Jefferies-Analyst Philippe Houchois hob sein Kursziel für die Tesla-Aktie von 350 auf 375 Dollar an. „Traditionelle Bewertungskennzahlen sind nach wie vor irrelevant“, so die Begründung von Houchois. Wohin geht die Reise für den Elektroauto-Pionier?

Elon Musk
Foto: Avalon.red/Photoshot/picture alliance/dpa
Tesla-Chef Elon Musk

„Wir schätzen die Vision einer Fusion von SpaceX und Tesla als Ausdruck längerfristiger nationaler Strategien der USA“, so Jefferies-Analyst Philippe Houchois in seinem Update zu Tesla.

„Die Übereinstimmung der Geschäftspläne und Elon Musks Wunsch, die Kontrolle zu behalten, sprechen weiterhin für eine Fusion“, ergänzte Houchois und fügte hinzu: „Theoretisch könnte Tesla an Priorität verlieren, und ein schwächerer Tesla-Aktienkurs kommt Elon Musk zugute, aber er hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er im Interesse der Tesla- Aktionäre handelt.“

Tesla
Foto: Tesla

Houchois äußerte sich auch zu den anstehenden Auslieferungszahlen von Tesla für das zweite Quartal. Der JPMorgan-Analyst prognostiziert, dass Tesla im zweiten Quartal etwa 415.000 Fahrzeuge ausliefern wird, da die Verkäufe angezogen haben. Nicht ganz so optimistisch äußerte sich Ben Kallo von Baird. Kallo erwartet im zweiten Quartal 392.900 Auslieferungen und fügte hinzu, dass er davon ausgeht, dass die Zahlen noch vor Börsenbeginn am 2. Juli bekannt gegeben werden.

„Der Elektroautohersteller werde im Jahr 2026 insgesamt 1,68 Millionen Auslieferungen verzeichnen, fügte er hinzu. Auch Kallo geht von einer Fusion von Tesla und SpaceX in den nächsten 12 bis 18 Monaten. Es sei  „klar und überzeugend, da beide Unternehmen von der größeren Reichweite profitieren“.

Kallo bekräftigte seine „Outperform“-Bewertung und sein Kursziel von 522 Dollar.

Tesla
Foto: Tesla

Aus charttechnischer Sicht bleibt die Aktie angeschlagen. „Zwar versuchte der Kurs zuletzt, den wichtigen Widerstandsbereich um 402 US-Dollar zu überwinden, doch ein nachhaltiger Ausbruch darüber gelang nicht. Damit fehlt weiterhin ein entscheidendes positives Signal, das neue Anschlusskäufe hätte auslösen können. Belastend kommt hinzu, dass die Aktie unter wichtigen markttechnischen Orientierungsmarken tendiert. Die 200-Tage-Linie ist inzwischen wieder deutlich entfernt, was den mittelfristigen Trend zusätzlich eintrübt. Auch der Ichimoku Kinko Hyo konnte zuletzt nicht überzeugend überwunden werden, sodass sich aus trendfolgender Sicht weiterhin kein klares Kaufsignal ableiten lässt. Solange Tesla nicht nachhaltig über die Zone um 402 US-Dollar zurückkehrt, bleibt der Blick daher eher nach unten gerichtet. Im Fokus steht nun vor allem die Unterstützung bei rund 365 US-Dollar“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Fazit

Tesla bleibt im E-Auto-Geschäft solide, aber das klassische Absatzwachstum ist aber gebremst, die Modellpalette ist Model-3/Y-lastig. Die Börsenstory verschiebt sich immer stärker auf AI, Robotaxis und Optimus. Die Bewertung von Tesla ist allerdings nach wie vor extrem sportlich. Viel Zukunftsfantasie ist eingepreist. Aus technischer Sicht gilt es nach dem verpassten Break der 50-Tage-Linie jetzt, die 365 Dollar-Marke zu verteidigen.