Wieder einmal macht ein Investment in OpenAI Schlagzeilen - oder wird es gar ein Nicht-Investment? Diese offene Frage zieht am Montag die Nvida-Aktie nach unten. Und Konzernchef Huang gibt ein halbgares Dementi.

Die Nvidia-Aktie ist am Montag vorbörslich unter Druck geraten, nachdem am Wochenende Zweifel über ein geplantes 100-Milliarden-Dollar-Investment in OpenAI aufkamen. Nvidia-CEO Jensen Huang soll in kleiner Runde Zweifel am Businessplan von OpenAI geäußert haben beigetragen haben. Nvidia-Anleger reagieren nervös.

Die Aktie von Nvidia ist am Montag vorbörslich spürbar unter Druck geraten, nachdem Berichte über Unsicherheiten bei einem geplanten Investment von bis zu 100 Milliarden US-Dollar in das KI-„Startup“ OpenAI die Runde machten. Meldungen, wonach die Vereinbarung zwischen dem Chipgiganten und dem KI-Startup offenbar nicht so klar und verbindlich formuliert ist wie zunächst kommuniziert, sorgte für Nervosität unter Anlegern.

Im vorbörslichen US-Handel fiel der Kurs von Nvidia um etwa 1,5 Prozent, weil plötzlich Fragen darüber aufkamen, wie belastbar die Partnerschaft mit OpenAI ist.

Nvidia (WKN: 918422)

Zweifel an bereits verkündetem Deal

Nvidia hatte im September eine Vereinbarung mit OpenAI bekanntgegeben, wonach der Konzern mindestens 10 Gigawatt an Rechenleistung bereitstellen und bis zu 100 Milliarden Dollar investieren würde, um eine gemeinsame KI-Infrastruktur auszubauen.

Doch laut einem Bericht des Wall Street Journal soll CEO Jensen Huang in Gesprächen mit Branchenkollegen zuletzt kritische Anmerkungen zum OpenAI-Deal gemacht haben. Er soll dort das ursprünglich genannte Investment von 100 Milliarden nicht mehr als bindend dargestellt haben. Gleichzeitig äußerte er sich kritisch zur Geschäftsstrategie von OpenAI und verwies auf eine fehlende wirtschaftliche Disziplin des Startups. Das interpretierten Beobachter Warnsignal, dass Nvidia aus der Partnerschaft wieder aussteigen könnte.

Huang widerspricht Interpretationen

Unmittelbar nach den negativen Kursausschlägen reagierte Jensen Huang und sprach von einem Missverständnis. Er bezeichnete einige der kursierenden Spekulationen über seine Haltung gegenüber OpenAI als „Unsinn“ und betonte, dass Nvidia weiterhin eine sehr große Investition plane, „wahrscheinlich die größte, die wir je gemacht haben“. Er drückte auch persönliche Wertschätzung für OpenAI und dessen CEO Sam Altman aus.

Allerdings blieb Huang in den wiedergegebenen Kommentaren vage, was den konkreten Umfang des Investments betrifft. Das erzeugte erneut Unsicherheit an den Märkten.

Warum die Anleger so nervös reagieren

Die Partnerschaften rund um OpenAI stehen seit Wochen im Fokus der Investoren. Umso sensibler reagieren sie, wenn Unklarheiten zu den dahinter liegenden Geldströmen entstehen. Sarah Kunst von Cleo Capital sagte gegenüber dem US-Börsensender CNBC, es sei ungewöhnlich, dass solche Diskussionen zwischen einem Investor und einem Startup öffentlich bekannt würden, zumal es dabei um hohe zweistellige Milliardenbeträge gehe.

Der Fall zeigt, wie sehr selbst scheinbare Randnotizen im KI-Markt mittlerweile Kurse bewegen. Selbst bei einem Big Tech wie Nvidia lässt jedes Detail, das für Unklarheit sorgt, den Kurs sinken. Und obwohl Nvidia bei einem Nicht-Zustandekommen des Deals Milliarden sparen würde, wird eine Partnerschaft mit OpenAI offenbar höher bewertet als das.


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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.