"Wir sehen wieder Neu-Einstiege und Aufstockungen von Positionen." Hält die positive Tendenz an besteht nach Ansicht von Marktstratege Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets für die kommende Woche eine gute Chance auf weitere Bestmarken über der magischen 16.000er Marke. Am Freitagnachmittag notierte der Dax knapp darüber. Der EuroStoxx50 lag 0,2 Prozent im Plus bei 4235 Punkten. Auch die US-Börsen nahmen vorbörslich Anlauf auf neue Bestmarken.

Trotz aller Rekorde sei vor zu viel Sorglosigkeit zu warnen, sagten die Strategen der Helaba in ihrem Wochenausblick. Mit der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus trübe sich der wirtschaftliche Ausblick. "Insbesondere Asien tut sich mit der Bekämpfung schwer." Die Teilschließung eines der verkehrsreichsten Containerhäfen der Welt werde weitere Unterbrechungen der Lieferketten mit sich bringen.

NACHFRAGESORGEN WEGEN DELTA-VARIANTE LASTEN AUF ÖLPREISEN


Skeptisch blieben auch die Anleger am Rohölmarkt. Brent-Öl verbilligte sich um bis zu 1,2 Prozent auf 70,44 Dollar je Fass. Die Internationale Energiebehörde IEA hatte wegen der steigenden Delta-Fallzahlen ein gebremstes Wachstum der Ölnachfrage prognostiziert. "Das zehrt immer noch an den Nerven und stoppt die Preisrally", sagte Analyst Jeffrey Halley vom Handelshaus Oanda. Die Virus-Ängste spiegelten sich auch in einem höheren Goldpreis wider. Das als Absicherung genutzte Edelmetall verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1758 Dollar die Feinunze.

ÜBERNAHME TREIBT ZOOPLUS AN


Eine Kursexplosion gab es beim Online-Tierbedarfshändler Zooplus nach einer Übernahmeofferte. Die Papiere sprangen um 43,1 Prozent auf 398,20 Euro. Der US-Finanzinvestor Hellman & Friedman bietet 390 Euro in bar je Zooplus-Aktie.

Anleger stiegen zudem bei Adidas nach dem Verkauf der Sportartikel-Marke Reebok ein. Der Konzern will einen Teil des Erlöses an die eigenen Aktionäre ausschütten, als Dividende oder in Form eines Aktienrückkaufs. Adidas-Aktien gewannen 2,6 Prozent und standen damit an der Dax-Spitze.

Ein Rückschlag bei einem Medikament drückte den Kurs von Ipsen in Paris um neun Prozent. Der Konzern zog den Zulassungsantrag für sein Mittel Palovaroten zurück. Das Produkt soll eine mögliche Behandlung für eine extrem seltene Krankheit sein, die dazu führt, dass Muskeln und Gewebe verknöchern.

Auch bei Varta gab es nach mit Enttäuschung aufgenommenen Wachstumszahlen lange Gesichter. Papiere des Apple-Zulieferers brachen bis zu zehn Prozent auf ein Dreieinhalb-Wochen-Tief von 136,85 Euro. "Letztes Jahr im zweiten Quartal schlug die Pandemie zu und alle kauften die neuen AirPods Pro wie verrückt. Aus Marktsicht gab es also nicht viel Spielraum für weiteres Wachstum", sagte Robert-Jan van der Horst, Analyst von Warburg Research.

rtr