Die Lufthansa meldet solide Zahlen und sieht trotz Iran-Krieg Chancen auf ihren wichtigen Langstrecken-Verbindungen. Anleger reagieren positiv.

Die Aktie der Lufthansa reagiert positiv auf die Veröffentlichung der Geschäftszahlen am Freitag. Denn der Konzern erfüllte mit seinen Ergebnissen für 2025 weitgehend die Erwartungen der Analysten. Gleichzeitig sieht Vorstandschef Carsten Spohr im aktuellen Umfeld sogar neue Wachstumschancen auf wichtigen Interkontinentalrouten.

Solide Zahlen und steigende Dividende

Die Lufthansa hat am 6. März ihre endgültigen Geschäftszahlen vorgelegt und damit die Erwartungen des Marktes weitgehend erfüllt. Der Umsatz stieg 2025 um rund fünf Prozent auf den Rekordwert von 39,6 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um knapp ein Fünftel auf 1,96 Milliarden Euro und lag damit ziemlich exakt im Rahmen der Analystenschätzungen. Unter dem Strich ging der Nettogewinn zwar aufgrund negativer Steuereffekte zwar leicht zurück: Der Überschuss sank um drei Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Dennoch plant der Konzern eine höhere Ausschüttung an die Aktionäre. Die Dividende soll um zehn Prozent auf 0,33 Euro je Aktie steigen.

Auch operativ hat sich der Konzern stabilisiert. Die Kernmarke Lufthansa Airlines kehrte mit einem bereinigten operativen Gewinn von rund 150 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von etwa 90 Millionen Euro zu Buche stand.

Iran-Krieg verändert Wettbewerbslandschaft

Der Krieg im Nahen Osten sorgt derzeit für starke Verwerfungen im internationalen Flugverkehr. Für die Lufthansa ergibt sich daraus jedoch auch eine unerwartete Chance, glaubt Airline-Chef Sport. Da wichtige Drehkreuze der Golf-Airlines betroffen sind, beobachte der Konzern bereits eine steigende Nachfrage auf seinen Strecken nach Asien und Afrika.

Die Lufthansa prüft daher laut Spohr eine Ausweitung ihrer Flugfrequenzen etwa nach Singapur, Indien, China und Südafrika. Der Vorstandschef sieht hier kurzfristig eine zusätzliche Nachfrage, da viele Passagiere derzeit Verbindungen über die Golfregion meiden.

Gleichzeitig bleibt die Lage auch für Airlines unsicher. Der Konflikt mit dem Iran hat die Ölpreise stark steigen lassen, was bald auch den Kerosinpreis nach oben treiben dürfte.

Sparprogramm und Flottenmodernisierung

Auch deshalb setzt die Lufthansa weiterhin auf interne Effizienzprogramme. Das laufende Sanierungsprogramm für die Kernmarke soll 2026 Bruttoeinsparungen von rund 1,5 Milliarden Euro bringen. Bis 2028 peilt der Konzern Einsparungen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro an.

Unterstützt wird dies durch eine Modernisierung der Flotte. Neue Langstreckenjets wie die Boeing 787 „Dreamliner“ sollen den Treibstoffverbrauch senken und so helfen, die Kostenstruktur zu verbessern.

Gegen steigende Energiepreise hat sich der Konzern zudem teilweise abgesichert: Rund 80 Prozent der Treibstoffkosten für 2026 sind bereits gehedgt. Finanzvorstand Till Streichert erwartet Treibstoffkosten von etwa 7,2 Milliarden Euro in diesem Jahr, das wäre sogar etwas weniger als im Jahr zuvor.

Das sagt die Charttechnik zur Lufthansa-Aktie

Trotz der ermunternden Geschäftszahlen sollten Anleger die charttechnische Lage nicht übersehen:

Ausgelöst durch den Irankrieg kam es am 2. März 2026 zu einem Kurssturz von vorübergehend über elf Prozent. Zudem trat an diesem Tag auch zu einer Kurslücke ("Gap") auf: Eröffnungs- und Schlusskurs blieben unter dem Vortagesschlusskurs. Direkt nach dem heftigen Kurssturz erholte sich der Kurs jedoch intraday und eröffnete am Folgetag auch höher. Die Aktie versuchte also, die zuvor entstandene Kurslücke zu schließen. Nachdem dies aber nicht gelang, setzte die Aktie in den Folgetagen den eingeleiteten Abverkauf fort.

Damit erfüllt der Chartverlauf leider (knapp) die Kriterien einer sogenannten "Dead Cat Bounce"-Chartformation: Dramatischer Absturz (mindestens zehn Prozent, oft 20 Prozent oder gar mehr), der in der Regel mit einer Kurslücke einhergeht. Auf den Kurssturz folgen eine Reaktion nach oben (Bounce) und dann ein weiterer Kursrückgang. Das ganze vollzieht sich wie bei einem aufprallenden Ball: Je tiefer der Kurssturz, desto stärker die Reaktion nach oben.

Anleger sollten dazu wissen, dass in dieser Konstellation in 81 Prozent der Fälle der Aktienkurs in den folgenden Wochen unter den Tiefpunkt des initialen Kurssturzes stürzt. Aktuell befindet sich die Lufthansa-Aktie noch knapp über diesem Tiefpunkt, weshalb mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit vorübergehend weiter sinkende Kurse zu sehen sein werden.

Fazit

Fundamental ist eine erfreuliche Entwicklung bei der Lufthansa-Aktie auszumachen, weshalb Anleger diesen Titel mittelfristig wohl nicht liegen lassen sollten. Aber das Timing für den Einstieg ist wichtig: Wahrscheinlich gibt es in den kommenden Tagen und Wochen noch bessere Momente als heute.

Die Lufthansa-Aktie ist eine laufende Empfehlung der Börse-Online-Redaktion mit einem Kursziel von 11 Euro.

Hufige Fragen zur Lufthansa-Aktie:

Ist die Lufthansa eine regelmässige Dividendenzahlerin?
Nein, in den Jahren 2019 bis und mit 2022 gab es für die Aktionäre keine Dividende.

Wie hoch ist die aktuelle Dividende und die Dividendenrendite?

Die Lufthansa will in 2026 33 Cent Dividende zahlen. Damit beträgt die Dividendenrendite knapp vier Prozent.

Wie lautet die Konsenseinstufung der Analysten für diesen Titel?
In den letzten drei Monaten lautete das Konsensvotum "Neutral" mit einem Kursziel von 8,90 Euro.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.

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