Deswegen machten Investoren nach den Kursgewinnen vom Mittwoch lieber Kasse. Dax und EuroStoxx50 lagen am Nachmittag jeweils 0,2 Prozent im Minus bei 10.870 und 3060 Punkten. Auch an den US-Börsen zeichnete sich eine schwächere Handelseröffnung ab.

China zufolge waren die dreitägigen Gespräche zur Beilegung des Zollstreits mit den USA "umfangreich, tief und detailliert". Dies bilde die Grundlage für eine Klärung der Bedenken, die beide Seiten hegten. Man habe sich darauf verständigt, engen Kontakt zu halten. Börsianer hatten sich allerdings konkretere Aussagen erhofft. "Die Hoffnungen auf ein Ende des Zollstreits sind inzwischen recht groß - und damit auch das Enttäuschungspotenzial", sagte Christian Henke vom Brokerhaus IG. Seit Freitag hat der Dax viereinhalb Prozent zugelegt. Im vergangenen Jahr war es für den deutschen Leitindex um mehr als 18 Prozent bergab gegangen.

An Europas Börsen flogen vor allem exportorientierte Titel wie der Autosektor aus den Depots. Papiere von Continental, Faurecia und Valeo gaben bis zu 4,7 Prozent ab. Bei Continental und Faurecia belastete außerdem eine Herunterstufung durch die Analysten der UBS.

Anleger trennten sich auch von Osram-Papieren, nachdem der Lichttechnik-Konzern von einem wohl unerwartet schlechten Start in das laufende Geschäftsjahr gesprochen hatte. Die Nachfrage nach Leuchtdioden gehe spürbar zurück. Die Aktien brachen um bis zu 9,2 Prozent ein und notierten so tief wie seit sechs Wochen nicht mehr.

Einen schlechten Tag erwischten auch Scout24-Aktionäre. Die Titel des Betreibers der Onlineportale ImmobilienScout24 und AutoScout24 rutschten zeitweise um 6,2 Prozent auf 38,34 Euro. Händlern zufolge berichtete die Online-Publikation Dealreporter, dass die Gespräche von Scout24 mit Finanzinvestoren ins Stocken geraten seien.

US-NOTENBANK WILL ES RUHIGER ANGEHEN LASSEN



Am Devisenmarkt sorgte vor allem die Fed für Gesprächsstoff. Nach den insgesamt vier Zinsanhebungen im vergangenen Jahr will es die US-Notenbank ruhiger angehen lassen. Viele Teilnehmer der Dezember-Sitzung sind laut den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Ansicht, dass die Zentralbank bei der weiteren geldpolitischen Straffung "Geduld" aufbringen sollte. "Die Fed-Protokolle fielen vorsichtiger aus als erwartet", stellten die Analysten der BayernLB fest. "Der Dollar ist daher unter Druck." Der Euro stieg in der Spitze um 0,3 Prozent auf 1,1570 Dollar, den höchsten Stand seit fast drei Monaten.

Das britische Pfund geriet wegen Spekulationen auf Neuwahlen unter Druck und gab bis zu 0,5 Prozent auf 1,2729 Dollar ab. Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn fordert eine Neuwahl, sollte das Parlament den von Premierministerin Theresa May und der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag ablehnen.

rtr