Das spürt der Mutterkonzern Hennes & Mauritz (H&M). Mit den Zahlen für das zweite Quartal blieb die Modekette hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Umsatz stieg um nur rund zwei Prozent auf 60,4 Milliarden Schwedische Kronen, umgerechnet 5,82 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn ging zum vierten Mal in Folge zurück. Um ganze 22 Prozent auf 6,01 Milliarden Kronen (579,5 Milliarden Euro).

Anstatt in den H&M-Filialen kaufen die Kunden Kleidung lieber in Geschäften des Branchenriesen Inditex - Zara, Massimo Dutti, Bershka -, die schneller auf aktuelle Trends reagieren können, da sie in Europa produzieren. Oder: Die internetaffine, junge Generation bestellt im Internet. Der Online-Markt wird beim Verkauf von Klamotten immer wichtiger, ist jedoch hart umkämpft. Plattformen wie Zalando oder Asos betreiben keine Filialen, sondern fokussieren sich ganz auf den Versand und die Nutzung von Daten. Konkurrent Inditex verbindet den Online- und Offline-Handel. Zara-Kunden können in ausgewählten Shops die Kleidung anprobieren. Der Kauf findet online statt, die Klamotten werden bis an die Haustür geliefert.

H&M hat das Potenzial des Internethandels zu spät erkannt. Die Schweden wollen ihren Webshop ausbauen und stärker mit dem Geschäft vor Ort verknüpfen. Aber das ist teuer.

Konkurrenz zieht vorbei



Nicht nur im Online-Handel hackt es. Auch im stationären Handel ist die Konkurrenz durch Billiganbieter härter: Auch Ketten wie Primark oder TK Maxx verkaufen günstige Kleidung. Blusen, Schuhe und Taschen von H&M verkaufen sich grundsätzlich schlechter. Die Schweden müssen daher Rabatte geben, um die Kleidung noch los zu bekommen, was auf den Umsatz drückt - dennoch bleiben die Schweden häufig auf den Klamotten sitzen. "Wir haben noch immer viel zu hohe Lagerbestände, " sagte Konzernchef Karl-Johan Persson.

Zudem belastete der Umbau der Logistiksysteme, die zu vorübergehenden Lieferverzögerungen geführt hatten - und das auf einigen Hauptabsatzmärkten, in den USA, Frankreich, Italien und Belgien. Für 2018 ist der Konzern indes leicht optimistisch. "Wir sind auf dem richtigen Weg," betonte der Chef. In skandinavischen und osteuropäischen Ländern habe sich der Umsatz positiv entwickelt. Auch die Investitionen in die digitalen Angebote würden Früchte tragen, sagte Persson. Ob sich im Rest des Jahres dann Wintermäntel, Schals und Pullis dann aber besser verkaufen, bleibt aber abzuwarten.

Absturz



Charttechnisch ist das Papier angeschlagen. Operativ ist das Geschäft schwierig. Bis der Konzern wieder auf den Wachstumskurs kommt, dürfte es noch dauern. Wir bleiben bei der Verkaufsempfehlung.