Gepflegte Langeweile war über Jahre hinweg bei diesem Zykliker das Maß aller Dinge. Pünktlich zu Beginn der Hurrikan-Saison in den USA zog der Kurs der Aktie an, flauten die Stürme ab, driftete der Wert wieder südwärts. Die Rede ist von Generac, den meisten Anlegern als Hersteller von Notstromaggregaten für Privathaushalte bekannt.
In den letzten Monaten hat sich das Blatt gewandelt und Generac erhält enormen strukturellen Rückenwind, der sich äußerst positiv auf die Auftragssituation auswirkt. Noch fährt der Wert unter dem Radar der meisten Analysten, die das Gesamtpotenzial der Aktie noch nicht ausreichend würdigen. Jefferies hat letzte Woche den Titel heraufgestuft, doch noch ist Gelegenheit, frühzeitig einzusteigen.
Das US-Stromnetz zeigt zunehmend Anzeichen von Überlastung, da die Nachfrage weiterhin schneller wächst als die Inbetriebnahme neuer zuverlässiger Kapazitäten. Angesichts des raschen Ausbaus der KI-Infrastruktur, der anhaltenden Elektrifizierungstrends und der stetigen Grundlastnachfrage stößt das Netz in vielen Regionen zunehmend an seine Grenzen. Die Verfügbarkeit von Notstromversorgung wird zunehmend zu einer Notwendigkeit, zumal der Bedarf an dezentraler und vor Ort erzeugter Energie erheblich an Bedeutung gewinnt. Das gilt nicht nur für Privathaushalte, sondern zunehmend auch für Unternehmen. Denn eine zuverlässige Stromversorgung bei steigender Energienachfrage ist existenziell geworden. Dieser Umstand eröffnet Generac die Möglichkeit, in der Wertschöpfungskette weiter aufzusteigen und umfassendere, lokal angepasste Erzeugungslösungen für Gewerbe- und Industriekunden anzubieten. Nach einer Expansion könnte Generac zudem als potentieller Übernahmekandidat gehandelt werden, was für zusätzliche Kursphantasie sorgen dürfte.
Ein Hammer-Chart
Im 5-Jahres-Chart auf Wochenbasis hat sich letzte Woche ein Hammer ausgebildet. Diese Candlestick-Formation ist als bullisches Signal zu werten. Verkäufer haben die ganze Woche über den Kurs nach unten gedrückt, doch Käufer haben nach einer Hochstufung des Titels durch Jefferies dem Wert am Freitag einen Kursgewinn von über 9% beschert und die Hammerformation erzeugt. Grundsätzliches zum Chart: Nach einem eklatanten Absturz 2022 bis in die Region von 90 USD hat der Wert rund drei Jahre für eine Bodenbildung benötigt. Ein gutes Zeichen. Denn je länger die Bodenbildung andauert, desto nachhaltiger die anschließende Erholung. Nach mehrfachen Versuchen gelang im Februar 2026 der Ausbruch über die Nackenlinie bei rund 200 USD. Es erfolgte im April regelgerecht der Rückläufer auf den einstigen Widerstand, der sich nun als Unterstützung anbot und mit einem kräftigen Bounce den Kurs nordwärts trieb. Das erste Kursziel befindet sich in der Region von 350 USD, was beim aktuellen Kurs bei Erreichen eine Rendite von rund 30% verheißt. Im nächsten Schritt sind definitiv auch die 500 USD möglich, wenn sich die Story um Generac so positiv weiterentwickelt wie bisher.