Meyer, der 29,5 Prozent an Hawesko ("Jacques Weindepot") hält und dort im Aufsichtsrat sitzt, legte über seine Beteiligungsfirma Tocos am Freitag ein unabgestimmtes Übernahmeangebot für das Unternehmen vor. "Tocos will größter Ankeraktionär werden", sagte ein Sprecher Meyers. Das ist bisher der Vorstandschef mit 30 Prozent. Margaritoff habe von der Offerte erst mit der Veröffentlichung erfahren, erklärte Meyers Sprecher.

Meyer, der Gründer der Textil-Holding CBR (Cecil, Street One) bietet 40 Euro je Hawesko-Aktie, fünf Prozent mehr als den Schlusskurs vom Donnerstag. Mittelfristig will er auch den 1952 geborenen Margaritoff an der Hawesko-Spitze ablösen. Im Vorstand stehe mittelfristig ein Generationswechsel an, hieß es in Meyers Mitteilung. Hawesko war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Über Tocos war Meyer 2005 bei Hawesko eingestiegen. Ihm gehören auch mehrere Weingüter. Würden ihm alle Anteile angeboten, müsste er 253 Millionen Euro locker machen. Sein derzeitiger Anteil ist gut 100 Millionen Euro wert. Anleger spekulieren auf einen Gegenschlag von Margaritoff: Die Aktie legte am Freitag bis zu 11,7 Prozent auf 42,50 Euro zu.

Meyer hat offenbar andere strategische Vorstellungen für Hawesko. Das Unternehmen solle nicht mehr so hohe Dividenden zahlen wie in den vergangenen Jahren. 40 bis 50 Prozent des Nettogewinns reichten auch. Zuletzt habe Hawesko zwischen 65 und 95 Prozent ausgeschüttet. Mit dem eingesparten Geld gelte es, "die starke Marktposition von Hawesko im Kernmarkt Deutschland weiter zu festigen sowie die internationalen Aktivitäten des Unternehmens gezielt auszubauen", erklärte Meyer. Margaritoff hatte im Sommer einen größeren Zukauf angekündigt. Das Objekt der Begierde habe möglicherweise einen dreistelligen Millionen-Euro-Umsatz. Hawesko setzte im vergangenen Jahr 465 Millionen Euro um.

Reuters