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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach viertägigen Kursverlusten hat eine Kaufempfehlung der Bank of America (BofA) den Aktien der Commerzbank am Montag Erholung verschafft. Sie legten im ebenfalls stärkeren Leitindex Dax um überdurchschnittliche 2,1 Prozent auf 34,65 Euro zu. Dabei setzten sie sich auch wieder deutlicher von der 100-Tage-Durchschnittslinie ab, die den längerfristigen Trend signalisiert und aktuell bei knapp 34 Euro verläuft. Außerdem verringerten sie ihren bisherigen Jahresverlust auf 4,5 Prozent. Vor einer Woche noch hatten sie bei knapp unter 37 Euro den höchsten Stand seit August 2025 erreicht.

Die BofA-Analysten um Tarik El Mejjad begründeten ihr neues "Buy"-Votum mit der Attraktivität der Papiere, auch unabhängig von einer möglichen Übernahme durch die Unicredit . Dabei verwiesen sie auf das überdurchschnittliche Gewinnwachstum je Aktie (EPS) von mehr als 20 Prozent, bezogen auf einen 5-Jahreszeitraum und auch Ausschüttungen an die Aktionäre von mehr als 30 Prozent des Börsenwertes in den nächsten drei, beziehungsweise 60 Prozent in fünf Jahren. Entsprechend erhöhten sie ihr Kursziel von 37 auf 42 Euro, womit sie ein Potenzial von 21 Prozent sehen. Ihre Bewertung der Aktie berücksichtigt nicht, ob das Übernahmeangebot erfolgreich sein wird.

Am 5. Mai werde die Unicredit den Commerzbank-Aktionären ihr öffentliches Übernahmeangebot vorlegen, während die Commerzbank in Kürze einen aktualisierten Plan für 2030 vorstellen werde. Damit wollten die Deutschen ihre Aktionäre davon überzeugen, dass es besser sei, eigenständig zu bleiben, schrieben die BofA-Experten. In beiden Ansätzen sehen sie "strategische Logik".

Die im April vorgestellte Unicredit-Strategie "Commerzbank Unlocked" stelle eine klare Abkehr von der "Momentum"-Strategie der Commerzbank dar, heißt es. Und sie sei angesichts der nachweislichen Erfolgsbilanz der Italiener mit ihrer eigenen "Unicredit Unlocked"-Strategie und der Restrukturierung der HVB glaubwürdig. "Das Ziel ist eine tiefgreifende Transformation mit begrenztem Wachstum in der ersten Phase durch Schuldenabbau, den Ausstieg aus dem internationalen Geschäft und erhebliche Kosten- und Kapitaleffizienzgewinne."

Die "Momentum"-Strategie der Commerzbank ziele unterdessen auf die Eigenständigkeit des Finanzinstituts. Im Zuge einer Version 2.0 dürfte die Bank laut den BofA-Experten wohl ihre Ziele für die Profitabilität anheben und neue Ambitionen für 2030 präsentieren. Sie rechnen in diesem Zusammenhang auch mit weiteren Restrukturierungen und dadurch steigenden, und auch schnelleren Ausschüttungen.

Dabei erwarten sie eher Dividenden als Aktienrückkäufe, "da wir die Attraktivität von Aktienrückkäufen angesichts der aktuellen Bewertungen als geringer einschätzen", wie sie schrieben. Zudem gehen die Analysten davon aus, dass Restrukturierungsaufwendungen in der Ausschüttungsquote nicht berücksichtigt sind, was zu Ausschüttungen von jeweils rund 110 Prozent auf Basis der ausgewiesenen Gewinne in den Jahren 2026 und 2027 führen dürfte./ck/ag/jha/

Quelle: dpa-Afx