Nach frischen Bundeswehr-Aufträgen und Übernahmegerüchten rückt Rheinmetall erneut in den Fokus der Anleger.
Rheinmetall sorgt zum Wochenanfang erneut für Schlagzeilen: Ein frischer Großauftrag von General Dynamics, der im Zusammenhang mit der Bewafdnung des neuen Bundeswehr-Spähfahrzeugs „Luchs 2“ steht, und Spekulationen um eine mögliche Übernahme eines Konkurrenten befeuern die Fantasie der Anleger. Fundamental bleibt das Umfeld dank hoher Verteidigungsausgaben günstig – und auch charttechnisch hat sich das Bild für die Rheinmatll-Aktie zuletzt deutlich aufgehellt. Kann sie nun den nächsten entscheidenden Schritt nach oben machen?
Neuer Auftrag für Rheinmetall – plus Übernahmegerüchte!
Am Wochenende wurde bekannt, dass der Rüstungskonzern Rheinmetall erneut einen bedeutenden Auftrag im Zusammenhang mit dem neuen Bundeswehr-Spähfahrzeug „Luchs 2“ erhalten hat. Es geht unter anderem um die Bewaffnung des Fahrzeugs mit einem Gefechtsturm, Munition sowie um Simulatoren. Damit untermauert das Unternehmen seine starke Stellung als zentraler Ausrüster der deutschen Streitkräfte und wichtiger Partner im europäischen Verteidigungsverbund.
Zudem kursieren in den Medien Berichte über eine mögliche Übernahme des deutschen Laserspezialisten Mynaric. Dessen Verkauf an den US-Raumfahrtkonzern Rocket Lab galt bereits als sicher. Doch offenbar hat sich Rheinmetall dort kurz vor Schluss noch eingemischt. Die Düsseldorfer selbst geben sich dazu bisher noch bedeckt.
Fundamental gilt nach wie vor: Die hohe Nachfrage nach Artilleriemunition, gepanzerten Fahrzeugen und elektronischen Systemen sorgt für gut gefüllte Auftragsbücher und steigende Umsätze und Ergebnisse. Gleichzeitig investieren zahlreiche NATO-Staaten weiter massiv in ihre Verteidigungsbudgets. Rheinmetall baut seine Produktionskapazitäten aus und sichert sich so zusätzliche Marktanteile. Vor diesem Hintergrund werten Marktbeobachter die jüngsten Meldungen als klares Signal für anhaltend robuste Geschäfte – eine Kombination, die der Aktie neuen Schwung verleihen könnte.
Charttechnik deutet auf Kurspotenzial hin
In charttechnischer Hinsicht ist die Lage bei Rheinmetall durchaus interessant:
Einerseits gelang es der Aktie in der vergangenen Woche mit dem Kurssprung über die 50-, 100- und 200-Tage-Linien wichtige Widerstände zu überwinden. Diese dienen nun als Unterstützungslinien und bieten entsprechend (relative) Sicherheit nach unten. Gleichzeitig gibt es nun keine maßgebenden Tage-Linien mehr, die oberhalb des aktuellen Kurses liegen, was erfreulich ist.
Auch die mittelfristig wichtigen technischen Indikatoren, also jene auf Wochenbasis, zeigen wieder ein neutrales bis tendenziell freundliches Bild:
- Beim ADX hat sich der bullische Vorläufer DMI+ wieder dem DMI- angenähert,
- Die 14-Tage-Linie steht beim RSI-Indikator weiterhin über der RSI-Linie
und
- beim viel beachteten MACD deutet einiges auf ein bevorstehendes bullisches Cross hin.
Doch es gibt Herausforderungen
Die charttechnischen Herausforderungen für die Rheinmetall-Aktie (ISIN: DE0007030009) bestehen darin, dass:
- es auf Bassi des Schlusskurses zu keinem tieferen Zwischentief kommen sollte als dem vorangegangenen bei 1.410 Euro
und
- es der Aktie gelingen muss, den doch relativ starken Widerstand bei 2.000 Euro zu überwinden. Dabei handelt es sich unglücklicherweise zugleich um einen charttechnischen Widerstand wie auch um einen psychologischen. Diese Marke dürfte daher nicht einfach werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Rheinmetall-Aktie die Überwindung der 2.000-Marke noch vor dem 11. März 2026 gelingt, also vor der nächsten Publikation der Geschäftszahlen 2025, erscheint derzeit eher gering. Fallen die Zahlen udn vor allem die Prognose erfreulich aus, dann könnte sich das Blatt durchaus wenden und die Aktie deutlich Fahrt nach oben aufnehmen. Nach Überwindung der 2.000-Schwelle, würde dann wieder gelten: The sky is the limit – zumindest charttechnisch.
Das sagen die Analysten zu Rheinmetall:
Die Konsensschätzung von 24 Analysten, die sich in den vergangenen drei Monaten zum DAX-Wert geäußert haben, beläuft sich auf 2.180 Euro für die nächsten zwölf Monate. Interessanterweise entspricht das skeptischste Kursziel just dem aktuellen Kurs von rund 1.700 Euro. Auf dieser Basis besteht also – theoretisch – kaum noch ein Abwärtsrisiko. Umso interessanter ist das implizierte Kurspotenzial von gut 28 Prozent.
Fazit:
Kurzfristig orientierte Trader könnten versuchen, das positive Momentum mitzunehmen und die Spanne zwischen dem aktuellen Kurs von rund 1.700 Euro und dem nächsten (starken) Widerstand bei 2.000 Euro für sich auszunutzen. Risikobewusste Anleger warten eher einen an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen signifikant über 2.000 Euro liegenden Schlusskurs ab, bevor sie sich die Rheinmetall-Aktie (wieder) ins Depot legen.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.
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