Der E-Commerce- und Cloud-Riese Amazon hat mit seinen Zahlen zum 4. Quartal 2025 nicht überzeugt. Der Gewinn reichte den Analysten nicht – und die vom Konzern in Aussicht gestellten, steigenden Investitionen in neue Rechenzentren kommen dieser Tage gar nicht gut an.
Die Messlatte für Amazon lag – wie bei allen Magnificent Seven – hoch: 1,97 US-Dollar Gewinn je Aktie – doch Amazon schaffte „nur“ 1,95 US-Dollar, wie die Zahlen zum 4. Quartal zeigen, die Amazon nach US-Börsenschluss am Donnerstagabend veröffentlichte.
Immerhin stieg der Umsatz mit 213,39 Milliarden Dollar über die Erwartungen, die bei 211,33 Milliarden lagen.
Doch das reichte den Börsianern nicht: Unmittelbar nach Bekanntgabe sackte der Kurs kurzzeitig um zehn Prozent ab und opendelte sich dann bei 7,5 Prozent ein.
Cloud-Wachstum und Werbegeschäft
Wie Anleger spätestens seit SAP und Microsoft wissen entscheidet derzeit an der Börse vor allem das Cloud-Wachstum und der zugehörige Umsatz.
Amazon Web Services sollte laut Analysten 34,93 Milliarden Dollar umsetzen – und schaffte 35,58 Milliarden.
Außerdem ist bei Amazon mittlerweile das Werbegeschäft auf den eigenen Ergebnisseiten im Online-Store eine wichtige Ertragssäule. Dort erwarteten Analysten 21,16 Milliarden Dollar Umsatz. Es wurden mit 21,32 Milliarden nur geringfügig mehr.
Ein Satz bringt das Fass zum Überlaufen
Das ist zu wenig in den Bewertungsregionen der Amazon-Aktie. Was das Fass dann aber vollends zum Überlaufen brachte, war die Anküdingung von Amazon-CEO Andy Jassy, die Investitione in den Aufbau von KI-Rechenzentren noch einmal deutlich nach oben zu fahren. „Angesichts der starken Nachfrage nach unseren bestehenden Angeboten und bahnbrechenden Möglichkeiten wie KI, Chips, Robotik und Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn rechnen wir damit, dass wir bis 2026 insgesamt rund 200 Milliarden US-Dollar in Amazon investieren werden, und erwarten eine starke langfristige Kapitalrendite“, erklärte Jassy in einer Stellungnahme.
Die 200 Milliarden Dollar sind weit mehr als etwa Microsoft in diesem Jahr ausgeben will. Das löste ein Stirnrunzeln aus, denn Analysten hatten „nur“ mit 146,6 Milliarden gerechnet. Die Investoren drückten deshalb nachbörslich reihenweise auf den Verkaufen-Knopf.
US-Börsen schlossen klar im Minus
Zuvor hatten die US-Börsen nach schwachen Arbeitsmarktzahlen tief im Minus geschlossen. In den USA hatten in der vergangenen Woche weit mehr Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet. Der Dow büßte daraufhin 1,20 Prozent oder 600 Punkte auf 48.908,72 Zähler ein. Allerdings hatte er am Dienstag ein Rekordhoch erreicht. Der S&P 500 gab um 1,23 Prozent auf 6.798,40 Zähler nach. Und der bereits in den Vortagen arg gebeutelte Nasdaq 100 sackte um 1,38 Prozent auf 24.548,69 Punkte ab und fiel damit auf den tiefsten Stand seit November.
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