Einen Tag nach dem empfindlichen Rücksetzer bei Chipaktien, der unter anderem Micron einen Tagesverlust von sechs Prozent bescherte, stehen die Vorzeichen an den US-Börsen auch am Dienstag auf Rot: Der Nasdaq-Index eröffnete um 15.30 Uhr 0,61 Prozent im Minus, auch S&P 500 (minus 0,57 Prozent) und Dow Jones (minus 0,76 Prozent) starteten mit Verlusten in den Handel. Damit verliert der S&P 500 nun schon den dritten Handelstag in Folge.

Update 17:33 Uhr: Mittlerweile steht der Nasdaq 1,1 Prozent im Minus bei nur noch 28.800 Punten. Nach der ersten Handelsstunde war der Technolgieindex zeitweise sogar um 1,4 Prozent abgetaucht.

Hauptgrund sind die deutlich gestiegenen Renditen am Anleihenmarkt. Mit 5,18 Prozent notieren die 30-jährigen US-Staatsanleihen auf einem Renditeniveau, das sie zuletzt vor der Finanzkrise 2007/2008 erreicht hatten.  

Aus Sicht institutioneller Investoren sind Anleihen damit wieder deutlich attraktiver gegenüber Aktien geworden. Dahinter steckt eine einfache Überlegung: Wenn ein Investor fast fünf Prozent Rendite auf vermeintlich ausfallsichere US-Staatsanleihen erzielen kann, warum sollte er dann in Aktien investieren, deren weiteres Renditepotenzial auf dem derzeit sehr hohen Bewertungsniveau von vielen Marktmodellen niedriger eingeschätzt wird? Experten argumentieren seit Wochen, dass US-Aktien, die gemessen am Shiller-KGV auf so einem Niveau notierten, historisch gesehen in der Regel in den Folgejahren nur niedrige einstellige Renditen eingebracht haben. 

Infront Nasdaq 100 (WKN: A0AE1X)

Zu den Verlierern gehören am Dienstag erneut Chipwerte: Qualcom vedrlieren mehr als fünf prozent, Seagate gibt 4,6 Prozent ab und Western Digital verliern fast vier Prozent. Dagen halten sich die Aktiern von Micron nisher nahe der Nullinie. Nvidia verliert ein Prozent. Am Vortag hatten Aussagen des Seagate-CEOs Dave Mosley einen wahren Ausverkauf bei Speicher-Herstellern ausgelöst. Mosley hatte auf einer Konferenz von J.P. Morgan gesagt, dass er erst weitere Kapazitäten aufbauen müsse, um die gestiegene Speichernachfrage aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz bedienen zu können. An der Börse geht seitdem die Sorge um, dass die gesamte Branche Probleme bekommen könnte, mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten - und deshalb bereits eingepreiste Umsatzsprünge nicht vollends realisierbar sein könnten.

Für eine positive Überraschung sorgt am Dienstag erneut ServiceNow: Der Softwareanbieter legte vorbörslich um acht Prozent zu, damit wäre die Aktie seit vergangenem Mittwoch bereits um mehr als 23 Prozent gestiegen. Im Handelsverlauf hab der Softwareriese seine Kursgewinne dann allerdings wieder vollstänidg ab und notiert um 17:30 Uhr nur noch zwei Cent im Plus. Damit notiert ServiceNow damit immer noch rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Januar 2025.

ServiceNow (WKN: A1JX4P)

In Deutschland hielt sich der DAX dagegen im Plus: Lange Zeit notierte der Leitindex bei 24.600 Punkten fast 1,2 Prozent höher als am Montag. Je näher die US-Börseneröffnung rückte, umso stärker gaben die Kurse jedoch nach. Zum XETRA-Schluss um 17:45 stand der DAX bei 24.428 Punkten noch 0,5 Prozent im grünen Bereich. Größter Gewinner waren die Aktien von SAP mit einem Zugewinn von sechs Prozent, vor Qiagen mit vier udn Rheinmetall mit rund drei Prozent.

Am Indexende verlieren Continental 3,5 Prozent und Infineon 2,55 Prozent, Siemens Energy rangiert mit minus 1,3 Prozent ebenfalls in der Verlustzone.

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