Am Freitag zeigt sich der DAX negativ. Das bewegt den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: Hornbach, ASML, Evonik, Douglas, Vestas, Bitcoin, Meta und FOMO-Risiko an den Börsen.

Der Dax bleibt an seiner Hürde von 25.000 Punkten weiter auf Trendsuche. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex am Freitag vor dem Xetra-Start wieder etwas darunter - mit 0,3 Prozent im Minus auf 24.947 Punkte. Dank des starken Wochenstarts wegen der Friedensvereinbarung im Iran-Krieg lag die Wochenbilanz trotz zuletzt trägen Handels zuletzt bei etwa plus anderthalb Prozent. An der Wall Street war es nach dem Stimmungsdämpfer durch die US-Notenbank zur Wochenmitte am Donnerstag wieder aufwärtsgegangen. An diesem Freitag ruht der Handel dort feiertagsbedingt. Die asiatischen Börsen nahmen den positiven Trend vom Vorabend allerdings nicht auf.

USA: Der US-Aktienmarkt ist am Donnerstag auf Erholungskurs eingeschwenkt. Insbesondere die konjunktursensiblen Technologiewerte zogen an. Anleger reagierten erleichtert auf den weiter gefallenen Ölpreis, nachdem das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Kriegs im Nahen Osten unterzeichnet worden war. Der Krieg hatte zuvor die Ölpreise angetrieben und so Inflationsängste geschürt. Der Dow Jones Industrial legte um 0,14 Prozent auf 51.564,70 Punkte zu. An diesem Freitag ruht der Handel feiertagsbedingt.

ASIEN: Die Aktienmärkte in Asien haben am Freitag überwiegend nachgegeben. Der japanische Leitindex Nikkei 225 büßte zuletzt rund 0,7 Prozent ein. In China, und Hongkong ruhte der Handel unterdessen feiertagsbedingt.

Nachrichten aus Deutschland

Hornbach steigert Umsatz - Höhere Kosten belasten Gewinn

Der Baumarkt- und Baustoffkonzern Hornbach Holding ist mit Umsatzzuwächsen in das neue Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von der guten Entwicklung der Bau- und Gartenmärkte im europäischen Ausland, wie Hornbach am Freitag in Bornheim mitteilte. Operativ verdiente der Konzern wegen gestiegener Kosten aber etwas weniger. Das Management sieht sich hinsichtlich der Prognose für das Gesamtjahr 2026/27 jedoch "auf einem guten Weg".

In den drei Monaten bis Ende Mai stieg der Umsatz um 4,9 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel indessen leicht um 0,5 Prozent auf 161 Millionen Euro. Grund hierfür seien gestiegenen Personalkosten vor allem wegen der Eröffnung neuer Märkte sowie höherer Betriebs- und Sachkosten. Die bereinigte operative Marge sank von 8,5 auf 8,0 Prozent. Unter dem Strich verdiente Hornbach vor Anteilen Dritter 104,2 Millionen Euro und damit 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Zurückzuführen sei dies vor allem auf höhere Zinsaufwendungen sowie negative Währungseffekte.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 bestätigte der Konzern. Den Umsatz erwartet das Management weiter etwa auf dem Vorjahreswert von 6,4 Milliarden Euro oder leicht darüber. Operativ wird auf bereinigter Basis ein in etwa stabiles Ergebnis (Ebit) in Aussicht gestellt. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen einen bereinigten operativen Gewinn von 264,7 Millionen Euro erzielt.

Evonik baut bis Ende 2029 weitere 3.200 Stellen ab - Kurs unter Druck

Der Spezialchemiekonzern Evonik weitet den Konzernumbau mit einem weiteren Stellenabbau noch einmal aus. "Die weltpolitische Lage ist unsicher und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach", sagte Vorstandschef Christian Kullmann am Donnerstag laut Mitteilung. Zugleich werde der internationale Wettbewerb immer härter.

Die Aktie verlor bis zum Handelsschluss 3,2 Prozent. Seit Jahresanfang steht zwar noch ein Kursplus von gut 14 Prozent, aber der Anteilsschein hat innerhalb eines Jahres gut 17 Prozent an Wert verloren.

Vorstand und Sozialpartner hätten sich auf Maßnahmen verständigt, die sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit einbeziehen würden, teilte der MDax-Konzern in Essen mit. Dazu zählt auch ein weiterer Stellenabbau. Von 2027 bis Ende 2029 sollen insgesamt 3.200 Stellen wegfallen, davon 2.150 in Deutschland.

Evonik sieht dafür erhebliches Potenzial durch gesteigerte Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing. Zudem sollen Optionen für eine Verlagerung von Verwaltungsteilen ins Ausland geprüft werden. Bis Ende 2026 sollen bereits durch laufende Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen wegfallen.

"Der Stellenabbau wird auch künftig sozialverträglich gestaltet", sagte Personalvorstand Thomas Wessel. Die Details dazu sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Per Ende März 2026 beschäftigte Evonik mit 30.643 Mitarbeiter mehr als 900 weniger als ein Jahr zuvor.

Zudem kündigte der Chemiekonzern an, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen. Das Geschäftsfeld sei seit Jahren nicht mehr profitabel, hieß es. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten werde 2027 geschlossen. Am Standort Marl sollen 45 Stellen wegfallen, in der Produktionsanlage im chinesischen Shanghai 35 Stellen.

Evonik-Chef Kullmann baut den Konzern schon seit Jahren um, um ihn robuster aufzustellen und um in zukunftsträchtigere Geschäftsfelder zu expandieren. Von Massengeschäften verabschieden sich die Essener, weitere Verkäufe stehen noch an. So strebt Evonik die Trennung vom Geschäft mit Standardchemikalien der Sparte Performance Materials an, zu der neben dem bereits verkauften Superabsorber-Bereich auch der C4-Verbund rund um petrochemische Zusätze für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien zählt.

Um die Komplexität zu reduzieren und die Hierarchien flacher zu gestalten, bündelte Evonik die Chemiegeschäfte in die zwei Sparten Custom Solutions und Advanced Technologies. Der Umbau wirkte sich auch auf den Vorstand aus - und auf das Management. Die beiden tragenden Säulen von Evonik übernahmen im Vorstand vor gut einem Jahr die Amerikanerin Lauren Kjeldsen und die Französin Claudine Mollenkopf.

Das Segment Custom Solutions stellt etwa Produkte für die Kosmetik- und Pharmaindustrie her. Der Bereich soll auch in Nischenmärkten aktiv sein und dort Lösungen für Kunden entwickeln. Im Segment Advanced Technologies werden unter anderem Hochleistungskunststoffe und Wasserstoffperoxid sowie Ergänzungsmittel für die Tier-Nahrung produziert.

Die Gewerkschaft IGBCE nannte die angekündigten Einschnitte einen "harten Schlag für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen". Jetzt müsse sich zeigen, dass die vereinbarten Schutzmechanismen konsequent griffen, erklärte das Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IGBCE, Alexander Bercht. Positiv sei zu bewerten, dass der vereinbarte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen weiterhin gelte und für einen Großteil der Belegschaft Eingriffe in übertarifliche und tarifliche Leistungen verhindert werden seien. "Darüber hinaus konnten Eckpunkte vereinbart werden, die verhindern, dass eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen von Deutschland ins Ausland verlagert wird."

Parfümeriekette Douglas kappt Prognose erneut - Aktie auf Rekordtief

Die Parfümeriekette Douglas hat erneut ihren Jahresausblick gesenkt. Das Konzernumsatzwachstum im Geschäftsjahr 2025/26 (Ende September) wird nun zwischen 0 und 1 Prozent erwartet, der Erlös dürfte damit im Bereich von 4,58 bis 4,63 Milliarden Euro liegen. Das teilte der SDax-Konzern überraschend am Donnerstag in Düsseldorf mit. Zuvor hatte Douglas-Chef Sander van der Laan noch das untere Ende der Bandbreite von 4,65 bis 4,80 Milliarden Euro ins Visier genommen. Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal sei bisher schwächer als erwartet. Die Douglas-Aktie fiel am Nachmittag um gut 7 Prozent und markierte ein Rekordtief.

"Das Kaufverhalten der Kundinnen und Kunden und die Marktbedingungen haben sich spürbar verändert", sagte Konzernchef Sander van der Laan laut Mitteilung und verwies damit auf die bisherige Geschäftsentwicklung im dritten Quartal. Bereits Ende April hatte Douglas seinen Ausblick zurechtgestutzt, weil die Verbraucher mehr auf den Preis achteten und beim Kauf zurückhaltender agierten als gedacht.

Die operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sonderposten (bereinigtes Ebitda) erwartet Douglas im Geschäftsjahr nun nur noch bei rund 15,0 Prozent statt zuvor einen Prozentpunkt höher. Der Verschuldungsgrad dürfte ebenfalls höher liegen als zuvor angepeilt.

JPMorgan setzt Vestas auf 'Positive Catalyst Watch'

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Vestas mit einem Kursziel von 216 dänischen Kronen auf "Overweight" belassen. Akash Gupta drückte den Aktien des Herstellers von Windkraftanlagen zusätzlich den Stempel "Positive Catalyst Watch" auf. Der Experte hält nämlich eine Anhebung der Jahresziele mit dem Halbjahresbericht Mitte August für wahrscheinlich. Dies wäre das erste Mal seit 2016. Eine Branchenkonferenz mit dem Finanzchef Jacob Larsen hat Gupta in seinem Optimismus bestärkt.

Internationale Nachrichten

Bitwise sieht Bitcoin im "Deep-Value"-Bereich – falkenhafte Fed bremst Käufer

Laut Bitwise Investments handelt Bitcoin trotz eines Falls unter 64.000 Dollar nach der jüngsten Fed-Sitzung in einer historisch attraktiven Bewertungszone, da der sogenannte Mayer Multiple – das Verhältnis von Kurs zum 200-Tage-Durchschnitt – unter die Marke von 1,0 gefallen ist, was in der Vergangenheit oft mit Akkumulationsphasen einherging. Gleichzeitig bleibt das tatsächliche Kapitalwachstum im Bitcoin-Netzwerk laut CryptoQuant seit Ende Oktober 2025 in einer Bärenphase, was auf anhaltend zurückhaltende Anlegeraktivität hindeutet. Die Federal Reserve beließ die Zinsen zwar wie erwartet bei 3,5 bis 3,75 Prozent, doch der aktualisierte Zinsausblick mit mehreren erwarteten Erhöhungen sowie eine wachsende Konkurrenz um Anlegerkapital durch Großbörsengänge wie SpaceX, Anthropic und OpenAI – mit zusammen potenziell über 200 Milliarden Dollar Nachfrage – könnten frisches Kapital weiterhin von Bitcoin fernhalten.

USA äußern Bedenken bei ASML wegen möglicher EUV-Maschinenlieferung nach China

US-Handelsminister Howard Lutnick hat ASML-Führungskräften laut Bloomberg in mehreren Treffen mitgeteilt, dass eines der hochmodernen EUV-Lithografiesysteme des Konzerns offenbar entgegen der bestehenden Exportbeschränkungen nach China gelangt sein könnte. ASML weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, niemals eine EUV-Maschine oder speziell dafür entwickelte Komponenten nach China geliefert zu haben – die Geräte werden nur in geringer Stückzahl gefertigt und benötigen permanente Wartung durch ASML-Personal. Die Kontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ASML als erstes europäisches Unternehmen der Geschichte eine Marktkapitalisierung von über 700 Milliarden Dollar überschritten hat, getragen vom anhaltenden KI-Boom im Halbleitersektor.

Ariel Investments warnt vor FOMO-getriebenem Markt

Charles Bobrinskoy von Ariel Investments sieht im aktuellen Höhenflug von Aktien wie Intel klassische Anzeichen von Marktübertreibung – etwa wenn selbst Taxifahrer über KI-Gewinne sprechen. Trotz seiner grundsätzlichen Vorsicht würdigt er Intels bemerkenswerte Kursumkehr, nachdem die Aktie noch vor zwei Jahren als praktisch abgeschrieben galt. Als Alternative zum überhitzten Tech-Sektor verweist Bobrinskoy auf Energiewerte wie Chevron und SLB, die von Entwicklungen in Venezuela profitieren könnten, wobei SLB mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 20 nicht mehr besonders günstig sei.

Meta sichert sich KI-Rechenkapazität von Crusoe für 1,6 Gigawatt

Meta hat laut Bloomberg neue Verträge mit dem Rechenzentrumsbetreiber Crusoe geschlossen, um an zwei Standorten in Texas und Missouri zusätzliche KI-Rechenkapazität von insgesamt rund 1,6 Gigawatt zu sichern – genug, um theoretisch über eine Million US-Haushalte zu versorgen. Der Deal reiht sich in Metas umfassende Infrastrukturoffensive ein, zu der auch das milliardenschwere Hyperion-Rechenzentrum in Louisiana zählt, das künftig bis zu 5 Gigawatt liefern soll. Meta hat bereits Investitionsausgaben von 600 Milliarden Dollar bis 2028 für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zugesagt, was Investoren zunehmend kritisch auf greifbare Erträge aus diesen Ausgaben blicken lässt.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

Häufig gestellte Fragen

Warum stürzt die Douglas-Aktie auf ein Rekordtief?

Die Parfümeriekette senkte ihren Jahresausblick bereits zum zweiten Mal und erwartet nun nur noch ein Umsatzwachstum von 0 bis 1 Prozent statt der ursprünglich angepeilten Bandbreite von 4,65 bis 4,80 Milliarden Euro. Konzernchef Sander van der Laan verwies auf ein spürbar verändertes Kaufverhalten der Kunden, die zunehmend preisbewusster und zurückhaltender agieren. Die Aktie fiel daraufhin um gut 7 Prozent und markierte ein neues Rekordtief, auch die operative Gewinnmarge wurde gleichzeitig nach unten korrigiert.

Ist Bitcoin nach dem Fall unter 64.000 Dollar jetzt eine Kaufgelegenheit?

Laut Bitwise Investments handelt Bitcoin in einer historisch attraktiven Bewertungszone, da der sogenannte Mayer Multiple unter die Marke von 1,0 gefallen ist – ein Niveau, das in der Vergangenheit oft mit Akkumulationsphasen einherging. Allerdings bremst die falkenhafte Fed mit ihrem aktualisierten Zinsausblick die Kauflaune, und gleichzeitig konkurrieren Großbörsengänge wie SpaceX, Anthropic und OpenAI mit potenziell über 200 Milliarden Dollar Nachfrage um dasselbe Anlegerkapital. Das tatsächliche Kapitalwachstum im Bitcoin-Netzwerk befindet sich laut CryptoQuant seit Ende Oktober 2025 weiterhin in einer Bärenphase.

Warum baut Evonik bis 2029 weitere 3.200 Stellen ab?

Vorstandschef Christian Kullmann begründet den verschärften Konzernumbau mit der unsicheren weltpolitischen Lage, anhaltend schwachem Wirtschaftswachstum und härterem internationalem Wettbewerb. Zusätzlich zu den bereits laufenden Sparprogrammen mit rund 2.800 wegfallenden Stellen bis Ende 2026 sollen von 2027 bis Ende 2029 weitere 3.200 Arbeitsplätze gestrichen werden, davon 2.150 in Deutschland. Parallel stellt Evonik sein unprofitables Polyester-Geschäft ein und schließt den Standort Witten.