Auch die verlängere Frist für das Umtauschangebot der UniCredit für die Commerzbank-Aktionäre endet in dieser Woche. Nun hat sich Commerzbank-CEO Bettina Orlopp mit einem öffentlichen Brief zu Wort gemeldet und appelliert an die Anteilseigner, ihre Papiere nicht an die Italiener zu verkaufen.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Die verlängerte Frist für das UniCredit-Umtauschangebot für Commerzbank-Aktionäre endet diese Woche.
• Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wirbt in einem offenen Brief dafür, das Angebot nicht anzunehmen.
• Die Bank hält die Offerte für nicht attraktiv und verweist auf weiteres Wertpotenzial der Aktie.

Kurz vor Ende des Übernahmeangebots der UniCredit diesen Freitag wirbt die Commerzbank bei ihren Aktionären um Treue. „Nehmen Sie das Angebot der UniCredit nicht an und bleiben Sie bei der Commerzbank investiert“, heißt es in einem veröffentlichten Brief an die Anteilseigner, der von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp unterzeichnet ist.

Das laufende Angebot der UniCredit biete unverändert „keine angemessene Prämie“ für die Aktionäre, so das Schreiben, dass den Aktionären in den nächsten Tagen auch per Post zugehen soll. Der von Analysten ermittelte Zielkurs für Commerzbank-Aktien liege im Schnitt erheblich über dem Angebotspreis und dem aktuellen Aktienkurs – „das Wertpotenzial Ihrer Aktie ist damit noch nicht ausgeschöpft“.

Einen belastbaren Plan, der auf den Stärken des Commerzbank-Geschäftsmodells aufbaue, habe die UniCredit bisher nicht vorgelegt. Zudem wolle der Bund seinen Aktienanteil von rund zwölf Prozent nicht verkaufen. Die UniCredit hatte im Mai ein Tauschangebot für Deutschlands zweitgrößte Privatbank vorgelegt und bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien.

Die Offerte war nach Angaben der UniCredit in der regulären Übernahmefrist für 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen worden, zuletzt wurde die Frist bis 3. Juli verlängert. Damit hätte die UniCredit, die vorher schon ein Aktienpaket von 26,77 Prozent hielt, rechnerisch fast 40 Prozent der Commerzbank-Aktien sicher. Zudem verfügt sie über Finanzinstrumente, mit denen sie auf weitere Aktien zugreifen kann.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Fazit

Diese Woche endet das Tauschangebot der UniCredit endgültig. Die Hürde von 30 Prozent, die CEO Andrea Orcel nehmen wollte, um ein höheres Pflichtangebot zu umgehen, wurde spielend erreicht. Die Frage ist nun, ob der Anteil am Ende so hoch liegt, dass die EZB bereits eine Kontrolle der Commerzbank unterstellt. Trotz der Belastungen durch die neuen Angriffe im Nahen Osten steht die Aktie bereits vorbörslich zum Wochenstart im Plus. Investierte Anleger halten weiter an den Papieren fest.

FAQs zur Commerzbank

Was macht die Commerzbank?

Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.

Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?

Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.

Zahlt die Commerzbank eine Dividende?

Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.

Hinweis auf Interessenkonflikte

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

Enthält Material von dpa-AFX