In den drei Monaten per Ende Februar steigerte Nike die Erlöse um fünf Prozent auf knapp 10,9 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Der Netto-Gewinn ging um vier Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Dollar zurück. Pro Aktie verdiente der Konzern damit 87 Cent und übertraf damit die Vorhersagen von 71 Cent.

Dabei beschleunigte sich das Wachstum im Vergleich zum schwächeren Vorquartal deutlich, als das Plus lediglich ein Prozent betragen hatte. Verantwortlich war ein robustes zweistelliges Wachstum im Direktgeschäft - sprich im eigenen Einzel- sowie im Onlinehandel. Aber auch der Großhandel kehrte im Quartal währungsbereinigt wieder zu einem kleinen Wachstum zurück.

Angetrieben wurden die Geschäfte in nahezu gleichem Maße von einer steigenden Nachfrage in Nordamerika sowie der europäischen Region EMEA. Zweistellige Wachstumsraten erzielte Nike in Lateinamerika. In Vietnam, wo etwa die Hälfte der Nike-Schuhe hergestellt werden, seien alle Fabriken wieder in Betrieb, wobei die gesamte Schuh- und Bekleidungsproduktion dem Volumen vor der Schließung entspricht, sagte Finanzchef Matthew Friend.

China-Geschäft schwächelt


Im wichtigen China-Geschäft musste indes ein Erlös-Rückgang um fünf Prozent verbucht werden - was allerdings im Vergleich zum Vorquartal eine deutliche Verbesserung darstellte, als die Erlöse hier um ein Fünftel abgesagt waren. Wie Adidas und Puma auch kämpft Nike in dem Land mit den noch nachhallenden Auswirkungen und partiellen Lockdowns im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, Lieferengpässen sowie dem Boykott westlicher Marken, zu dem im vergangenen Frühjahr wegen politischer Spannungen aufgerufen worden war.

Nike will im China-Geschäft mit noch stärker an die chinesischen Bedürfnisse und dem Geschmack angepassten Produkten punkten. Zudem setzt das Unternehmen auf chinesische Verkaufspartner wie Top Sports und Pou Sheng, mit denen das Unternehmen die Geschäfte zuletzt ausgebaut hatte. Dies soll helfen, auch im vierten Quartal eine Verbesserung der Entwicklung im Vergleich zum Vorquartal zu erzielen.

Ergebnisseitig bremsten höhere Marketingausgaben sowie höhere Logistikkosten die Entwicklung. Ausgeglichen werden konnte dies durch höhere Margen im Direktgeschäft, positive Währungseffekte sowie weniger Rabatte.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 rechnet Nike weiter mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für Nordamerika erwartet das Management wegen der höheren Vergleichsbasis einen Umsatzrückgang. Die Bruttomarge soll sich aber deutlich verbessern, da Nike unter anderem wegen der hohen Nachfrage davon ausgeht, seine Produkte verstärkt zu Normalpreisen ohne Rabatte verkaufen zu können.

Analysten optimistisch


Mehrere Analysten äußerten sich nach den Zahlen positiv zu Nike. JPMorgan etwa hat das Kursziel für Nike von 162 auf 164 Dollar angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Auch die Schweizer Bank Credit Suisse gebt ihr Kursziel für an von 160 auf nun 165 Dollar. Goldman Sachs ist noch optimistischer und erhöht das Nike-Ziel von 172 auf 177 Dollar. Analystin Kate McShane lobte insbesondere das China-Geschäft, das sich gegenüber dem zweiten Geschäftsquartal verbessert habe und besser als befürchtet ausgefallen sei. Der Erholungstrend dürfte sich fortsetzen.

Die Nike-Geschäftszahlen sorgen auch bei den Rivalen Adidas und Puma für Optimismus. Sie gehören im DAX mit einem Kursplus von 2,4 beziehungsweise 3,1 Prozent zu den Tagessiegern.

Einschätzung zur Nike-Aktie


Die Aktien des weltgrößten Sport-Konzerns Nike stehen im vorbörslichen US-Handel am Dienstag sogar 5,9 Prozent höher bei 137,85 Dollar. Damit nagt der Nike-Kurs an seinem kurzfristigen Abwärtstrend, der seit Januar Bestand hat. Die entsprechende Trendlinie verläuft derzeit bei 137 Dollar. Eine nachhaltige Überwindung würde charttechnisches Potenzial bis etwa 150 Dollar öffnen. Börse Online hält den Wert noch auf einer Watchlist.

mmr mit dpa-AFX und rtr