisch steht die Aktie von Daimler Truck bei 45 Euro an einer wichtigen Schwelle. Ein Durchbruch würde einen klaren Schub geben. Die aktuellen Kursziele der Analysten reichen bis 53 Euro. Wir liegen mit unserer Marke knapp über dem Konsens.

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Daimler Truck AG
Daimler Truck: Der DAX-Konzern verkaufte im vergangenen Jahr 422.510 Lkw und Busse

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