Auf Monatssicht stehen beide Indizes vor dem besten September seit vier Jahren.



"Nach dem guten September ebnen überzeugende Konjunkturindikatoren dem Dax den Weg zu neuen Höchstständen im Oktober", sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Mit niedrigeren Euro-Kursen als noch im Sommer sei der Weg für den Dax zur 13.000-Punkte-Marke nun frei, ergänzte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Der Euro kostet rund zwei US-Cent weniger als zu Monatsbeginn und macht damit Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Neben möglicherweise langwierigen Koalitionsverhandlungen in Berlin machen Börsianer die Aussicht auf weiter steigende US-Zinsen für den Kursrückgang verantwortlich. Am Freitagnachmittag setzte ein abnehmender Inflationsdruck in den USA dem Dollar allerdings etwas zu. Der Euro erklomm im Gegenzug ein Tageshoch von 1,1829 Dollar. An der Wall Street zeichnete sich eine wenig veränderte Eröffnung ab.

Am Devisenmarkt verbilligte sich das Pfund Sterling am Freitag um mehr als einen halben US-Cent auf 1,3355 Dollar. Auslöser war die Korrektur des britischen Wachstums für das zweite Quartal auf 1,5 von 1,7 Prozent. Das ist das geringste Plus seit 2013. Der Londoner Auswahlindex FTSE profitierte von der schwächeren Währung und legte 0,7 Prozent zu.

VOLKSWAGEN-GEWINNWARNUNG WEGEN "DIESELGATE"



Bei den Aktienwerten geriet Volkswagen unter die Räder: Die Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Abgastests wird das Ergebnis des dritten Quartals mit rund 2,5 Milliarden Euro belasten. "Unerwartet und enttäuschend", kommentierte Branchenexperte Arndt Ellinghorst von Evercore ISI die Gewinnwarnung. "Das bedeutet nicht nur Gegenwind auf der Ergebnis- und Cash-Flow-Seite, sondern auch für die Glaubwürdigkeit des Managements." Die Papiere des Wolfsburger Konzerns verloren zeitweise vier Prozent. Später dämmte die Aktie ihre Kursverluste ein und notierte 1,2 Prozent schwächer.

Bei E.ON kam die Vertragsverlängerung von Konzernchef Johannes Teyssen gut an. Die Papiere weiteten ihre Gewinne bis auf 2,1 Prozent aus.

An der Börse Helsinki katapultierten sich die Titel von Rovio bei ihrem Börsendebut um bis zu 7,3 Prozent nach vorn. Damit wird der Macher des Handy-Spiels "Angry Birds" mit rund einer Milliarde Euro bewertet. Rovio-Papiere, die zu je 11,50 Euro ausgegeben wurden, verteuerten sich bis auf 12,34 Euro.

RISIKOFAKTOR KATALONIEN-REFERENDUM



Kopfschmerzen bereitete Investoren das geplante Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien. Die Zentralregierung will die aus ihrer Sicht verfassungswidrige Abstimmung verhindern. "Bislang gibt es zwar noch keine signifikanten Auswirkungen der Spannungen auf den Markt", sagte Anlagestratege Sebastian Fellechner von der DZ Bank. "Wenn aber spanische und katalanische Polizisten vor den Wahllokalen stehen und darüber diskutieren, ob diese blockiert werden sollen, wird das ein Thema." Vor diesem Hintergrund kletterte der Risikoaufschlag für die Anfang 2020 auslaufenden katalanischen Anleihen zu ihren spanischen Pendants auf rund drei Prozentpunkte - den höchsten Stand des Jahres.