Die London Bullion Market Association (LBMA) hat die Ergebnisse ihrer jüngsten Analystenumfrage zu den Perspektiven der Edelmetallpreise veröffentlicht. Sowohl für Platin als auch für Palladium wird ein wildes Auf und Ab prognostiziert.
Die Prognosen für die beiden Weißmetalle fallen teils außergewöhnlich hoch aus und zeugen von einer enormen Bandbreite. Bei Platin wird im Konsens sämtlicher Einschätzungen erwartet, dass sich der Durchschnittspreis des Platinpreises gegenüber dem Vorjahreswert von 1.274,73 auf etwas mehr als 2.222 Dollar (+74,3 Prozent) erhöhen wird. Bei Palladium soll sich für 2026 ein Zuwachs von 1.150,29 auf rund 1.740 Dollar (+51,3 Prozent) einstellen.
Umfrage mit interessantem Konzept
Grundlage der Erhebung ist der jährlich durchgeführte „Precious Metals Forecast Survey“ der LBMA. Dabei geben ausgewählte Analysten, Banken, Rohstoffhändler und Industrieexperten Anfang Januar ihre Preisprognosen für das laufende Jahr ab. Abgefragt werden unter anderem die erwarteten durchschnittlichen Jahrespreise, Jahrestiefs und mögliche Höchststände. Die Umfrage hat sich seit der Einführung im Jahr 2010 zu einem stark beachteten Stimmungsbarometer im Edelmetallmarkt entwickelt. Zusätzlich bereichert wird die Umfrage durch ihren Wettbewerbscharakter: Die Analysten mit den treffsichersten Prognosen erhalten nämlich am Jahresende als Belohnung einen Unzen-Goldbarren und gewinnen zudem an beruflichem Ansehen.
Die nun veröffentlichten Ergebnisse für 2026 zeigen insbesondere bei Platin eine bemerkenswert große Spannbreite. Während einige Experten von moderaten Preisniveaus ausgehen, sehen andere erhebliches Aufwärtspotenzial. Das höchste prognostizierte Jahreshoch für Platin liegt bei 3.600 Dollar je Feinunze, während das tiefste genannte Jahrestief bei 1.300 Dollar angesetzt wurde. Diese große Differenz verdeutlicht die Unsicherheit, aber auch die möglichen Chancen, die dem Weißmetall von Marktbeobachtern zugeschrieben wird.
Besonders auffällig: Von den insgesamt 24 Analysten rechnen bei Platin fünf im Jahresverlauf mit einem Überschreiten der Marke von 3.000 Dollar. Damit rückt ein Preisniveau in den Bereich früherer historischer Hochphasen, das lange Zeit als kaum erreichbar galt. Platin wird von vielen Experten zunehmend wieder als strategisches Metall betrachtet, dessen Marktstruktur stark von Angebotsengpässen und industrieller Nachfrage geprägt ist.
Enorme Bandbreiten prognostiziert
Auch bei Palladium fallen die 22 abgegebenen Prognosen sehr unterschiedlich aus. Das höchste genannte Jahreshoch liegt bei 2.900 Dollar und stammt von Sumitomo Corporation, während das tiefste erwartete Jahrestief bei 1.090 Dollar (Metals Focus) angesetzt wird. Daraus resultiert eine Bandbreite von 166 Prozent. Diese weit auseinanderliegenden Prognosen unterstreichen die besondere Stellung von Palladium. Das Metall reagiert traditionell stark auf konjunkturelle Erwartungen und die damit verbundene industrielle Nachfrage sowie auf Veränderungen im Automobilsektor. Entsprechend groß ist auch die Unsicherheit über den weiteren Preisverlauf, wobei im Falle einer Angebotsverknappung oder Nachfragebelebung erhebliches Aufwärtspotenzial entstünde.
Summa summarum zeigt der LBMA Precious Metals Forecast Survey 2026, dass Platin und Palladium bei vielen Marktbeobachtern wieder stärker in den Fokus rücken. Dabei offenbaren die Extremwerte ein erhebliches Volatilitätspotenzial. Besonders bei Platin fällt auf, dass mehrere Experten dem Metall wieder Preisregionen zutrauen, die über viele Jahre hinweg außer Reichweite schienen.
Fazit: Auch abseits von Gold und Silber bieten die Weißmetalle aus Sicht der Analysten erhebliche Chancen – allerdings bei einem hohen Maß an Unsicherheit. Genau diese Kombination spiegelt sich in den außergewöhnlich breiten Prognosespannen wider, die Platin und Palladium für das Jahr 2026 auszeichnen.
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