Fondsmanager
Steffen Weyl kam im Jahr 2008 zu Allianz Global Investors und durchlief dort bis 2010 das hausinterne Global Graduate Programm. Anschließend managte er europäische Aktien- und Long-Short-Strategien und ist seit dem 1. Oktober 2018 für den Industria verantwortlich. Zuvor studierte er Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Bank- und Finanzwesen an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Anlagestrategie
Steffen Weyl investiert beim Industria nicht nur in Industrieaktien, sondern breit gestreut in europäische Aktien. Dabei setzt erstilneutral auf Value- und Growth-Aktien und kann über eine Beimischung sogenannter Pair-Trades auch marktneutral in europäische Aktien anlegen. Insgesamt weicht Weyl nun deutlich stärker vom MSCI Europe Index ab und achtet stärker auf nachhaltige Kriterien. Durch den ESG-Fokus kämen traditionelle Öl- und Tabakwerte beispielsweise deutlich schwerer ins Portfolio. Dagegen gewichtet Weyl ESG-Gewinner bei den Versorgern nun höher.

Portfolio
Weyl hält im Industria rund 70 Einzelwerte, wozu rund zwei Drittel Blue Chips sowie ein Drittel Nebenwerte zählen. Auf der Value-Seite mag Weyl vor allem Rückversicherungen und auf der Growth-Seite Gesundheitswerte. Zu seinen größten Positionen gehören Large Caps wie der deutsche Rückversicherer Münchner Rück (3,9 %) sowie der dänische und französische Gesundheitswert Novo Nordisk (3,4 %) und Sanofi (3,4 %). Zudem hält Weyl Mid Caps wie den norwegischen Versicherer Storebrand (3,9 %), den französischen Rückversicherer Scor(3,9 %) und den französischen Zahlungsdienstleister Worldline (3,9 %). Die meisten Titel stammen aus den Sektoren Finanzen (20,4 %), Grundstoffe (16,5 %), Industrie (15,5 %), IT (12,9 %) und Gesundheit (12,4 %). Regional kommen die Titel überwiegend aus Frankreich (20,0 %), Großbritannien (16,8 %), Deutschland (16,2 %), Schweden (7,7 %) und Finnland (7,1 %).

Rendite-Risiko-Profil
Seit der Auflegung im Januar 1959 hätten Anleger mit dem Industria eine jährliche Rendite von 6,0 Prozent erzielen können. Allerdings betrug sie in den vergangen 20 Jahren lediglich -0,02 Prozent. Zudem stuft der Finanzen Verlag den Industria für sein Rendite-Risiko-Verhältnis in den vergangenen vier Jahren nur mit FondsNote 4 ein. Seit zwölf Monaten befindet sich der Industria jedoch wieder im Aufwind und übertraf den iShares Core MSCI Europe ETF in dieser Zeit um beachtliche zwölf Prozentpunkte.

Fazit
Es ist wieder sinnvoll, den Industria genauer zu beobachten.