Der KI-Boom hat den S&P 500 auf Rekordniveau katapultiert. Doch Goldman Sachs warnt vor den Konsequenzen der Milliarden-Investitionen.
KI beflügelt die Börsen - das hat nicht nur der Rekord-IPO von SpaceX gezeigt. Auch der S&P 500 verzeichnet Höchststände. Doch nun warnt die US-Investmentbank Goldman Sachs vor einem Bumerang-Effekt.
Goldman Sachs erwartet immense KI-Kosten bei Tech-Giganten
In einem Bericht vom 12. Juni erklärt Goldman-Sachs-Stratege Ben Snider, dass der jüngste Profitabilitätsschub im S&P 500 vor allem auf ausgeweitete Gewinnmargen zurückzuführen ist – insbesondere bei den größten Technologieunternehmen. Goldman Sachs schätzt, dass die sieben größten Tech-Werte – darunter Nvidia, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta, Apple und Broadcom – gemeinsam eine Eigenkapitalrendite von 44 Prozent erzielen, was einem Anstieg von neun Prozentpunkten innerhalb der vergangenen drei Jahre entspricht.
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Allerdings tragen viele dieser Tech-Unternehmen gerade die Kosten des KI-Infrastrukturrennens. Goldman Sachs schätzt, dass die großen Cloud-Betreiber wie Amazon oder Alphabet im Jahr 2026 rund 770 Milliarden US-Dollar für KI-Investitionen ausgeben werden – das entspricht nahezu 100 Prozent ihres operativen Cashflows.
Der Anteil der Abschreibungen und Amortisierungen am Umsatz der Hyperscaler könnte laut der Bank von sieben Prozent im Jahr 2022 auf zwölf Prozent bis 2027 steigen. Die Folge: die Eigenkapitalrendite der größten Technologieunternehmen wird im kommenden Jahr im Schnitt um sieben Prozentpunkte sinken, so Goldman Sachs. Der stärkste Rückgang wird dabei von Apple erwartet, gefolgt von Nvidia, Alphabet und Meta.
Anleger: Langfristige Wette auf KI trotz Belastungen bei Profitabilität
Goldman Sachs bewertet den KI-Investitionszyklus aber nicht als rein negatives Signal für die Unternehmensrentabilität. Die Bank verweist auf steigende Umsatzschätzungen, wachsende Auftragsbestände und sich ausweitende Margen bei den großen Cloud-Anbietern, die sie als Belege dafür sieht, dass die KI-Investitionen beginnen, Früchte zu tragen. Die Goldman-Sachs-Analysten erwarten zudem eine verbesserte Wirtschaftlichkeit von KI-Modellen, da die Rechenkosten pro Token sinken, während sich die Preisgestaltung stabilisiert.
Auch langfristige Anleger können davon profitieren. Goldman Sachs geht zwar davon aus, dass der KI-Infrastrukturausbau kurzfristig die Profitabilität der größten Technologieunternehmen belasten könnte – doch die Bank glaubt, dass die breiteren Produktivitätsvorteile der KI diese Belastungen letztlich teilweise ausgleichen könnten.
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Häufige Fragen
Was ist der S&P 500?
Der S&P 500 (Standard & Poor's 500) gilt als einer der einflussreichsten Aktienindizes der Welt. Er bündelt die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA und dient Investoren weltweit als Maßstab für die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft.
Wer ist Goldman Sachs?
Die Goldman Sachs Group, Inc. ist eine der weltweit größten und einflussreichsten Investmentbanken und Finanzdienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in New York City. Das 1869 gegründete Unternehmen dominiert den globalen Wertpapierhandel, die Vermögensverwaltung und die Beratung bei Fusionen und Übernahmen (M&A).
Welche Tech-Unternehmen profitieren am meisten vom KI-Boom?
Halbleiterhersteller wie Nvidia sind die größten Gewinner: Hohe Nachfrage und begrenzte Kapazitäten treiben ihre Margen auf nahezu 50 Prozent, so Goldman Sachs. Cloud-Anbieter wie Alphabet, Amazon oder Microsoft hingegen investieren massiv in KI-Infrastruktur – mit Kapitalausgaben in Höhe von rund 770 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. Das belastet kurzfristig ihre Rentabilität und Eigenkapitalrendite.
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