Für den DAX ging es zum Start in die neue Handelswoche steil nach oben. Mit dem Rückenwind der US-Börsen baute der deutsche Leitindex die anfänglichen Gewinne aus und erreichte ein neues Rekordhoch bei zeitweise gut 14.396 Punkten. Nach dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht waren die wichtigsten US-Indizes am Freitag auf Erholungskurs gegangen. Zudem nahm das billionenschwere Konjunkturpaket von Präsident Joe Biden am Wochenende eine entscheidende Hürde, da ihm auch der Senat als zweite Parlamentskammer zustimmte. Am Dienstag soll das Gesetz vom Repräsentantenhaus abgesegnet werden. Präsident Joe Biden könnte es dann im Laufe der Woche unterzeichnen. Belastend wirkten weiterhin steigende Zinsen als Ausdruck von Wachstumsoptimismus und Inflationsängsten. Je besser Konjunkturdaten ausfielen, desto größer werde der Zweifel der Finanzmärkte an einer fortgesetzten expansiven Geldpolitik, sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. In diesem Dilemma steckt der Aktienmarkt seit mehreren Wochen.

Zusätzlichen Schub erhielten die Inflationsspekulationen vom erneuten Anstieg des Ölpreises. Die Sorte Brent aus der Nordsee und die US-Sorte WTI markierten ein 14-Monats-Hoch von 71,38 beziehungsweise ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 67,98 Dollar je Barrel (159 Liter). Auslöser der aktuellen Kurssprünge war ein Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen am Wochenende. Beide Sorten mussten ihre Gewinne jedoch wieder abgeben.

Im DAX sicherte sich die Deutsche Post den Spitzenplatz. Die Aktien bauten dank des angekündigten Aktienrückkaufprogramms für bis zu eine Milliarde Euro ihr Kursplus auf fast sechs Prozent aus. Zudem will der Logistikkonzern die Dividende im Vergleich zum Vorjahr deutlicher anheben als erwartet. Gefolgt wurde die Deutsche Post von Linde und der Deutschen Bank. Als schwächster Wert ging Beiersdorf aus dem Handel.

Was am Montag an der Börse außerdem wichtig war


Deutsche Post kauft Aktien zurück und erhöht Dividende kräftig - Kurssprung
Die Deutsche Post will die Aktionäre am Erfolg des vergangenen Jahres mit Aktienrückkäufen und einer überraschend deutlichen Dividendenerhöhung beteiligen. Der Logistikkonzern kündigte am Montag in Bonn Aktienrückkäufe im Wert von bis zu einer Milliarde Euro an und verwies dabei auf die gute Geschäftsentwicklung. Die Käufe sollen im März starten und maximal ein Jahr laufen. Die Aktien sollen dann eingezogen oder für langfristige Vergütungsprogrammen genutzt werden.

DuPont will Laird Performance Materials für 2,3 Milliarden US-Dollar kaufen
Der US-Spezialchemiekonzern DuPont will Laird Performance Materials für 2,3 Milliarden US-Dollar (1,93 Mrd Euro) kaufen. Das Unternehmen habe diesbezüglich eine endgültige Vereinbarung mit dem Private-Equity-Unternehmen Advent International geschlossen, teilte DuPont am Montag in Wilmington mit. Der Zukauf soll aus vorhandenen Barguthaben bezahlt werden. Die Transaktion werde voraussichtlich im dritten Quartal 2021 abgeschlossen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und anderer üblicher Abschlussbedingungen, hieß es.

Thyssenkrupp will Stahlsparte 'verselbstständigen'
Nach der Absage des Verkaufs der Stahlsparte will sich der Industriekonzern Thyssenkrupp voll auf die Weiterentwicklung seines Kernbereichs aus eigener Kraft konzentrieren. Mit der Beendigung der Gespräche mit Liberty Steel sei "eine wesentliche Richtungsentscheidung" gefallen, sagte Vorstandschefin Martina Merz in einer Mitarbeiter-Information vom Freitag. "Perspektivisch verfolgen wir dabei nun das Ziel, das Stahlgeschäft zu verselbstständigen", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Airbus kassiert im Februar 92 Stornierungen - Auslieferungen ziehen an
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat im Februar Bestellungen über 92 Verkehrsflugzeuge verloren. Zugleich holte der europäische Hersteller aber Aufträge über 11 neue Jets herein, wie er am Freitagabend in Toulouse mitteilte. Die Auslieferung neuer Maschinen nahm nach einem schwachen Jahresstart etwas an Fahrt auf. Nach 21 Jets im Januar lieferte das Unternehmen im abgelaufenen Monat 32 Verkehrsflugzeuge aus.

Sixt will mittelfristig US-Umsatz von einer Milliarde Dollar
Der Autovermieter Sixt will mittelfristig in den USA einen Umsatz von einer Milliarde Dollar erwirtschaften. Kurzfristig dürften die Erlöse dort bereits die in Deutschland erzielten übersteigen, sagten die designierten Firmenchefs Alexander und Konstantin Sixt "Welt am Sonntag". Sixt solle zur Nummer eins in Europa aufsteigen.

Porsche baut Beteiligung an kroatischer Sportwagenfirma Rimac aus
Porsche steckt weitere 70 Millionen Euro in die Partnerschaft mit dem kroatischen Elektro-Sportwagenbauer Rimac. Die Beteiligung an Rimac Automobili werde von 15 auf 24 Prozent erhöht, teilte Porsche am Montag mit. Das Unternehmen aus Sveta Nedelja bei Zagreb entwickelt und baut Hochleistungsantriebe und Batteriesysteme, aber auch eigene elektrische Supersportwagen.

Kreise: General Electric und AerCap wollen Jet-Leasinggeschäft zusammenlegen
Der US-Mischkonzern General Electric (GE) will sein Jet-Leasinggeschäft Gecas Insidern zufolge mit dem irischen Konkurrenten AerCap zusammenlegen. Durch den Deal könnten zwei der weltgrößten Flugzeugfinanzierer gemeinsame Sache machen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Montag unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Der Deal könnte bereits an diesem Montag bekanntgegeben werden. Dem "Wall Street Journal" (WSJ, Sonntag) zufolge könnte der Zusammenschluss ein Volumen von mehr als 30 Milliarden US-Dollar (rund 25,2 Mrd Euro) haben.

IPO: Online-Lieferdienst Deliveroo bestätigt Börsengang in London
Der britische Online-Lieferdienst Deliveroo hat seinen geplanten Börsengang in London bestätigt. Das Unternehmen wolle noch am Montag ein entsprechendes Registrierungsdokument veröffentlichen, teilte Deliveroo in London mit. Dabei sollen neue Aktien ausgegeben sowie bestehende Aktien von ihren Besitzern verkauft werden. Das Unternehmen bietet zwei Klassen von Stammaktien an.

Daimler-Truck-Chef: Zusammenarbeit mit US-Motorenbauer bringt Zeit
Daimler-Truck-Chef Martin Daum sieht in der jüngst verkündeten Zusammenarbeit mit dem US-Motorenbauer Cummins vor allem einen großen Gewinn: Zeit. Zeit, um den Abbau von Arbeitsplätzen als Folge der Transformation möglichst lange hinauszuzögern, wie er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart sagte. "Die Wahrheit, der wir ins Auge sehen müssen, ist: Die Transformation wird Arbeitsplätze kosten", betonte Daum.

rtr/dpa-AFX/iw