In den USA befanden sich die Aktien-Leitindizes wie der S&P 500 Index bis zur Wochenmitte, als die politischen Querelen rund um US-Präsident Donald Trump für einen deutlichen Rücksetzer sorgten, weiterhin auf Rekordjagd. Rückenwind erhielten die Kurse dabei in den vergangenen Wochen durch die Unternehmensgewinne. In der laufenden Berichtssaison haben die meisten Gesellschaften mal wieder besser abgeschnitten als erwartet.

Derzeit läuft bei den S&P 500 Index-Vertretern auf ein Gewinnplus von 13,6 Prozent hinaus. Bleibt es dabei, wäre das laut dem Datenanbieter Factset der stärkste Zuwachs seit dem dritten Quartal 2011. Ende März waren die Prognosen noch von einem Plus von 9,0 Prozent ausgegangen.

Für das Gesamtjahr gehen die Vorhersagen derzeit von einem Ergebnisanstieg von 9,9 Prozent und von einem Umsatzanstieg von 5,3 Prozent aus. Das liest sich zwar gut, dennoch stellen Marktteilnehmer auch immer wieder die Frage, ob die Bewertungen nach acht Jahren im Bullenmarkt inzwischen nicht zu hoch sind. Nahrung erhält dieser Verdacht durch ein auf Sicht von zwölf Monaten geschätztes KGV, das Factset auf 17,5 beziffert. Damit bewegen wir uns über dem Fünfjahresschnitt von 15,2 und über dem Zehnjahresschnitt von 14,0.

Wer ganz genau hinsieht, findet aber noch Aktien, die auch aktuell noch mit einer zumindest optisch günstigen Bewertung daherkommen. Das ist zwar nicht automatisch eine Garantie für Kursgewinne, entspricht aber dem Beuteschema vieler Value-Investoren.

Laut dem Finanznachrichten-Anbieter 24/7 Wall St. waren Anfang Mai exakt 21 der 500 S&P 500 Index-Vertreter mit einem einstelligen KGV ausgestattet. Wir haben fünf der bekanntesten davon herausgepickt und verraten auf den nächsten Seiten etwas mehr über diese Titel.

Auf Seite 2: American Airlines





American Airlines-Aktie



Beim ersten hier vorgestellten Vertreter aus dem S&P 500 Index mit einem einstelligen KGV handelt es sich um American Airlines. Analysten taxieren den Gewinn je Aktie für 2017 auf 4,7 Dollar und für 2018 auf 5,3 Dollar. Daraus errechnen sich für diese Jahre KGVs von 9,6 und 9,3.

Wer hier investiert sitzt mit Warren Buffett in einem Boot. Denn der Milliardär setzt mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway bekanntlich seit noch nicht allzu langer Zeit in größerem Stil auf US-Fluglinien inklusive American Airlines. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Anlage-Guru dieses Investment unter der Annahme getätigt hat, dass American Airlines den Gewinn je Aktie in den kommenden Jahren stärker steigern kann als das der Analystenkonsens unterstellt. Denn der rechnet nur mit einem Ergebnisplus von 2,89 Prozent p.a.

Trotz dieser als verhalten beurteilten Ergebnisaussichten bewegen sich die Kurszielschätzungen mit im Schnitt 53,73 Dollar aber deutlich über den derzeitigen Notierungen von 44,92 Dollar. Der Finanzdienstleister CFRA hat jüngst das Kursziel sogar auf 60 Dollar erhöht, weil den dortigen Analysten die Profitabilität, die Cash-Generierung und der Trend bei den Umsätzen pro Sitzplatz gefallen. BÖRSE ONLINE hat den Titel zuletzt allerdings nur unter Beobachten eingestuft.

Was den Geschäftsverlauf angeht, ist es so, dass höhere Treibstoffkosten und Gehälter der größten US-Fluggesellschaft im ersten Quartal einen Gewinneinbruch beschert haben. Der Nettogewinn sank um zwei Drittel auf 234 Millionen Dollar, was jedoch immer noch besser als erwartet war. Der Umsatz kam gleichzeitig dank gestiegener Ticketpreise leicht um zwei Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar voran. Negativ kam am Markt aber an, dass die Ausgaben für Treibstoff im Kerngeschäft um 36 Prozent gestiegen sind und im Regionalverkehr sogar um 45 Prozent. Die Lohnkosten erhöhten sich zudem um 6,5 Prozent.

Charttechnik





Mit den Aktien von American Airlines war seit 1990 für Langfristinvestoren kein Geld zu verdienen. Sehr viel besser sah es aber von Anfang 2012 bis März 2015 aus. Denn da stieg der Kurs stark von 0,48 Dollar auf 55,76 Dollar. Allerdings ist seitdem auch schon wieder der Ofen aus und es hat sich ein Seitwärtstrend breit gemacht. Ein erstes charttechnisches Kaufsignal würde bei Kursen von über 50 Dollar generiert. Richtungsweisender wäre aber natürlich ein Sprung über das genannte Rekordhoch, denn dann dürften die Tage des besagten Seitwärtstrends gezählt sein.

Profil



American Airlines wurde 1930 gegründet und gehört mittlerweile zu den größten Fluggesellschaften weltweit. Seither hat American Airlines weltweit über 900.000 Stellen geschaffen. Zusammen mit dem regionalen Partner American Eagle bietet das Unternehmen täglich im Durchschnitt fast 6.700 Flüge zu 350 Zielen in 50 Ländern an. American Airlines gehört zu den Gründungsmitgliedern des Fluggesellschaften-Verbundes Oneworld Alliance, deren Mitglieder und assoziierte Gesellschaften täglich knapp 14.250 Flüge zu 1.000 Zielen in 150 Ländern anbieten. 2016 hat die American Airlines Group Inc. die Kategorie "Best Business Turnaround" des Fortune Magazine angeführt. Außerdem wurde die Aktie in den S&P 500-Index aufgenommen.

Auf Seite 3: General Motors





General Motors-Aktie



Optisch mit zu den günstigsten Aktien überhaupt zählt General Motors. Denn da Analysten im Schnitt für dieses und das kommende Jahr mit Gewinnen je Aktie von 6,04 Dollar und 6,07 Dollar rechnen, ergeben sich daraus niedrige KGVs von rund 5,4.

Der Kurs kommt trotzdem seit geraumer Zeit nicht entscheidend vorwärts. Das Manko ist hier, dass Analysten dem US-Autobauer auf der Ergebnisseite derzeit keine Dynamik zutrauen. Die Gewinnschätzung für 2021 bewegt sich bei 5,95 Dollar je Aktie und damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Unter den Börsianern lockt so etwas kaum jemand hinter dem Ofen hervor. Zumal es auch grundsätzlich Bedenken gibt, wie große traditionelle Autobauer wie General Motors mit neuen Trends wie den Elektrofahrzeugen oder dem autonomen Fahren zurechtkommen werden. Dazu passt auch, dass der aufstrebende Elektroauto-Hersteller Tesla, der momentan noch viel weniger Autos baut, jüngst General Motors jüngst gemessen am Marktwert überholt hat.

Sollte General Motors die genannten Herausforderungen allerdings erfolgreich meistern, dann verspricht das tiefe Bewertungsniveau einiges an Potenzial. Analysten halten derzeit im Schnitt einen Kursanstieg bis auf 39,81 Dollar für gerechtfertigt. BÖRSE ONLINE hat zuletzt das Kursziel im Zuge einer Kaufempfehlung sogar auf 46,00 Euro beziffert. Auf Basis der von Analysten für das Geschäftsjahr erwarteten Dividende je Aktie von 1,55 Dollar ergibt sich eine geschätzte Dividendenrendite von fast 4,8 Prozent.

Zum Geschäftsverlauf ist zu schreiben, dass General Motors im ersten Quartal angetrieben von starken Verkaufszahlen bei Pickup-Trucks und SUVs auf dem Heimatmarkt den Konzerngewinn um gut ein Drittel auf 2,6 Milliarden Dollar erhöhen konnte, obwohl sich in Europa der Verlust bei der Opel deutlich ausgeweitet hat. Die bisherige Tochter hat man aber bekanntlich inzwischen an PSA Peugeot Citroen verkauft. Der Umsatz kletterte ansonsten um 11 Prozent auf 41,2 Milliarden Dollar.

Charttechnik





Die Aktie von General Motors hat in den vergangenen Jahren ein ähnliches Kursverhalten gezeigt, wie das bei vielen größeren Autobauern üblich war. Will heißen, wie sich das für ein zyklisches Unternehmen gehört, ging es trendlos immer wieder auf und ab. Seit Mitte 2013 existiert ein Seitwärtstrend, der derzeit völlig intakt ist, da sich die Notiz in etwa in der Mitte der seitdem gültigen Handelsspanne bewegt. Erst bei einem Ausbruch daraus nach oben oder nach unten ergeben sich neue nachhaltige charttechnische Kaufsignale.

Profil



Die in Detroit imUS-Bundesstaat Michigan ansässige General Motors zählt zu den größten Autobauern weltweit. Die breite Produktpalette erstreckt sich vom Elektrofahrzeug bis hin zum Schwerlast-Lkw. Zum Konzernverbund zählen die folgenden zehn Marken: Chevrolet, Buick, GMC, Cadillac, Opel, Vauxhall, Holden, Baojun, Wuling, und Jiefang. Die auf sechs Kontinenten tätige Gesellschaft beschäftigt 225.000 Mitarbeiter. 2016 wurden weltweit zehn Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. General Motors verfügt in 125 Ländern über 19.000 Händler.

Auf Seite 4: Gilead Sciences





Gilead Sciences-Aktie



Mit einer ungewöhnlich niedrigen Bewertung kommt Gilead Sciences daher. Auf Basis des für 2017 erwarteten Gewinns je Aktie von 8,17 Dollar ergibt sich ein geschätztes KGV von 7,9. Das ist nicht nur im Vergleich mit dem US-Gesamtmarkt niedrig, sondern speziell auch für einen Vertreter aus dem Bereich Bio-Pharma, gesteht die Börse solchen Unternehmen doch in der Regel höhere Bewertungskennziffern zu. Zumal bei Gilead Sciences auch noch Barmittel von gut 32 Milliarden Dollar hinzukommen.

Erklären lässt sich das einstellige KGV teilweise mit den Gewinnaussichten. Denn diese beurteilen Analysten zurückhaltend. So bewegt sich die Ergebnisschätzung je Aktie für 2018 bei 7,98 Dollar und damit unter dem für 2017 prognostizierten Wert. Gewinndynamik wäre demnach Fehlanzeige. Das gilt auch für den Umsatz. Diesen sehen Analysten im Schnitt in diesem Jahr bei 24,48 Milliarden Dollar und im Jahr 2021 bei 22,26 Milliarden Dollar.

Für Diskussionen rund um Gilead Sciences sorgen Bedenken wegen auslaufender Patente sowie vor allem rund um das zwar hochwirksame, aber auch extrem teure Heptatitis-C-Medikament Sovaldi. Kritiker bemängeln hier, dass die Herstellungskosten viel niedriger sind und die Gesellschaft bei der Preisfestsetzung einfach ihre Marktmacht auf dem Rücken des Gesundheitssystems ausspielt. Wer das ähnlich sieht, lässt am besten die Finger von der Aktie.

Anleger die damit kein Problem haben, können darauf wetten, dass der Analystenkonsens Recht behaltet. Denn dieser sieht den Aktienkurs bei 78,59 Dollar fair bewertet. Eine Vorgabe, die über dem derzeitigen Niveau von 64,51 Dollar bewegt. BÖRSE ONLINE rät ebenfalls zum Kauf, wobei das Kursziel 84,50 Euro beträgt.

Beim Quartalsbericht hat das Unternehmen für die ersten drei Monaten einen Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar ausgewiesen und einen Gewinn je Aktie von 2,23 Dollar. Beides lag leicht unter den Markterwartungen. Der gesamte Hepatitis-C-Umsatz sank um rund 40 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar, was Gilead laut Credit Suisse der geringeren Zahl neuer Patienten, der stärkeren Konkurrenz und der kürzeren Therapiedauer zuschrieb. Alles wichtige Gründe, die das Unternehmen veranlassten, im vierten Quartal 2016 die Richtlinie für den mittelfristigen Hepatitis-C-Umsatz zu senken. Dagegen wuchs der HIV-Umsatz um rund 14 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, verfehlte aber dennoch die Markterwartungen.

Charttechnik





Die Aktionäre von Gilead Sciences hatten von 1994 bis 2016 eine traumhafte Zeit. Denn in diesem Zeitraum stieg der Aktienkurs von 0,22 Dollar auf 122,21 Dollar. Die zuvor skizzierten Probleme sorgten aber ab Juni 2015 dafür, dass der früher Schwung verloren ging. Stattdessen hat sich ein mittelfristiger Abwärtstrend herausgebildet. Dieser ist intakt, wobei der Titel zuletzt versuchte, im Bereich des bisherigen Jahrestiefs von 65,59 Dollar einen Boden auszubilden. Doch dieser Versuch ist in dieser Woche angesichts neu aufgestellter Zwischentiefs gescheitert, was ein negatives Signal ist.

Profil



Gilead Sciences ist ein biopharmazeutisches US-Unternehmen mit Sitz in Kalifornien, das innovative Therapeutika in Bereichen erforscht, entwickelt und vermarktet, deren medizinischer Bedarf noch nicht gedeckt wurde. Hierbei geht es unter anderem um HIV, Hepatitis B, Hepatitis C und Influenza. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, weltweit die Versorgung von Patienten zu verbessern, die an lebensbedrohlichen Krankheiten leiden. Die Gesellschaft beschäftigt weltweit rund 8.000 Mitarbeiter. Seit 1991 gibt es eine deutsche Niederlassung in München, die für Vertrieb, Marketing und Kundenberatung in Deutschland zuständig ist.

Auf Seite 5: Michael Kors





Michael Kors-Aktie



Unter den optisch günstigsten Aktien im S&P 500 Index zählt mit Michael Kors auch ein Modekonzern. Weil das Unternehmen bezahlbare Luxusprodukte anbietet, passt dieser Ramschstatus nicht gerade zum sonstigen Image. Auf Basis des von Analysten für das Geschäftsjahr 2016/17 erwarteten Gewinns je Aktie von 4,17 Dollar ergibt sich ein KGV von 8,6.

Die in den vergangenen Jahren dürftige Kursentwicklung hat mit einer zuletzt ebenfalls schwachen Geschäftsentwicklung zu tun. Auch die zuletzt von der vor allem für ihre Designer-Handtaschen bekannten Firma vorgelegten Quartalszahlen wussten nicht zu überzeugen. Schwache Geschäfte in Europa und Nordamerika drückten Umsatz auf vergleichbarer Basis im dritten Geschäftsquartal 2016/17 um 6,9 Prozent. Der Gewinn gab gleichzeitig um rund acht Prozent auf 271 Millionen Dollar nach.

Sorgen bereiten den Anlegern dabei nicht zuletzt die erwähnte Tatsache, dass die Umsätze auf vergleichbarer Fläche einbrechen. Das löst auch deshalb Ängste aus, weil man hier erst eine Stabilisierung sehen will, was sich derzeit aber noch nicht abzeichnet. Und vielleicht sind manche Marktteilnehmer auch deshalb vorsichtig, weil der Designer Michael Kors Anfang der neunziger Jahre bereits einmal pleite war.

Von einem solchen Schicksal gehen Analysten derzeit aber nicht aus. Für das nächste und übernächste Geschäftsjahr sind sie mit Gewinnschätzungen von 4,01 Dollar und von 4,11 Dollar je Aktie zwar noch vorsichtig gestimmt. Doch für die Jahre 2019/20 und 2020/21 sagen sie dann eine deutliche Ergebnisverbesserung auf 4,76 Dollar und 5,40 Dollar voraus. Das wäre gleichbedeutend mit KGVs von 7,53 und 6,63.

Der Analystenkonsens beziffert derzeit das Kursziel für diesen keine Dividenden abwerfenden Wert auf 40,65 Dollar. BÖRSE ONLINE hat eine Kaufempfehlung für diesen derzeit bei 35,82 Dollar gehandelten Titel mit einem Kursziel von 45,00 Euro versehen.

Charttechnik





Mit der Aktie von Michael Kors war von Dezember 2011 bis Februar 2014 in relativ kurzer Zeit gutes Geld zu verdienen. Kletterte die Notiz da doch von 24,10 Dollar auf 99,84 Dollar. Seit dem zuletzt genannten ist die Luft aber raus und der Kurs gab im Tief bis Anfang 2016 auf 35,57 Dollar nach. In den Bereich dieses Zwischentiefs ist die Aktie noch einer kurzzeitigen Erholung zuletzt wieder zurückgefallen. Seit Februar versuchte sich der Titel hier nun schon an einer Bodenbildung. Diese scheint zu scheitern, nachdem die Notiz diese Woche auf neue Zwischentiefs gerutscht ist, was charttechnisch sehr negativ ist.

Profil



Michael Kors ist ein Designer von Luxus-Accessoires und Prêt-à-porter. Das 1981 von ihm gegründete gleichnamige Unternehmen entwirft Modeprodukte unter den bekannten Labels Michael Kors Collection und MICHAEL Michael Kors. Zu den Produkten gehören Accessoires, Schuhe, Uhren, Schmuck, Prêt-à-porter-Mode für Damen und Herren, Sonnenbrillen und eine komplette Produktlinie von Parfums. Eigenständige Geschäfte von Michael Kors oder durch lizenzierte Partner betriebene Geschäfte befinden sich in Städten wie New York, Beverly Hills, Chicago, London, Mailand, Paris, München, Istanbul, Dubai, Seoul, Tokio, Hongkong, Shanghai und Rio de Janeiro. Zur Grundüberzeugung des Gründers zählt es, dass Stil ebenso praktisch wie schön und ebenso zeitlos wie modern sein muss.

Auf Seite 6: Micron Technology





Micron Technology-Aktie



Der fünfte und letzte Wert mit einem einstelligen KGV unter den S&P 500 Index-Vertretern, den wir hier vorstellen, heißt Micron Technology. Analysten sehen den Gewinn in diesem Fall im Geschäftsjahr 2016/17 bei 4,20 Dollar und für 2017/18 bei 5,07 Dollar. Das wäre gleichbedeutend mit KGVs von 6,4 und 5,3.

Für das abgelaufene Quartal hat die Gesellschaft robuste Resultate vorgelegt und zudem wurden deutlich über den Konsenserwartungen liegende Zahlen für das laufende Quartal prognostiziert. Micron profitiert laut Credit Suisse eindeutig von besseren zyklischen Preisen, aber auch von einem tragfähigeren Geschäftsmix. Zudem sei die Kostenbasis gesenkt worden.

Die Anleger konzentrieren sich laut den Analysten bei der Schweizer Großbank hauptsächlich auf Microns DRAM-Geschäft, für das die Richtlinie für das dritte Quartal 2017 Bruttomargen von über 50 Prozent impliziert. Interessant sei aber auch das NAND-Geschäft, wo das Unternehmen mit seinen Kosten zum ersten Mal global wettbewerbsfähig sei.

Dass die Börse dem Titel dennoch keine höhere Bewertung zubilligt, mag mit Skepsis diesbezüglich zu tun haben, was aus den Gewinnen beim nächsten zyklischen Abschwung wird. Derzeit rechnen Analysten mit einem Gewinnhoch im kommenden Jahr und damit, dass das Ergebnis in den nächsten fünf Jahren mit einem nur kleinen erwarteten Plus von einem Prozent p.a. weitgehend stagniert.

Das hält den Analystenkonsens aber nicht davon ab, das Kursziel mit 38,56 Dollar deutlich über den aktuell gültigen 27,00 Dollar zu taxieren. BÖRSE ONLINE ist etwas vorsichtiger und hat den Titel zuletzt mit beobachten eingestuft.

Charttechnik





Fast wie es sich für ein zyklisches Halbleiter-Unternehmen gehört, hat sich der Aktienkurs von Micron Technology seit 1995 sehr volatil präsentiert. Auch in den vergangenen Jahren gab es immer wieder einmal heftigere Richtungswechsel , unter dem Strich geht es aber seit Ende 2008 aufwärts mit den Notierungen. Seit Mai 2016 befindet sich der Titel wieder in einem mittelfristigen Aufwärtstrend. Und ein erst jüngst frisch markiertes Jahreshoch untermauert diesen Trend als intakt.

Profil



Bei der 1978 gegründeten Micron Technology Inc. handelt es sich um einen US-Hersteller und Vermarkter von Halbleitern (NAND Flash, DRAM und NOR Flash Memory) und anderen Speichertechnologien, Verpackungslösungen und Halbleiter-Systemen. Einsatzgebiete sind Computer-, Verbraucher-, Netzwerk-, Automobil- und Industrieprodukte sowie mobile Produkte. Im Fiskaljahr 2016 belief sich der Umsatz auf 12,4 Milliarden Dollar. Die Zahl der weltweit Beschäftigten beträgt mehr als30.000.