Dieser Rohstoffgigant feiert 2026 die Fortsetzung seines starken Comebacks. Steigende Kohlepreise treiben die Aktie – und bringen neue Fantasie für einen Mega-Deal.

Nach Jahren voller Skandale und schwacher Zahlen meldet sich Glencore eindrucksvoll zurück. Der Schweizer Rohstoffriese profitiert vom aktuellen Rohstoffzyklus – und rückt mit neuen Fusionsfantasien erneut ins Visier der Börse. Doch alte Risiken bleiben präsent.

Skandale, Strafen und schwache Zahlen belasteten lange Zeit

Glencore zählt zu den größten Rohstoffkonzernen der Welt, doch die Vergangenheit wirft noch immer lange Schatten auf das Unternehmen. Der Konzern geriet in zahlreiche Skandale – darunter systematische Schmiergeldzahlungen in Afrika, Korruptionsfälle in Südamerika sowie Umwelt- und Menschenrechtsverstöße. 2022 zahlte Glencore mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar an Strafen, um Ermittlungen in den USA, Großbritannien und Brasilien beizulegen.

Auch operativ lief es lange nicht rund: Seit Ende 2022 verfehlte das Unternehmen fünfmal (!) in Folge die Analystenschätzungen.

Die Börse reagierte auf diese Gemengelage entsprechend negativ: Zwischen Anfang 2023 und April 2025 taumelte die Glencore-Aktie (ISIN: JE00B4T3BW64) in Richtung Süden, eingeleitet durch eine Doppel-Top-Formation (zumindest optisch, aber knapp ohne Erfüllung aller Volumenkriterien) Ende 2022 (siehe blaue Markierung in der Grafik). Die in der Mitte des Abwärtstrends ausgeformte Schuler-Kopf-Schulter-Fortsetzungsformation gab dem Titel dann quasi noch den Rest. Ergebnis: ein Absturz von umgerechnet rund 6,60 Euro auf 2,70 Euro.

Chart Glencore
https://de.tradingview.com/chart/y017QLCa/?symbol=LSE%3AGLEN
Chart Glencore

Kohlepreise treiben die Wende – Aktie deutlich stärker als Rivalen

Im Frühling 2026 zeigt sich jedoch ein völlig anderes Bild. Der Anstieg der Rohstoffpreise - und seit Dezember 2025 insbesondere der Kohlepreise - verliehen dem Konzern zuletzt neuen Schwung: Alleine seit dem 7. Januar 2026 legte die Aktie um rund 33 Prozent zu und übertraf damit deutlich die Performance der Konkurrenten. So kommt insbesondere Rio Tinto - belastet durch schwächere Eisenerzpreise - im gleichen Zeitraum lediglich auf etwa neun Prozent Kursplus.

Die verbesserte Marktposition spiegelt sich auch in Bewertungsfragen wider: Eine bereits diskutierte Fusion mit Rio Tinto scheiterte Anfang Februar - zunächst - an Bewertungsfragen. Mittlerweile würde Glencore bei einem möglichen Zusammenschluss mit Rio Tinto rund 35 Prozent der kombinierten Marktkapitalisierung stellen. das sidn deutlich mehr als die etwa 31,5 Prozent zum Zeitpunkt der ersten Gespräche. Damit nähert sich der Konzern der von ihm ursprünglich angestrebten Marke von rund 40 Prozent an.

Neue Fusionsfantasie – aber alter Widerstand

Im Februar 2026 waren die Gespräche über die Schaffung eines rund 240 Milliarden Dollar schweren Bergbaugiganten geplatzt. Streitpunkte waren vor allem die Bewertung der Vermögenswerte von Glencore sowie unterschiedliche Annahmen zur Entwicklung der Rohstoffpreise. Glencore-CEO Gary Nagle sieht das Scheitern jedoch nicht als endgültig an, sondern eher als «Pause».

Mehrere Quellen berichten, dass Nagle in Wahrheit auf eine Wiederaufnahme der Gespräche setze. Die britischen Börsenregeln erlauben neue Verhandlungen jedoch frühestens sechs Monate nach dem Abbruch. Gleichzeitig wächst der Druck auf Rio Tinto: Sollte der Eisenerzpreis weiter fallen, könnten die Aktionäre des Bergbaukonzerns eine Fusion geradezu einfordern.

Allerdings formiert sich auch Widerstand. Australische Fonds, die rund vier Prozent der Anteile an Rio Tinto halten, lehnen einen Zusammenschluss ab und verweisen auf Glencores skandalträchtige Vergangenheit. Zudem zweifeln sie die in Aussicht gestellten Synergie-Effekte an. Der Sommer 2026 könnte dennoch spannend werden – vorausgesetzt, die Rohstoffpreise entwickeln sich weiter zugunsten von Glencore.

Charttechnisch gesehen hat die Glencore-Aktie jedenfalls noch Luft nach oben bis zum Widerstandsbereich bei rund 6,55 Euro (orange Linie in der obstehenden Darstellung).

Fazit

Die Glencore-Aktie ist ein durchaus interessanter Wert. Allerdings eignet sie sich wegen den beschriebenen Unsicherheiten wohl nur für spekulativ ausgerichtete Anleger, die im Zweifel auch Verluste verkraften können.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Staibile Werte Index» glücklicher.

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Häufige Fragen zur Glencore-Aktie:

Zahlt Glencore regelmäßig Dividenden?
Ja, der Rohstoffgigant hat in den letzten Jahren stets Dividenden an seine Aktionäre ausgeschüttet. Allerdings schwankte die Dividendenrendite stark zwischen rund zwei bis acht Prozent.

Wie hoch ist die aktuelle Dividendenrendite der Glencore-Aktie?
Derzeit beträgt sie aufgrund des zuletzt markanten Kursanstiegs lediglich 1,41 Prozent.

Wie hoch ist das KGV der Glencore-Aktie?
Das KGV beläuft sich wegen der zuletzt eher niedrigen Gewinne derzeit auf exorbitante 244,4. Anleger, die investieren wollen, sollten sich dessen bewusst sein!

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