(Kursentwicklung aktualisiert.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Rheinmetall sind am Freitag nach Analystenkritik auf das tiefste Niveau seit April 2025 abgesackt. Mit 1.277 Euro rutschen die Anteile des Rüstungskonzerns unter die runde Marke von 1.300 Euro und weiteten ihre Vortagesverluste um fast 5 Prozent aus. Im vergangenen Oktober hatten sie noch einen Höchststand von 2.008 Euro erreicht, haben seither aber trotz unverändert positiver Aussichten für die Branche um mehr als ein Drittel an Wert verloren.

Besonders schwer wiegt, dass der bisherige Optimist David Perry von JPMorgan am Donnerstagabend zunächst die Segel gestrichen und seine "Outperform"-Empfehlung aufgegeben hat. Bisher hatte er noch in jedem Rückschlag eine Einstiegschance gesehen. Aber auch Adrien Rabier von Bernstein Research stellte die Anleger auf eine "Verlängerung des Bärenszenarios" ein. Eine Trendwende müsse von einem Umsatzschub kommen, aber der verzögere sich.

Während Rabier aber noch grundsätzlich optimistisch bleibt mit einem Kursziel von 2.050 Euro, stutzte Perry sein Ziel auf 1.500 Euro herunter. Beide Experten liegen damit zwar klar über Marktniveau, aber entscheidend ist der Tenor ihrer Analysen.

Perry sieht für Rheinmetall Schwierigkeiten, die eigenen Wachstumsambitionen zu erfüllen - in vier der letzten sechs Monate habe man die Markterwartungen verfehlt. Perry hält also eher sinkende Ergebnisschätzungen für wahrscheinlich als steigende und kappte seine eigenen bis 2030 um bis zu 5 Prozent. Zudem begännen einige Investoren sogar am Produktportfolio von Rheinmetall zu zweifeln. Er teilt diese Sorgen zwar nicht, sie könnten eine Neubewertung der Aktien zunächst aber verhindern./ag/mis/stk/ajx/mis

Quelle: dpa-Afx