Der DAX-Neuling schüttet mehr Dividende aus als erwartet und will 2023 stärker wachsen als im Jahr zuvor. Sogar Kurse von 500 Euro sind denkbar. Was das für die Rheinmetall-Aktie im Detail bedeutet.

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall rechnet im laufenden Jahr wegen erhöhter Nachfrage infolge des Ukraine-Kriegs mit einem noch schnelleren Wachstum. Im laufenden Jahr erwartet Firmenchef Armin Papperger einen Umsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro. Das wäre ein Anstieg um 15 bis über 18 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der DAX-Neuling mit 6,4 Milliarden Euro gut 13 Prozent mehr erlöst. Die Düsseldorfer Waffenschmiede profitiert von den steigenden Militärbudgets in vielen Ländern.

Zu Zeiten von Lehman-Krise und Corona-Panik galt die europäische Rüstungsindustrie noch als Problemsektor. Regierungen in Westeuropa kürzten ihre Investitionen in das Militär. Die Herstellung von Waffen wurde als vermeintlich unmoralisches Geschäft von einigen Investoren gemieden. Das hat sich schlagartig mit dem russischen Überfall auf die Ukraine geändert. Rheinmetall ist über Nacht zu einem lebenswichtigen Versorger der freien Welt geworden. Dessen ist sich auch Papperger bewusst. „Mit unseren Technologien wollen wir dafür Sorge tragen, dass Sicherheit — die Grundlage für unser Leben in Frieden und Freiheit — geschützt werden kann“, sagte er bei der Vorlage der aktuellen Zahlen in der Vorwoche.

Rheinmetall profitiert von hohen Militär-Investitionen: Dividende und Wachstum steigen

Rheinmetall liefert Waffen wie den Kampfpanzer Panther, Munition und Ausrüstung. Staatliche Rüstungsprogramme laufen meist über viele Jahre und bringen damit zuverlässige Einnahmen. Allein aus Deutschland wird ein Großteil des bereits genehmigten Sondervermögens in Höhe von 100 Milliarden Euro für die Aufrüstung der Bundeswehr in den kommenden Jahren in den Auftragsbüchern der Rheinländer landen. Bereits vor einem Jahr hatte Papperger eine Liste mit Rüstungsgütern vorgelegt, die sein Unternehmenim Rahmen des Sondervermögens liefern könnte. Gesamtwert: 42 Milliarden Euro. Der Konzernlenker ist optimistisch, über die nächsten acht Jahre Aufträge in dieser Größenordnung auch tatsächlich eintüten zu können. Rheinmetall rechnet mit um- fangreichen Aufträgen aus dem Sondervermögen, etwa für die Fahrzeugsysteme, den Kampfjet F35 oder Militär-Lkws. Auch für die Digitalisierung der deutschen Streitkräfte will Papperger von den vom Bund dafür veranschlagten 20 Milliarden Euro ein großes Stück vom Kuchen abhaben — und zwar „die Hälfte davon“, prognostiziert der Rheinmetall-Chef.

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2022 verdiente der Konzern unter dem Strich 469 Millionen Euro, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Seine Aktionäre will Rheinmetall deshalb mit einer Dividende von 4,30 Euro je Aktie belohnen. Das ist ein Euro oder 30 Prozent mehr als 2021 und liegt immerhin noch sechs Prozent über den Schätzungen des Marktes. Für das laufende Jahr will Rheinmetall die Schlagzahl bei der Profitabilität erhöhen. Bei der operativen Ergebnismarge peilt der Rüstungskonzern einen Zuwachs von 11,8 auf zwölf Prozent an und liegt damit im Mittel der Konsensschätzungen des Marktes. Beim angekündigten Umsatz für das laufende Jahr hatten Analysten bislang allerdings etwas mehr erwartet.

Einschätzung zur Rheinmetall-Aktie: Kurse von 500 Euro denkbar

Wir trauen dem Titel, der sich in den vergangenen Monaten an der Börse zwar schon ordentlich verteuert hat und da- durch letztendlich auch einen Platz im DAX ergattern konnte, noch deutliche Kurssteigerungen zu. Angesichts der potenziellen Milliardenaufträge winkt dem Rüstungsunternehmen in den kommenden Monaten und Jahren ein nachhaltiger operativer Aufschwung. Im weiteren Jahresverlauf kann die Aktie durchaus noch Kurse von 300 Euro erreichen, langfristig sind unserer Meinung nach auch Notierungen jenseits von 500 Euro denkbar. Wir raten daher auf aktuellem Niveau weiterhin zum Kauf des Papiers. Kursrücksetzer an schwächeren Tagen können investierte Anleger zum Nachkauf oder Neueinsteiger zum Aufbau von Positionen nutzen.

Dieser Artikel erschien zuerst in BÖRSE ONLINE 12/2023. Hier erhalten Sie einen Einblick ins Heft. 

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