Nachdem Meta erst vor kurzem einen Chip-Deal mit Nvidia geschlossen hatte, setzt der Facebook-Konzern nun auch auf den Konkurrenten AMD. Die AMD-Aktie springt deutlich an, weil Anleger den nächsten Großauftrag im KI-Boom wittern. Zumal sich Meta sogar direkt am Chipfertiger beteiligt.

Die Milliarden-Investitionen rund um den KI-Boom erreichen eine neue Stufe: Meta Platforms hat am Dienstag einen milliardenschweren Chip-Deal mit Advanced Micro Devices (AMD) abgeschlossen – nur eine Woche, nachdem der Konzern bereits einen Großauftrag für Nvidia angekündigt hatte.

Größter AMD-Auftrag aller Zeiten

Im Rahmen einer mehrjährigen Vereinbarung wird Meta von AMD Grafikprozessoren (GPUs) mit einer Leistung von bis zu sechs Gigawatt in seinen KI-Rechenzentren einsetzen. Zusätzlich kommen auch KI-optimierte Prozessoren (CPUs) zum Einsatz. Erste Auslieferungen der neuen MI450-Beschleuniger in den sogenannten Helios-Serversystemen von AMD sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Für AMD ist es einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte. Entsprechend positiv reagierte die Börse: Die Aktie legte um rund sieben Prozent zu. Meta notierte leicht im Minus, während sich die Nvidia-Aktie am Tag vor den mit Spannung erwarteten Jahreszahlen kaum bewegte.

AMD (WKN: 863186)

Meta wird Großaktionär von AMD

Ungewöhnlich ist, dass Meta durch den Deal Großaktionär von AMD werden könnte. Denn der Vertrag enthält eine erfolgsabhängige Optionsstruktur. Meta erhält demnach das Recht, bis zu 160 Millionen AMD-Aktien zu erwerben – das entspricht etwa zehn Prozent des Unternehmens. Die Tranchen werden schrittweise freigeschaltet, sobald bestimmte Liefermengen, technische Meilensteine und Kursziele erreicht sind.

Dass Meta seine Bestellungen direkt mit einer Beteiligung am Chipanbieter verknüpft, ist ein ungewöhnlicher Schachzug, der beide Seiten langfristig aneinanderbindet. AMD-Chefin Lisa Su sprach von einem „transformationalen“ Geschäft und einem klaren Signal, dass die Hyperscaler weiterhin aggressiv in KI-Infrastruktur investieren.

Strategische Beteiligungen, um Bestellungen abzusichern

Offenbar entsteht im Markt gerade ein neuer Trend: Nach anfänglichen wechselseitigen Beteiligungen, etwa rund um OpenAI, versuchen sich die großen Tech-Konzerne nun, durch strategische Allianzen und Kapitalverflechtungen Rechenleistung auf Jahre hinaus zu sichern, um nicht im KI-Wettlauf zurückzufallen. Dabei etabliert sich AMD zunehmend als zweite Kraft neben Nvidia im Markt für besonders leistungsfähige GPUs. Beide Konzerne haben ihre Wurzeln im Markt für Grafikkarten, die tausende Prozesse gleichzeitig ausführen können; eine technische Fähigkeit, die bei KI-Chips besonders gefragt ist.

Der Kampf um die Vorherrschaft bei KI-Hardware wird damit noch intensiver. Und die Konkurrenz für Nvidia nimmt zu. Denn zuvor hatte Meta bereits zusammen mit Google sogenannte Tensor-Chips von Broadcom geordert. Das sind KI-Chips, die speziell auf bereits antrainierte KI-Modelle ausgerichtet und billiger sind. Damit erwächst Nvidia ein weiterer Konkurrent, der an der Marge knabbern könnte.

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