Nachdem es am Vormittag noch nach einem tiefroten Montag an den Börsen ausgesehen hatte, hat sich die Lage am späten Nachmittag überraschend beruhigt. Das sind die Gründe.

„Sell on good news, heißt eine alte Börsenregel. Heute zeigt sich, dass sie auch umgekehrt gilt. „Buy on bad news“, scheinen sich die Börsianer heute gesagt zu haben. Denn kaum hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, dass die Blockade der iranischen Häfen entlang der Straße von Hormus begonnen habe, drehten die Kurse. Und das, obwohl der Ölpreis - wie am Morgen schon - deutlich über der 100-Dollar-Marke blieb.

Der DAX, der um etwa 14 Uhr noch sein Tagestief bei 23.482 Punkten markiert hatte, machte seitdem mehr als 250 Punkte gut und steht um 17.45 Uhr jetzt mit 23.742 Punkten nur noch 0,27 Prozent im Minus. Das ist nicht mehr als an einem ganz normalen Handelstag auch. Der EuroStoxx gab am Ende sogar nur 0,17 Prozent ab.

An der Indexspitze gewinnen Rheinmetall 2,65 Prozent. Aber auch SAP (plus 2,05 Prozent) und Bayer (plus 1,79 Prozent) machen Boden gut. Hart getroffen hat es heute – etwas überraschend – die vom Ölpreis weitgehend unabhängige Deutsche Telekom: Nach einer Herabstufung durch J.P. Morgan verlor die Aktie fast sechs Prozent.

DAX (WKN: 846900)

Dollar und Forinth im Fokus

Spannend verlief am Montag auch der Handel am Devisenmarkt: Dort setzten die Anleger zunächst verstärkt auf den als sicher geltenden US-Dollar. Im Gegenzug war der Euro unter Druck geraten, bevor ab dem Vormittag eine Gegenbewegung einsetzte. „Die bisherigen Marktreaktionen auf diese erneute Eskalation sind in Relation zu den kräftigen Bewegungen nach der Ankündigung der 14-tägigen Waffenruhe moderat“, kommentierten Analysten der Deka Bank die Kursreaktion. Im Handelsverlauf standen zudem keine wichtigen Konjunkturdaten auf dem Programm, die für Impulse hätten sorgen können.

Eine deutlich stärkere Marktreaktion zeigte sich beim Forint. Die ungarische Währung profitierte von der absehbaren Ablösung des langjährigen Machthabers Viktor Orbán, dessen Herausforderer Péter Magyar bei den Parlamentswahlen eine überraschend deutliche Zwei-Drittel-Mehrheit errungen hat. Der Forint gewann zum Euro fast drei Prozent.

Auch die US-Börsen pendeln weitgehend um die Nulllinie. Lediglich der Dow Jones gibt mit 0,5 Prozent etwas mehr ab, was vor allem an Goldman Sachs liegt: Die US-Investmentbank lieferte zwar insgesamt ein Quartalsergebnis über den Erwartungen ab. Doch dabei fiel der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren überraschend schwach aus. Auch dass die Risikovorsorge für Kredite um zehn Prozent stieg, gefällt den Anlegern nicht. Zumal Goldman-Chef David Solomon mehrfach auf anhaltende Unsicherheiten im Markt hinwies. Die Bank-Aktie fiel um drei Prozent.

Für Aufsehen sorgte dagegen die Aktie von Revolution Medicines, die nach einer erfolgreichen Phase-3-Studie zu einem Mittel zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs um 35 Prozent zulegte. der Kurssprung zog auch die Aktien von BB Biotech nach oben, zu dessen größten Portfoliopositionen Revolution gehört.  

Sie möchten auf Turnaround-Aktien setzen?

Dann werfen Sie doch hier einmal einen Blick auf den "Reversal-Index" von BÖRSE ONLINE.


Weiterführende Links

Enthält Material von dpa-AFX