Luftfahrtbetreiber genießen an der Börse einige Aufmerksamkeit, doch trotzdem sprechen die Fakten gegen ein langfristiges Investment in diesen Sektor. Sollten sich Anleger hier also fernhalten?

Lufthansa & Co. sind bekannte Namen auch an der Börse, doch die Historie zeigt, dass man sich von Luftfahrtaktien besser fernhalten sollte. Hier sind drei Gründe, niemals in diesen Sektor zu investieren:

Warum Sie nie in Luftfahrtunternehmen investieren sollten: Insolvenzrisiken

“Mit Luftfahrtaktien lässt sich kein Geld verdienen”, heißt es schon seit Mitte der 80er-Jahre in den USA und das nicht zu Unrecht. Flugbetreiber gehörten in der Vergangenheit zu den klaren Underperformern und waren nicht in der Lage, auch nur ansatzweise wie der breite Markt zu laufen. Das liegt auch an einer hohen Zahl an Insolvenzen in dem Sektor. Dies sind beispielsweise die führenden nordamerikanischen, börsennotierten Luftfahrtbetreiber, welche im Verlauf der vergangen 40 Jahre Insolvenz anmelden mussten:

Braniff (1982), Continental (1983), Eastern (1989), Pan American (1991), America West (1991), TWA (2001), US Airways (2001), United (UAL) (2002), Air Canada (2003), US Airways AGAIN (2004), Northwest (2005), Delta (DAL) (2005), Frontier (2008), American (AAL) (2011)

Warum Sie nie in Luftfahrtunternehmen investieren sollten: schlechte operative Ausgangslage

Doch stellt man sich die Frage nach dem Grund dieser häufigen Insolvenzen, dann wird auch klar, warum ein Investment in die Luftfahrt wohl wenig Freude machen könnte. Denn das Geschäft mit Flugzeugen ist kaum skalierbar, weist sehr niedrige Margen auf und steht gleichzeitig in ständig hohen Konkurrenzdruck.

So schießen aufgrund der vergleichsweise niedrigen Markteintrittsbarrieren jedes Jahr neue Anbieter aus dem Boden, die den etablierten Unternehmen zusetzen. So etwas wie einen Burggraben für bereits am Markt tätige Geschäftsmodelle scheint es nicht zu geben.

Warum Sie nie in Luftfahrtunternehmen investieren sollten: Der Druck steigt

Aber als wären das nicht genug der Probleme, so dürfte es in den kommenden Jahren noch schwieriger für die Branche werden. Der Zwang zur grünen Transformation könnte sich zu einem Milliardengrab für viele Anbieter entwickeln und die Vorgaben der Politik sind zumeist noch lange nicht umsetzbar.

Hinzu kommt das politisch aufgeladene Klima in dem Sektor, der immer wieder aufgrund von Streiks im Fokus steht. Gerade steigende Personalkosten, politische Regulierungen und mehr Umweltanforderungen dürften deswegen auch in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass sich ein langfristiges Investment in Luftfahrtunternehmen wohl nicht lohnt.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Lufthansa.